Bohrer unter der Nordstadt kommt voran

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Duchbruch: Im Schacht „Grüner Weg“ kam der Bohrkopf nach 650 Meter Vortrieb planmäßig und genau an.

Göttingen. Wieder hat der Bohrkopf einen Abschnitt geschafft: Der zweite Teil des neuen Regenwasserkanals für das Universitätsklinikum Göttingen ist das längste Stück.

Es ist 650 Meter lang und reicht vom Versorgungsgebäude vor dem Klinikum bis zum Grünen Weg.

Es ist ein mächtiges Teil, das sich durch den Untergrund der Göttinger Nordstadt wühlt: 15 Meter lang und 170 Tonnen schwer ist die Bohranlage, die sich im Microtunneling-Verfahren täglich zwölf Meter vorangräbt. Gebohrt wird in einer durchschnittlichen Tiefe von 13 Metern.

Eine Gefahr für Anlieger gibt es laut UMG-Vorstand Dr. Sebastian Freytag nicht: Ein Absacken von Stollen droht nicht, weil es keine gibt. Die Erschütterungen der Maschine sind minimal.

Für den jetzt geschafften 650 Meter langen Abschnitt werden insgesamt 202 Rohre mit einem Durchmesser von zwei Metern benötigt.

Ab März wird der dritte und letzte Teil des Projektes vom Schacht „Güterverkehrszentrum (GVZ) in Richtung Schacht „Grüner Weg“ - und damit unter dem Werksgelände von Novelis hindurch - vorangetrieben. Am Güterverkehrszentrum wird die Kanalleitung dann in Richtung Bachlauf Lutter weitergeführt. Generell liegen die Arbeiten voll im Zeitplan, wie die Universitätsmedizin als Bauherr mitteilt.

Mit dem insgesamt 1210 Meter langen und 14 Millionen Euro teuren Kanal, der vom Bettenhaus 1 bis zum Güterverkehrszentrum reicht, wird die Entwässerung des Klinikums komplett neu gestaltet. Der Kanal besteht aus drei Abschnitten mit unterschiedlichen Durchmesser-Größen von 1,65 bis 2,5 Metern. Der jetzt gebohrte längste Abschnitt mit 650 Metern dient künftig auch als Rückstauraum für Oberflächenwasser, das nicht gleich in die Lutter abgeleitet werden kann. Er ersetzt damit das heutige Rückhaltebecken - auch als Schwanenteich bekannt - vor dem Bettenhaus 1. Bisher wird das Oberflächenwasser per Leitung sogar bergauf gepumpt, in Richtung des Baches Lutter nahe des Weender Krankenhauses.

Vor zwei Jahren waren die Pumpen ausgefallen, das Bettenhaus 1 drohte im Keller vollzulaufen. Die Katastrophe konnte verhindert werden.

Das Projekt ist auch ein Vorgriff auf den Klinikum-Neubau. Dann wird der Platz, den der Teich einnimmt, benötigt. Dafür, dass alles funktioniert, sorgen erfahrene Ingenieure aus Baunatal: Das Büro Gajowski hatte bereits die Federführung des Bohr-Einsatzes an der A 7 in Göttingen, als ein Rohr 30 Zentimeter unter der Fahrbahn mit dem Regenwurm-Bohrer verlegt wurde.

Von Thomas Kopietz

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