Evakuierung startet am frühen Morgen

Bombenentschärfung Göttingen: Aufnahmezentren stehen für Bewohner bereit

Zwischen der St. Godehard-Kirche und der Leine in Göttingen.
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In diesem Bereich zwischen der St. Godehard-Kirche und der Leine in Göttingen werden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Sie müssen entschärft werden. Deshalb werden am letzten Januar-Wochenende etwa 8000 Einwoher aus der Weststadt evakuiert.

Mehrere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg sollen am Samstag und Sonntag, 30. und 31. Januar, in der Göttinger Weststadt entschärft werden.

Göttingen – Deshalb müssen am letzten Januar-Samstag bis 6.30 Uhr etwa 8000 Einwohner in einem 1000-Meter-Radius rund um die Fundstellen zwischen St. Godehard-Kirche und Leine evakuiert werden.

Die Betroffenen können voraussichtlich erst am Sonntag, 31. Januar, in den Morgenstunden wieder in ihre Wohnungen beziehungsweise Häuser zurückkehren. Darauf weist die Göttinger Stadtverwaltung erneut hin. Sie verteilt Anfang kommender Woche Informationsflyer an alle betroffenen Haushalte.

Unterbringung

Viele Einwohner des Gebietes haben sich inzwischen eine eigene Unterkunft gesucht, manche auch ein Zimmer in einem Hotel gebucht oder kommen bei Freunden, Verwandten oder Bekannten unter. Dazu wurden eigens für das Wochenende die Corona-Regeln für die Betroffenen gelockert.

Sonderbusse

Es gibt aber auch viele Einwohner, die auf eines der drei Evakuierungszentren angewiesen sind. Die Fahrt dorthin erfolgt am 30. Januar ab 6 Uhr im 15- beziehungsweise 20-Minuten-Takt mit kostenlosen Bussen der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB). Betroffene erhalten dazu FFP2-Masken. Die ersten Masken werden im Bus verteilt. Für die Fahrt zu den Evakuierungszentren sollte nicht das eigene Auto genutzt werden, weil dort nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Wer auf eine Unterbringung im Evakuierungszentrum angewiesen ist und noch keinen Platz gebucht hat, sollte dies schnellstens unter Tel. 0551/400-4048 nachholen.

Blaue Zone (südwestlicher Bereich): Der Bus ist mit „Evakuierungszentrum – Blaue Zone“ gekennzeichnet und fährt die Haltestellen Königstieg stadteinwärts, Rosmarinweg stadteinwärts, Ersatzhaltestelle Königsallee-West und Ersatzhaltestelle Jheringstraße an. Evakuierungszentrum ist die IGS Geismar, Schulweg 22.

Grüne Zone (nordwestlicher Bereich): Der Bus ist mit „Evakuierungsfahrt – Grüne Zone“ gekennzeichnet und fährt die Haltestellen Elliehäuser Weg stadteinwärts, Ersatzhaltestelle Tulpenweg stadteinwärts, Levinpark stadtauswärts, Rudolf-Winkel-Straße stadtauswärts an. Evakuierungszentrum ist das Felix-Klein-Gymnasium, Böttingerstraße 15.

Rote Zone (östlicher Bereich): Der Bus ist mit „Evakuierungsfahrt – Rote Zone“ gekennzeichnet und fährt folgende Haltestellen an: Ersatzhaltestelle Königsallee Ost, Im Rinschenrott stadteinwärts, Maschmühlenweg stadteinwärts und Hildebrandstraße stadteinwärts. Evakuierungszentrum ist die Zentralmensa, Platz der Göttinger Sieben 4.

Hygiene-Regeln

Die Unterbringung erfolgt nach den geltenden Hygiene-Regeln. In allen Zentren muss darauf geachtet werden, Abstand zu halten und FFP2-Masken zu tragen. In den Evakuierungszentren bekommen die Betroffenen eine Grundversorgung mit Mahlzeiten und Getränken. Haustiere können in einer Transportbox mitgenommen werden, allerdings sind dann auch Futter und Kotbeutel mitzubringen.

Eine Mitnahme exotischer Tiere muss vorab beim Bürgertelefon unter Tel. 0551/400-4048 geklärt werden. Hinweis: Für diesen Sonderfall dürfen Tierpensionen öffnen, um Tiere aus dem Sperrgebiet aufzunehmen.

1250-Meter-Radius

Bewohner im 1250-Meter-Radius rund um den Evakuierungsradius sollten an dem letzten Januar-Wochenende besonders aufmerksam sein. Falls Blindgänger nicht entschärft werden können, müssen sie gesprengt werden – voraussichtlich in der Nacht zum Sonntag.

Dann gibt es vorab Infos, zum Beispiel über die App Katwarn und über die Messengerdienste der Stadt Göttingen. Personen im 1250-Meter-Umkreis sollten zu ihrem eigenen Schutz dann sofort ins Haus gehen und sich nicht in Fensternähe aufhalten.

Weitere Informationen zu der Entschärfungsaktion gibt es im Internet. goe.de/bombenverdacht

Daran sollten Betroffene bei der Evakuierung denken

Wer evakuiert werden muss, sollte an zahlreiche Dinge denken, diese unbedingt einpacken und mitnehmen. Dazu gehören laut Stadtverwaltung Göttingen: Mund-Nasen-Bedeckung, angemessene Kleidung, Ausweis, Geldkarte und wichtige Dokumente (bei Bedarf), Ladekabel fürs Mobiltelefon (eventuell geladene Powerbank), notwendige Medikamente, Hygieneartikel (zum Beispiel Zahnputzzeug oder Windeln fürs Kind), Spezialnahrung oder Babynahrung (bei Bedarf) sowie etwas zur Beschäftigung (zum Beispiel Bücher und Spiele).

Für die Wohnung sollte Folgendes beachtet werden: Alle Fenster „auf Kipp“ stellen. Das ist wichtig, falls Blindgänger gesprengt werden müssen. Das Evakuierungsgebiet wird von der Polizei kontrolliert. Alle Elektro- und Gasgeräte ausschalten (zum Beispiel Herd, Ofen oder Bügeleisen). Alle Kerzen und andere brennende oder glimmende Gegenstände löschen. Wasserhähne zudrehen.

(Bernd Schlegel)

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