Vorläufige Halbjahreswerte

Boom bei Sartorius: Göttinger Unternehmen hebt seine Prognose deutlich an

Sartorius erweitert sein Gelände in Richtung Norden: Zwischen der Otto-Brenner-Straße und dem Autobahnzubringer entsteht ein neuer Werksteil. In der Bildmitte ist der Sartorius-Campus zu sehen.
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Sartorius erweitert sein Gelände in Richtung Norden: Zwischen der Otto-Brenner-Straße und dem Autobahnzubringer entsteht ein neuer Werksteil. In der Bildmitte ist der Sartorius-Campus zu sehen. (Luftbild)

Sartorius boomt! Das weltweit operierende Unternehmen aus Göttingen hebt sein Jahresziel erneut, und zwar deutlich an. So wird ein Umsatzwachstum bis zum Jahresende von etwa 45 Prozent erwartet. Die bisherige Prognose lautete 35 Prozent.

Göttingen – Genährt werden diese Zahlen von vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2021 – und zudem klareren Aussichten für das zweite Halbjahr 2021.

Bis Juni 2021 geht das Unternehmen nun sogar von einem Umsatzwachstum in konstanten Wechselkursen von rund 60 Prozent bei einer operativen Gewinnmarge EBITDA1 von etwas mehr als 34 Prozent aus. Diese Marge soll dann auch am Ende des Jahres erreicht werden, bisher war man von etwa 32 Prozent ausgegangen), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt.

Bisher hatte man bei Sartorius noch vorsichtig optimistisch geplant. Grund waren Unsicherheiten aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie mit möglichen vielfältigen Auswirkungen in verschiedenen Ländern – von Lockdown bis Lieferkettenproblemen, was Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg auch in der Hauptversammlung der AG gesagt hatte.

Für die Sparte Bioprocess Solutions wird fürs erste Halbjahr ein Anstieg der Erlöse um rund 63 Prozent bei einer operativen EBITDA-Marge1 von 36,0 Prozent bis 36,5 Prozent erwartet. Für die Sparte Lab Products & Services prognostiziert man eine Umsatzsteigerung um etwa 52 Prozent bei einer operativen EBITDA-Marge1 von 26,0 Prozent bis 26,5 Prozent.

Die starke Entwicklung sei von beiden Sparten und allen Regionen – also den Märkten weltweit – getragen. Basis dafür sei ein kontinuierlich starker Auftragseingang sowie die stabilen Lieferketten und erweiterten Produktionskapazitäten.

Daran wird weiter geschraubt. In Göttingen entstehen gerade neue Gebäude für die Produktion, auf einem Areal zwischen Sartorius-Campus und dem Autobahnzubringer/Bundesstraße 27.

Die erwarteten Jahreszahlen teilen sich für die beiden großen Sparten wie folgt auf: Bioprocess Solutions: Umsatzplus etwa 50 Prozent (bisher rund 40 Prozent) und EBITDA-Marge1 36 Prozent (bisher etwa 34 Prozent).

Lab Products & Services: Umsatzwachstum 30 Prozent (bisher rund 20 Prozent) Gewinnmarge 26 Prozent (bisher etwa 24 Prozent).

Aber: Ein paar Fragezeichen bleiben, denn die Pandemie erschwert weiterhin die Voraussagen. Die Unsicherheiten seien größer als in normalen Jahren, heißt es bei Sartorius. Zugrunde gelegt wird insbesondere, dass Logistikketten stabil und Produktionslinien in Betrieb bleiben.

Deshalb bleibt man bei Sartorius auf dem Teppich und hebt die im Januar aktualisierten Mittelfristziele bis 2025 nicht an. Die offiziellen Halbjahreszahlen werden am 21. Juli veröffentlicht.

Der Kurs der Sartorius Vorzugsaktie stieg am Dienstag zunächst von 468 Euro bis auf 471,35 Euro, um am Nachmittag bei 464,10 zu landen. Zwischenzeitlich ging es – scheinbar nach Gewinnrealisierungen – runter bis auf 455,05 Euro. Sartorius ist damit im Moment etwa 32 Milliarden Euro wert. (Thomas Kopietz)

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