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Suche nach im Boden „wandernden“ Bomben: Schützenplatz in Göttingen wird durchlöchert

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Von: Thomas Kopietz

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In Göttingen muss der Schützenplatz mit Bohrungen nach Bomben sondiert werden. 2015 geschah das auf der Fläche der ehemaligen Godehard-Sporthalle.
Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg: In Göttingen muss der Schützenplatz mit 8000 Bohrungen sondiert werden. 2015 geschah das auf der Fläche der ehemaligen Godehard-Sporthalle. © Stefan Rampfel

Liegen unter dem Schützenplatz weitaus mehr Weltkriegsbomben als gedacht? Die Räumexperten werden dort 8000 Bohrungen starten.

Göttingen – Der Schützenplatz rückt noch stärker in den Fokus der Bomben-Experten vom Kampfmittelräumdienst. Dort könnten mehr Blindgänger liegen als bisher angenommen, wie die Stadt am Dienstagnachmittag meldete. Das hat Folgen. Der komplette Schützenplatz muss sondiert werden, auf 20 000 Quadratmeter Fläche - das entspricht knapp drei Fußballfeldern – etwa 8000 Bohrungen bis in acht Meter Tiefe gesetzt werden. Die Arbeiten sollen zügig beginnen.

Damit würden in Göttingen erstmals eine ganze Fläche statt wie bisher einzelne Blindgängerverdachtspunkte sondiert werden. Um die Bohrungen vorzubereiten, ist eine großflächige Entfernung von Gehwegplatten um die Sparkassen-Arena erforderlich. Hinzu kommen Suchschachtungen nach diversen Versorgungsleitungen.

Bomben unter Schützenplatz? Erkenntnisse auch aus neuen Luftbild-Auswertungen

Die Aktion beruht auf neuen Erkenntnissen aus der systematischen Suche und besonders der Auswertung von Luftbildern. Danach rückte der Göttinger Schützenplatz noch stärker in den Fokus der KBD-Experten, wie die Stadt am Dienstagnachmittag mitteilte. Fazit: „Die Erfahrungen der Sondierungen in der Weststadt haben dazu geführt, dass die Luftbildauswertungen im Bereich des Schützenplatzes neu bewertet werden müssen.“

Bomben unter Schützenplatz? Blindgänger können „unterirdisch abgedriftet“ sein

So können Blindgänger nicht nur senkrecht direkt unter den Einschlagpunkten liegen. Sie können aufgrund der Bodenbeschaffenheit „auch unterirdisch abgedriftet sein und mehrere Meter neben den Punkten liegen“.

Um die Sicherheit der Menschen auf diesem, auch durch Veranstaltungen in der S-Arena als Parkplatz wie auch Schützenfeste stark frequentierten Bereich zu gewährleisten, sieht der KBD daher keine andere Möglichkeit, als den kompletten Schützenplatz zu sondieren. So sollen alle mutmaßlichen Blindgänger entdeckt und entfernt werden.

Bomben unter dem Schützenplatz? 700000 Euro zusätzliche Kosten für die Stadt

Die Stadt muss dieses Unterfangen aus Sicherheitsgründen zeitnah angehen. Zunächst ist eine Unterrichtung im Finanzausschuss am Montag, 4. Juli, vorgesehen. Die entstehenden Kosten in von rund 700.000 Euro sollen vom Rat der Stadt bereitgestellt werden. Dann wird ein Zeitplan für das weitere Vorgehen aufgestellt.

Sondierung/Entschärfung weiter für 30./31. Juli geplant

Ende Januar 2021 krachte es in der Weststadt – Stadt Göttingen und Kampfmittelräumdienst Niedersachsen (KBD) machten dort Weltkriegsbomben-Blindgänger durch Sprengung unschädlich. Wem jetzt noch nicht klar ist: Die Gefahr im Boden ist längst nicht gebannt. Für das Wochendende 30./31. Juli hatte die Stadt bereits ohnhin die Untersuchung und eventuelle Entschärfung/Sprengung von möglichen Bomben an der Leine angesetzt. (Thomas Kopietz)

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