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Neuer Chef: Generationenwechsel bei Göttinger Wurst-Produzenten Börner-Eisenacher

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Von: Melanie Zimmermann

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Beim Göttinger Wurst-Produzenten Börner-Eisenacher steht ein Generationswechsel an. Der aktuelle Geschäftsführer Benjamin Krieft übernimmt ab 2023 das Unternehmen.

Göttingen – Wechsel an der Führungsspitze von Bio-Wurst-Hersteller Börner-Eisenacher: Frank Walter Eisenacher geht in den Ruhestand. Nachfolger wird der bisherige Geschäftsführer Benjamin Krieft. Er übernimmt die Geschicke des Göttinger Unternehmens als geschäftsführender Gesellschafter.

„Wir haben eine kleine Geschichte zu erzählen“, beginnt Frank Walter Eisenacher verheißungsvoll das Gespräch. „Ab dem 1. Januar 2023 wird Benjamin Krieft Börner-Eisenacher übernehmen.“ Nach 32 Jahren als Geschäftsführer in der mittlerweile vierten Generation sei es für ihn an der Zeit, sich zurückzuziehen, so der 67-Jährige.

Generationswechsel: Benjamin Krieft wird neuer Chef bei Göttinger Wurst-Produzenten Börner-Eisenacher

Generationswechsel in der Führung von Börner-Eisenacher: Geschäftsführer Benjamin Krieft (links) übernimmt ab Januar 2023 als Gesellschafter das Unternehmen von Frank Walter Eisenacher.
Generationswechsel in der Führung von Börner-Eisenacher: Geschäftsführer Benjamin Krieft (links) übernimmt ab Januar 2023 als Gesellschafter das Unternehmen von Frank Walter Eisenacher. © Börner Eisenacher/nh

Die Übernahme durch Krieft geschehe im Rahmen eines sogenannten Management-Buy-out-Projektes, kurz MBO, bei dem ein Unternehmen durch das eigene Management gekauft wird. „Der Kauf finanziert sich dabei durch die Leistungsfähigkeit des Unternehmens selber“, erklärt Eisenacher weiter.

Dass dieser Schritt der absolut richtige sei für das Familienunternehmen Börner-Eisenacher messe er daran, dass die Arbeitsplätze der 160 Mitarbeiter sicher sind sowie „dass der Name und unser Standort erhalten bleiben.“

Ursprünglich sei geplant gewesen, die Geschicke des Göttinger Unternehmens an einen seiner drei Söhne zu gegebener Zeit abzugeben. „Wir haben das vor gut drei Jahren versucht, aber es hat nicht funktioniert“, gibt Eisenacher offen zu. Nicht immer klappe eine Unternehmens-Übergabe innerhalb der Familie.

Verkauf von Börner-Eisenacher auf freiem Markt war für Besitzer keine Option

Das Göttinger Traditionsunternehmen auf dem freien Markt zu verkaufen, kam für Eisenacher allerdings nicht in Frage. „Ich hätte kein gutes Gefühl damit gehabt, unsere Firma auf den Markt zu bringen. Da kommt dann ein Investor, der aufgrund der Zahlen kauft, aber keinen Bezug zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zu dem Standort Göttingen hat.“

Seit rund anderthalb Jahren bereiten wir diesen Generationswechsel nun vor.

Benjamin Krieft

Mit dem künftigen Geschäftsführer Benjamin Krieft trete nun jemand seine Nachfolge an, der bereits seit Jahren an Bord und mit der Firma, den Mitarbeitern und allen Strukturen bestens vertraut ist.

Übernahme von Göttinger Wurt-Hersteller verlangte lange Vorbereitung

„Außerdem hat er die Entwicklung von Börner-Eisenacher entscheidend mitgeprägt. Er ist ein Spezialist auf dem Gebiet des Category Managements und hat Börner-Eisenacher mit von einem regionalen Wursthersteller zu einem nationalen Bio-Wurst-Produzenten aufgebaut“, ist der scheidende Inhaber voll des Lobes für seinen Nachfolger.

„Seit rund anderthalb Jahren bereiten wir diesen Generationswechsel nun vor“, erzählt Benjamin Krieft, der 2013 ins Unternehmen kam und seit mittlerweile vier Jahren gemeinsam mit Frank-Walter Eisenacher die Geschäftsführung inne hat. Dabei sei es stets ein sehr offener und fairer Austausch zwischen den beiden gewesen.

Das fällt auch beim gemeinsamen Pressegespräch auf: die Chemie stimmt einfach. Geduzt wird sich allerdings erst seit drei Wochen. „Es klappt aber auch noch nicht immer“, gibt Krieft lachend zu. Der 42-jährige Familienvater freut sich auf seine neue Aufgabe als künftiger Gesellschafter, wenngleich diese natürlich auch eine große Herausforderung ist.

Scheidender Inhaber Frank Walter Eisenacher bleibt weiterhin als Berater tätig

Bereits seit 138 Jahren existiert das Familienunternehmen Börner-Eisenacher in Göttingen. „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Unterstützung der gesamten Familie Eisenacher habe.“

Frank Walter Eisenacher wird Krieft für zwei weitere Jahre, bis 2025, als Berater zur Seite stehen. „Mir ist wichtig, dass er weiß, dass er sich jederzeit an mich wenden kann, wenn er Fragen hat, damit der Übergang der Firma bestmöglich gelingt“, so Eisenacher. (mzi)

Verwandte Themen: Das Unternehmen Börner-Eisenacher hat dem Göttinger Verein „Förderer“ Mund-Nasen-Schutzmasken gespendet.

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