Anwohner wollen Protest fortsetzen

Blockade von Weg-Asphaltierung in Göttingen verursacht Kosten von 4600 Euro

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Blockadeaktion am Rad- und Fußweg in der Nähe des Freibades Brauweg: Dadurch wurden laut Stadt Kosten von 4600 Euro verursacht.

Göttingen. Die Stadt Göttingen hält an der Asphaltierung eines Fuß- und Radweges in der Nähe des Freibades Brauweg fest. Am Donnerstag hatten Anwohner die Bauarbeiten verhindert. Der finanzielle Schaden ist erheblich.

Für die Aktion war eigens eine Bitumen-Mischung hergestellt worden. Für deren Herstellung und fachgerechte Entsorgung fallen Kosten von etwa 800 Euro an. Außerdem konnte die Kolonne des Bauunternehmens nicht arbeiten. Die Stillstandskosten dafür belaufen sich laut Stadtverwaltung auf etwa 3800 Euro – macht Gesamtkosten von etwa 4600 Euro.

„Derzeit prüfen wir, ob diese Kosten den Blockierern in Rechnung gestellt werden“, sagte Stadtsprecher Dominik Kimyon am Freitag. Er machte gleichzeitig deutlich: Das Nahmobilitätskonzept sei seinerzeit in einer umfangreichen Bürgerbeteiligung vorgestellt und von Ratsmitgliedern in verschiedenen Ausschüssen einstimmig beschlossen worden.

Während der Bauausschusssitzung waren am Donnerstag im Neuen Rathaus die unterschiedlichen Positionen aufeinandergeprallt. Die Anwohner und Gegner der Asphaltierung forderten erneut, die Versiegelung des Weges zu unterlassen. Gleichzeitig machten sie auf die aus ihrer Sicht drohenden Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern aufmerksam. Auf die Seite der Gegner stellten sich Ratsherr Dr. Francisco Welter-Schultes (Piraten) und Gerd Nier (Linke). „Das opportunistische Verhalten von Herrn Nier und Herrn Welter-Schultes vor Ort aber auch im Bauausschuss ist für uns nicht nachvollziehbar“, sagt Sylvia Binkenstein, baupolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion.

Binkenstein: „Der Weg soll asphaltiert werden, weil die bisherige Schotterung für Senioren, Menschen mit Kinderwagen und Behinderte ungeeignet ist und um eine bessere Aufenthaltsqualität zu erreichen.“

Stadtbaurat Thomas Dienberg hatte bereits in der Sitzung ein mögliches Nachspiel für die Blockierer angekündigt.

Unterdessen soll der Protest der Anwohner weitergehen: Sie kündigen für Samstag, 23. Juni, eine Begehung und Kundgebung an der Jahnstraße (Höhe Wendehammer) an. „Wir werden den Verantwortlichen in der Verwaltung und in der Politik zeigen, dass sehr viele Menschen den Weg weiterhin möglichst unversiegelt behalten möchten“, kündigte Sandra Kotlenga im Namen der Anwohner an. Beginn der Aktion soll um 16.30 Uhr sein.

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