Blinden-Fußball: Deutschland unterliegt Europameister Spanien 0:1

Göttingen. Riesen-Respekt vor diesen Behinderten-Sportlern! Wer noch nie ein Spiel der Blinden-Fußballer live gesehen, muss ihnen allerhöchste Anerkennung zollen.

Im Göttinger Jahnstadion war an diesem Samstag die deutsche Nationalmannschaft zu Gast, trug den vorletzten Test für die Europameisterschaft Ende August in Hereford (England). Gegen den amtierenden Europameister Spanien gab es dabei eine ganz unglückliche 0:1 (0:0)-Niederlage vor 250 Zuschauern.

Das Tor des Tages gelang Spaniens Adolfo Acosta vier Minuten vor Schluss. Eine ganz dumme Niederlage für die Mannschaft von Bundestrainer Ulrich Pfisterer (Leonberg), denn eigentlich hatte das deutsche Team über die zweimal 25 Minuten nach durchwachsener erster Halbzeit nach der Pause mehr und vor allem die besseren Chancen. Die beste besaß der aus Ghana stammende Kofi Osei Mitte der zweiten Hälfte, als er den Ball (in dem eine Klingel ist) bei einen Freistoß an die Unterkante der Latte zimmerte – aber der Ball sprang vor der Torlinie auf.

„Die Dinger müssen einfach mal reingehen“, ärgerte sich nach dem Abpfiff der deutsche Spieler Andreas Fangmann im besten Fußballer-Terminus. Coach Pfisterer war dennoch zufrieden: „Von den Chancen her hätten wir gewinnen müssen. Ich bin positiv überrascht und sehr erfreut. Unsere Mannschaft ist gut im Futter.“

Glück hatten das deutsche Team, als die Spanier einen Sechsmeter (entspricht dem Elfmeter) erhielten und der sehende Torwart Enrico Göbel den Schuss eiens Spaniers (aus dem Stand) abwehren konnte.

Zwei Verletzungs-Ausfälle

Allerdings hatten die Deutschen zwei verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen. Ali Pektas zog sich eine Meniskusverletzung zu, Vedat Sarikaya schied kurz vor Schluss wegen einer Knöchelverletzung aus. Beide Akteure sind wichtig für das Nationalteam im Hinblick auf die bevorstehende EM.

Alles im Griff bis auf das Wetter – kurz vor Spielbeginn schüttete es wie aus Kübeln, weshalb sich der Anpfiff nach den feierlichen Nationalhymnen um 15 Minuten verzögerte – hatte auch Dr. Rolf Husmann, der Göttinger Teammanager des deutschen Teams, der schon als der „Bierhoff des Blindenfußballs“ tituliert wurde. „Das war ein unglückliches Gegentor. Wir haben aber gezeigt, dass wir mit dem Europameister mithalten können.“

Am Sonntag (11.30 Uhr) steigt das zweite Test-Länderspiel gegen die Spanier im Jahnstadion. Dabei gibt es eine Europa-Premiere: Gespielt wird dann nicht auf Handball-Tore, sondern auf die größeren Hockey-Tore. „Das ist meine Idee“, sagte Bundestrainer Pfisterer, der um weitere Innovationen im Blinden-Fußball nicht verlegen ist. „Wir wollen damit die Toranzahl und die Attraktivität steigern, so dass es auch mehr Torwartparaden gibt. Wir sind dabei, viel zu experimentieren.“ (gsd)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.