Blitzmarathon in Göttingen: Motorradfahrer deutlich zu schnell

Die Ausrichtung muss stimmen: Wenn das Blitzgerät nicht richtig zur Straße steht, ist die Geschwindigkeitsmessung fehlerhaft, erklärt der Göttinger Polizist Christoph Penner. Fotos: Dittrich

Göttingen. 18 Messstellen, 26 Beamte im Einsatz: Beim Blitzermarathon am Donnerstag gab es im Landkreis Göttingen 136 Geschwindigkeitsverstöße. 84 davon führen zu Punkten in Flensburg.

Fünf Fahrer müssen außerdem mit einem Fahrverbot rechnen.

Weiterhin verstießen neun Lastwagen-Fahrer gegen ein Überholverbot, vier Fahrer waren nicht angeschnallt und einer hatte auf dem Handy eine Radarwarn-App installiert. Kontrolliert wurde auf der Bundesstraße 27 bei Waake, auf der Herzberger Straße in Duderstadt und auf der Autobahn 7.

Blitzer vorher ankündigen - das bringt nichts. Diese Meinung sind viele Autofahrer. Doch Polizeihauptkommissar Andreas Tennstedt erklärt, dass es nicht darum gehe, die Fahrer abzukassieren: „Wir wollen mit den Fahrern ins Gespräch kommen.“ Es gehe um Verkehrserziehung und Einsicht, nicht um das Geld.

Beim Blitzermarathon stehen die Beamten deswegen an einer bekannten Strecke: Die Bundesstraße 27, Roringer Berg, zwischen Göttingen und Waake. Gemessen wird die Geschwindigkeit der bergauf fahrenden Fahrzeuge. Erlaubt ist 100, gefahren wird oft schneller. „Diese Ecke ist als Risikostrecke eingestuft, es gibt hier oft schwere Unfälle“, erklärt Tennstedt. Bei überhöhter Geschwindigkeit würden auch die Unfallfolgen schwerer werden, sagt der Polizist. Auffahrunfälle sind gefährlicher, Überholmanöver riskanter. „Wir haben hier auch mal einen Motorradfahrer mit 217 Stundenkilometern gemessen“, sagt der Beamte.

Mit dem neuen Geschwindigkeitsmessgerät können auch Motorradfahrer zur Kasse gebeten werden, die ihr Nummernschild hinten haben: Geblitzt wird von vorn und hinten. Außerdem kann auf zwei Spuren gleichzeitig gemessen werden. Die Geräte sind geeicht und werden beim Aufbau kontrolliert, erklärt Christoph Penner, der die Geräte am Roringer Berg mit Jens Lindemann aufgebaut hat. Am Donnerstag ist ein Motorradfahrer der Spitzenreiter: Er fuhr 144 statt der erlaubten 100 Stundenkilometer.

Doch es gibt auch Kritik am Blitzermarathon. Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) kritisiert den Personalaufwand für die Messungen. „Statt des Blitzermarathons sollte es mehr dauerhafte polizeiliche Präsenz auf der Straße geben“, meint Landesvorsitzender Dietmar Schilff. Die GDP geht davon aus, dass der erhoffte erzieherische Effekt schnell verpufft. Problematisch sei außerdem, dass an dem Tag andere Aufgaben der Polizei zurückstehen müssen.

Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig war einen Tag nach den Kontrollen dennoch zufrieden: „Durch die Kontrollen, aber auch durch persönliche Gespräche und die umfangreiche Berichterstattung haben wir viele Verkehrsteilnehmer sensibilisiert.“

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