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Bomben in Göttinger Weststadt werden Ende März 2023 beseitigt

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Von: Raphael Digiacomo

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Der Termin steht: Am Samstag, 25. März 2023, werden die vermutlichen Blindgänger in der Göttinger Weststadt beseitigt. So wird es während der Osterferien zur Evakuierung kommen.

Göttingen – An gleich vier Stellen auf dem Gelände in Göttingen könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Das haben die Messungen der aktuellen Kampfmittelsondierungen in der Weststadt ergeben.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD) wird am Samstag, 25. März 2023, die mutmaßlichen Blindgänger je nach Ergebnis der dann abschließenden Untersuchung entweder entschärfen – oder wieder kontrolliert sprengen.

Göttingen: Blindgänger in der Weststadt werden am 25. März 2023 beseitigt

Die S-Arena und der Skaterpark nahe der Leine in Göttingen.
Kampfmittel-Sondierungen in Göttingen: Am Samstag, 25. März 2023, werden die vermutlichen Blindgänger in der Göttinger Weststadt beseitigt. So wird es während der Osterferien zur Evakuierung kommen. © Stadt Göttingen

Falls gesprengt wird, wird der Zeitpunkt dafür am Einsatztag im städtischen Liveblog sowie über die Warn-App KATWARN bekannt gegeben. Ein Stab der Stadt Göttingen unter Leitung des Ersten Stadtrats Christian Schmetz koordiniert den Einsatz und die dafür notwendigen Vorbereitungen.

Beteiligt daran sind verschiedene Institutionen und Hilfsorganisationen, ohne die ein solcher Einsatz nicht möglich wäre.

1.000-Meter-Radius: Evakuierung für Bombenentschärfung wieder erforderlich

Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, ist für den Einsatz eine Evakuierung im 1.000-Meter-Radius erforderlich. Bis Samstagmorgen, 25. März, voraussichtlich 6 Uhr müssen alle Menschen das Sperrgebiet verlassen haben. Betroffen sind rund 10.000 Anwohnerinnen und Anwohner, Beschäftigte und Hotelgäste.

Die Fachleute können ihre Arbeit an den Fundstellen erst aufnehmen, wenn das Gelände vollständig geräumt ist. Der Evakuierungsradius wird im Großen und Ganzen so liegen wie bei dem Einsatz mit kontrollierter Blindgängersprengung vom 30. Juli 2022.

Mächtiger Knall: Kontrollierte Sprengung von fünf amerikanischen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die als Blindgänger sechs Meter tief im Boden der Göttinger Weststadt lagen. Zuvor waren 78 Container als Schutzwände – auch für die nahe S-Arena (rechts) – aufgestellt worden.
Mächtiger Knall: Kontrollierte Sprengung von fünf amerikanischen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, die als Blindgänger sechs Meter tief im Boden der Göttinger Weststadt lagen. Zuvor waren 78 Container als Schutzwände – auch für die nahe S-Arena (rechts) – aufgestellt worden. © Stadt Göttingen

Wo genau die Ränder des Radius‘ verlaufen, wird aktuell noch festgelegt. Die Stadt gibt den genauen Evakuierungsradius und die Liste der betroffenen Straßen und Hausnummern so bald wie möglich bekannt und veröffentlicht beides im Liveblog.

Blindgänger in der Göttinger Weststadt: Umfassende Vorarbeiten für Bombensicherung geplant

„Wir sind uns bewusst, dass der 25. März am Beginn der Osterferien liegt – mit allen Vor- und Nachteilen, die das für einen solchen Einsatz hat. Nach Abstimmung mit allen Beteiligten ist dieser Termin jedoch den Umständen entsprechend die beste Lösung“, erläutert der Leiter des Einsatzstabes, der Erste Stadtrat Schmetz.

Wir sind uns bewusst, dass der 25. März am Beginn der Osterferien liegt – mit allen Vor- und Nachteilen, die das für einen solchen Einsatz hat.

Göttingens Erster Stadtrat Christian Schmetz

Erforderliche Vorbereitungen in unterschiedlichen Bereichen verlangen ausreichend Zeit. Dazu gehören technische Vorerkundungen, Vorarbeiten für Grundwasserabsenkungen und weitere Maßnahmen unter anderem auch zur Sicherung von Versorgungsleitungen.

Absicherung der Blindgänger-Fundstellen nahe S-Arena und Schützenplatz

Die Fundstellen nahe der S-Arena sind bis zum geplanten Beginn der Grundwasserabsenkung am 5. Januar 2023 zur Sicherheit mit Containern abgedeckt, die teilweise mit Wassersäcken gefüllt sind. So kann die Halle der S-Arena zunächst bis einschließlich 4. Januar 2023 genutzt werden. Das abgesperrte Gebiet darf rund um die Uhr nicht betreten werden.

Mit mehr als 70 Übersee-Containern wird die S-Arena während der Entschärfung geschützt. Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden an fünf Punkten vermutet.
Mit mehr als 70 Übersee-Containern wurde die S-Arena während der vergangenen Entschärfung geschützt. Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden an mehreren Punkten vermutet. © Stefan Rampfel

Das betrifft auch die Skate-Anlage am Schützenplatz. Vor Ort weisen Schilder darauf hin. Ab dem 5. Januar 2023 muss dann auch die S-Arena gesperrt werden. Die Stadt wird gemeinsam mit der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) auf die betroffenen Nutzer der S-Arena zugehen und nach Lösungen suchen.

Anwohner erhalten rechtzeitige und regelmäßige Informationen zum Einsatz

Die Anwohner erhalten – so wie bei den vorangegangenen Einsätzen in diesem und im vergangenen Jahr – rechtzeitig mehrere Wochen vor dem Einsatz per Hauswurfsendung die wichtigsten aktuellen Informationen zur Evakuierung in gebündelter Form. Sie werden, ebenso wie Übersetzungen in mehreren Sprachen, außerdem wieder online im Liveblog verfügbar sein.

Dort können sich Bürger fortlaufend über die Planungen und Entwicklungen informieren. In den Wochen vor dem Einsatz wird außerdem eine Hotline für Fragen von Bürgerinnen und Bürger eingerichtet. Wer jetzt schon Fragen an die Stadt hat, kann sich an das zentrale Mail-Postfach stadt@goettingen.de wenden.

Unterkunft für Evakuierte geplant

Die Stadt Göttingen appelliert an die Anwohner, sich für die Dauer der Evakuierung um eine Bleibe außerhalb des Sperrgebietes zu kümmern. Für alle, denen das nicht möglich ist, bietet die Stadt wieder zentrale Unterkünfte an – wo genau, wird rechtzeitig vor dem Einsatz mitgeteilt.

Für den Transport ist wieder ein Shuttle-Service mit Bussen geplant, ebenso eine Grundversorgung mit Getränken und Essen im Evakuierungszentrum. Haustiere können nach Anmeldung bei der noch einzurichtenden Hotline mitgenommen werden.

Weitere Informationen zum Einsatz finden Sie im Liveblog der Stadt Göttingen. (rdg)

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