Botanischer Garten: Victoria-Seerose blüht 2016 nicht in Göttingen

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Brache im Alten Botanischen Garten der Universität Göttingen an der Unteren Karspüle : Auf der Freifläche standen bis Oktober die abgerissenen Gewächshäuser - auch das Victoria-Haus mit der gleichnamigen Seerose. Vorne:die Büste des Botanischen-Garten-Gründers Albrecht von Haller

Göttingen. Im Oktober hat die Universität fünf marode Gewächshäuser im Alten Botanischen Garten abreißen lassen. Ersatz ist noch nicht in Sicht. Das hat auch Konsequenzen für Besucher, die in diesem Jahr auf ein Naturschauspiel verzichten müssen: die blühende Riesen-Seerose Victoria.

Das Victoria-Haus mit dem großen Becken, in dem die Seerose prächtig gedeihen, blühen und riesige Blätter – bis zu 1,80 Meter im Durchmesser – entwickeln konnte, gibt es nicht mehr. Im Oktober waren die insgesamt fünf maroden und energiefressenden Treibhäuser, in denen vor allem Jungpflanzen gezogen wurden, abgerissen worden. Die prächtige Victoria-Seerose wurde vorher geborgen und andernorts eingelagert.

Die Blüte jedenfalls wird in diesem Sommer nicht in Göttingen zu sehen sein und sie wird dann nicht bis zu 5000 Besucher anlocken, die sonst kamen, um das Naturschauspiel zu bewundern. „Sie benötigt ein eigenes Gewächshaus und lässt sich nicht nebenbei kultivieren“, teilt Uni-Pressesprecher Romas Bielke auf HNA-Anfrage mit.

Weitere Pflanzen aus den abgerissenen Gewächshäusern in Göttingen wurden ausquartiert und in anderen Botanischen Gärten untergebracht – so auch in Berlin. Stecklinge können zwar weiter in Göttingen gehalten werden, aber ebenfalls nicht auf Dauer.

Andere geeignete Möglichkeiten der Unterbringung gebe es leider nicht, da zur Pflege der Pflanzen erfahrene Gärtner notwendig sind, die nur im Alten Botanischen Garten zur Verfügung stehen, teilt die Universität mit.

Was die Konzeption und den Bau neuer Gewächshäuser angeht, gibt es noch nichts Neues: „Die Pläne für mögliche Neubauten befinden sich zurzeit noch im Anfangsstadium“, sagt Romas Bielke. „Wir diskutieren im Moment erste mögliche Konzepte.“ Daran beteiligt seien Mitarbeiter des Alten Botanischen Gartens, des Gebäudemanagements der Universität, der Zentralen Kustodie sowie das Präsidium der Universität.

Wann neue Gewächshäuser entstehen und die Königin der Seerosen, Victoria, mit ihren Riesenblättern, die sogar Babys trugen, wieder dort einziehen könnte – diese Frage kann Sprecher Bielke noch nicht beantworten.

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