Vorbereitungsphase an vier Verdachtspunkten hat begonnen

Bombenentschärfung Göttingen: Container sollen zum Schutz dienen

Aufbau der Container in der Weststadt.
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Aufbau der Container in der Weststadt: Sie sollen die Bereiche um die Punkte, unter denen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden, schützen.

An den vier Punkten, unter denen in der Göttinger Weststadt Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden, hat der Aufbau von Seecontainern begonnen.

Göttingen – Sie sollen der Absicherung der Umgebung bei der eigentlichen Entschärfungsaktion an diesem Wochenende dienen – für den Fall, dass es zu einer Explosion kommt oder Blindgänger kontrolliert gesprengt werden müssen.

Insgesamt werden 72 Container am Leineradweg und in der Pfalz-Grona-Breite aufgebaut. In jedem Container befindet sich ein großer Wassersack mit einem Fassungsvermögen von 24 000 Litern. Das entspricht einer Menge von 160 Badewannen mit einem Inhalt von jeweils 150 Litern. Zum Befüllen ist die Berufsfeuerwehr Göttingen im Einsatz.

Acht Feuerwehrmänner unter der Leitung von Dietmar Gloth sorgen dafür, dass das Wasser mit drei Tragkraftspritzen aus der Leine in die einzelnen Container gepumpt wird. Dazu wurden mehrere B-Schlauchleitungen verlegt.

Etwa 20 Minuten dauert es, bis ein Container befüllt ist. Während das Befüllen unspektakulär verläuft, ist der Aufbau der Container relativ aufwendig. Dafür wird unter anderem ein Autokran eingesetzt.

Erst wenn der jeweils nächste Container passgenau an seinem Platz positioniert ist, kann es mit dem Befüllen weitergehen. Die Container wurden bereits vor einigen Tagen aus Dortmund nach Göttingen gefahren. Vier bis fünfmal im Jahr sind die Mitarbeiter der Containerfirma bundesweit bei Bombenentschärfungen im Einsatz.

Planungen im städtischen Krisenstab laufen seit Oktober vergangenen Jahres

Der Bombenentschärfung an diesem Wochenende ist ein längerer Planungsprozess vorausgegangen. Das macht Christian Schmetz, verantwortlicher Dezernent der Stadt Göttingen, deutlich: „Der Krisenstab läuft seit Oktober 2020 mit Feuerwehr und Ordnungsamt, wir haben weitere Beteiligte hinzugeholt – je nach Bedarf – wie Polizei, Deutsche Bahn, GöVB, THW, Heimaufsicht, Rettungsdienste, Gesundheitsamt, Feuerwehren und andere. Wir von der Stadt und alle Beteiligten hören auf die Experten des Kampfmittelräumdienstes. Sie geben Ablauf und Bedingungen vor. Wir sind zurzeit noch in den Feinplanungen was die Nacharbeiten angeht. So ist die Logistik sehr wichtig, auch wenn gesprengt werden müsste, was die Verfüllung der Löcher angeht. Auch die Frage, was ist, wenn wir Menschen, die dort wohnen längerfristig anderweitig unterbringen müssen. Es gibt vieles zu bedenken. Aufwändig ist auch die Planung für den Umzug der Bewohner im Alten- und Pflegeheim Posthof. Ein Teil der Menschen geht in ein Hotel ein anderer Teil in andere Heime. Auch gilt es abzuarbeiten, welche Fahrzeuge noch in die Sperrzone ein- und ausfahren darf, wie mobile Pflegedienste. Das ist viel Kleinarbeit, die aber Zeit und Mühe kostet.“

(Stefan Rampfel und Thomas Kopietz)

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