Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien

Bosch will sein Göttinger Werk an Batterie-Hersteller aus China abgeben

Das Göttinger Bosch-Werk aus der Luft: Es soll an ein chinesisches Unternehmen gehen.
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Das Göttinger Bosch-Werk aus der Luft: Es soll an ein chinesisches Unternehmen gehen. (Archivbild)

Die anstehende Umstellung vom Verbrenner zum elektrischen Antrieb in der Automobilindustrie hat Auswirkungen auf Südniedersachsen. Bosch gibt offenbar seinen Göttinger Standort an den chinesischen Batterie-Hersteller Gotion High-Tech ab.

Göttingen – Das Werk in Göttingen hat etwa 300 Beschäftigte. Gotion High-Tech ist der drittgrößten chinesische Hersteller von Batterien und Energieübertragungssystemen. In Göttingen könnte eine Montage von Lithium-Ionen-Batterien entstehen. Nach Medienberichten haben Bosch und das chinesische Unternehmen schon eine Vereinbarung unterzeichnet. Jetzt fehlt noch unter anderem die Genehmigung der Kartellbehörden. Informationen über einen Kaufpreis gibt es nicht. Aus gut informierter Quelle war zu hören, dass nach den derzeitigen Planungen mit der Übernahme durch den chinesischen Investor keine Stellen wegfallen sollen. Einen genauen Termin für die Übernahme des Göttinger Werkes gibt es derzeit noch nicht.

In Göttingen sortiert Bosch gebrauchte Ersatzteile, um sie anschließend wiederverwenden zu können. „Gotion High-Tech ist ein etablierter Batteriehersteller, der weltweites Wachstum anstrebt und mit dieser Übernahme seinen ersten Standort in Europa gründet“, wird Manfred Baden, Bereichsvorstand Bosch Automotive Aftermarket, zitiert. Damit dünnt Bosch sein Produktionsnetz weiter aus. Das Unternehmen überprüft vor allem kleinere Standorte, die Teile für Verbrennungsmotoren fertigen. So steht nach Informationen des Münchner Merkurs ein Standort in der bayerischen Landeshauptstadt auf der Kippe.

Um den Göttinger Bosch-Standort hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Wirbel gegeben. So hatten mehrere Mitarbeiter erfolgreich geklagt, die im Zuge einer Umstrukturierung ihre Kündigung erhalten hatten. 2017 hatten Bosch, IG Metall und Betriebsrat nach langen Verhandlungen eine Vereinbarung über die Neuausrichtung des Göttinger Standorts abgeschlossen.

Diese sah vor, dass die Instandsetzung von Startern und Generatoren nach Osteuropa verlegt wird. Der Standort Göttingen soll stattdessen vor allem als Industriedienstleister auftreten. Aufgrund der Produktionsverlagerung sollten insgesamt 158 Stellen damals wegfallen.

Bosch hatte sich damals verpflichtet bis 2022 mindestens zehn Millionen Euro für Innovation und Qualifikation am Standort Göttingen zu investieren. (Bernd Schlegel)

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