Präventionstag an der BBS III in Göttingen

Bluthochdruck: Gefahr für junge Leben

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Präsentierten beim Präventionstag Denksport- und Konzentrationsübungen: Mit dabei waren (von links) Jamila Bartelt, Laura Kohlstedde, Paulina Dörrig. 

Göttingen. Bluthochdruck gilt noch immer als eine Altererscheinung. Dass aber bereits Jugendliche dieses Problem haben – und oft noch nicht einmal etwas davon wissen – war Thema beim Präventionstag der Berufsbildenden Schulen (BBS) III Ritterplan in Göttingen.

Es ist das sechste Mal, dass die BBS III Ritterplan einen solchen Aktionstag veranstaltet hat. Sie kooperieren dabei mit dem Bluthochdruckinstitut der Uni Göttingen. Für Privatdozent Dr. Volker Schettler (Nephrologisches Zentrum Göttingen) ist die Sensibilisierung für die eigene Gesundheit gerade in der Adoleszenz-Phase wichtig. Zwischen dem neunten und dem 35. Lebensjahr gibt es keine verpflichtende respektive von den Krankenkassen bezahlte Präventionsuntersuchung. „Ich finde es ganz toll, dass eine Schule sagt, wir machen das. Eigentlich sollte das grundsätzlich an Schulen eingeführt werden“, sagt Schettler.

Präventionstag Gesundheit an der BBS III Ritterplan: Zu den Organisatoren gehörten Verena Hagemann und Priv.-Doz. Dr. Volker Schettler.

Lehrerin Verena Hagemann betont: „Wir sind eine Schule mit vielen verschiedenen Abteilungen. Alle haben sich eingebracht. Das macht es aus, um sich das Thema Gesundheit bewusst zu machen.“ An mehreren Stationen informieren Schüler verschiedener Klassen über bestimmte Aspekte des Themas. Einen großen Raum nimmt das Thema Ernährung ein. Chantal Kolada und Maximilian Grade aus der Klasse G18E mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Pflege haben sich mit den Risikofaktoren für Herzinfarkte und Schlaganfälle beschäftigt. Sie erklären sehr kompetent und anhand von Schaubildern, wie sich Übergewicht, Cholesterin, Kochsalz, Alkohol, Rauchen oder Stress auf den Blutdruck und die Herzaktivität auswirken.

Warnten vor Folgen des Alkoholkonsums:  Maximilian Grade und Chantal Kolada.

Häufig werde von Jugendlichen falsch eingeschätzt, welche Folgen ein regelmäßiger Alkoholkonsum oder zu viel Salz tatsächlich haben könnten, sagt Chantal Kolada. Maximilian Grade ergänzt: „Arteriosklerose und Bluthochdruck sind Volkskrankheiten, die oft unerkannt bleiben. Deshalb ist es besonders wichtig, frühzeitig aufzuklären.“

Machten auf den Risikofaktor Zucker aufmerksa:  Leonie Kohlrausch (links) und Sophie Schlehahn. 

Ein weiterer Risikofaktor ist der Zucker. Damit haben sich Sophie Schlehahn und Leonie Kohlrausch (ebenfalls Gesundheitsklasse G18E) auseinandergesetzt. Wie die Schüler an den anderen Info-Ständen haben sie im Unterricht Plakate und fachliche Kenntnisse erarbeitet. An ihrer Station kann man schätzen, welches Produkt wie viel Zucker enthält. Dabei wird klar: Ein fertiges Müsli hat um ein Vielfaches mehr Zucker als ein selbstgemischtes aus Haferflocken, frischen Früchten und Nüssen.

Lehrerin Hagemann betont die Wichtigkeit des Themas: „Jedes dritte Kind hat Übergewicht. Bei Messungen vor zwei Jahren hatten 32 Prozent unserer Schüler Bluthochdruck.“ Auch in diesem Jahr gibt es wieder Blutdruckmessungen. Auch die Blutfett- und Blutzuckerwerte sowie Cholesterin können Schüler von Experten messen lassen. Zudem gibt es Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagader und der Schilddrüse. Finanziert werde ihr Einsatz an der Schule über Spenden, erklärt Dr. Schettler.

Alternativen für Industrie-Produkte

Nicht nur der Bluthochdruck spielt beim Präventionstag der BBS III Ritterplan eine Rolle. Auf Grundlage eines Buches von Ski-Star Felix Neureuther zeigen Jamila Bartelt, Laura Kohlstedde und Paulina Dörrig (11. Klasse G18B) Denksport- und Konzentrationsübungen.

„Viele sind erstaunt, wie schwierig die einfach klingenden Aufgaben sind“, erklären sie. Und Tatsächlich: Wer versucht, mit einer Hand ein Tuch zu schwenken und mit der anderen einen Ball hoch zu werfen, und aufzufangen, wird die koordinativen Schwierigkeiten schnell bemerken.

Die Übungen sollen die Konzentration fördern und bei Lernproblemen helfen. Sportlehrerin Franziska Popen macht sie regelmäßig im Unterricht. „Das ist sehr sinnvoll nach langen Konzentrationsphasen oder auch nach einem anstrengenden Arbeitstag.“

Eine sehr erholsame Station ist die Handmassage der Berufseinstiegsklasse. Die Massagen erzeugen ein merkliches Wohlgefühl, Ängste verschwinden. Im Vorfeld haben sich die Schülerinnen intensiv mit der hohen Bedeutung von Berührungen beschäftigt. Sie wirken anti-depressiv und Wohlfühl-Hormone werden ausgeschüttet. Die Berufsfachschüler für Sozialpädagogik haben einen Sinnespfad aufgebaut. Mit verbundenen oder geschlossenen Augen der Tastsinn, der Geruchsinn und der Gleichgewichtsinn Gleichgewichtssinn trainiert.

Zeigten Alternativen zu zuckerhaltigen Produken: (von links) Lea Ackermann, Yasmina Kreugel, Marlene Yazdan und Sarah Thiemann.

An zwei Stationen gibt es Alternativen zu industriellen, stark zuckerhaltigen Produkten. Marlene Yazdan, Sarah Thiemann, Lea Ackermann und Yasmina Kreugel haben dabei die Energy-Drinks ins Visier genommen. Auch hier darf man raten, wie viel Koffein und wie viel Zucker ein Produkt enthält. Sie haben selbst gemachte Limonade, getrocknete Apfelringe und Muffins mit wenig Zucker hergestellt. Das alles schmeckt – trotz wenig Zucker – wirklich hervorragend. Genauso wie der Eistee am Diabetesstand (siehe Rezept).

Dieses Thema haben die Schüler im Biologie-Unterricht erarbeitet und zeigen anhand von Gummibärchen, wie viel Zucker der Körper eines gesunden Menschen, eines eingestellten Diabetikers und eines Nierenkranken enthalten. Zudem gibt es Informationsbroschüren und ein Quiz, mit dem Diabetes und der Kohlenhydrat-Stoffwechsel bewusst gemacht werden.

Das Rezept: Eistee 2.0

500 ml kochendes Wasser 2 Beutel schwarzer Tee 2 Beutel Pfefferminztee 500 ml Apfelsaft 1 frisch gepresste Zitrone zum Süßen Zucker oder Honig; nach Belieben mit frischen Kräutern wie Minze aromatisieren.

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