Mordkommission ermittelt

Brand in Wohnhaus: Mann stirbt durch Gewalttat - Verdächtiger schweigt weiter

Siegel der Polizei: Es klebte an der Haustür des Hauses, in dem der 59-Jährige getötet wurde.
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Siegel der Polizei: Es klebte an der Haustür des Hauses, in dem der 59-Jährige getötet wurde.

Bei einem Brand in Göttingen findet die Polizei einen leblosen Mann. Nun sind neue Details bekannt. Der 59-Jährige wurde Opfer eines Verbrechens. Der Verdächtige schweigt weiter.

Update vom 17.05.2021, 17.25 Uhr: Nach dem gewaltsamen Tod eines 59-jährigen Göttingers dauern die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft an. Der 27-jährige Tatverdächtige schweigt weiterhin zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor.

Das sagte Oberstaatsanwalt Andreas Buick, Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Der 27-jährige Sohn des Opfers sei weiterhin dringend tatverdächtig. Der 59-Jährige starb durch massive Gewalteinwirkungen gegen den Oberkörper, wie die Obduktion ergab.

Gewalttat in Göttingen: 15-köpfige Mordkommission

Der genaue Tathergang wird von der Polizei aktuell noch ermittelt. Die Polizeiinspektion Göttingen hatte dazu eine 15-köpfige Mordkommission ins Leben gerufen – wir berichteten. Der 27-Jährige war laut Staatsanwaltschaft erst im Januar wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung vom Amtsgericht Göttingen zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Gewalttat in Göttingen: Ermittlungen werden wohl länger dauern

Im Haus des Opfers auf dem Hagenberg hatte es am vergangenen Mittwoch gebrannt. Deshalb war die Feuerwehr gerufen worden, die den 59-Jährigen fand. Dabei waren auch zwei Benzinkanister gefunden worden. Welche Rolle sie gespielt haben, wird nach Polizeiangaben ebenfalls noch geprüft. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Ermittlungen in diesem Fall noch „einige Monate“ in Anspruch nehmen werden.

Hintergrund: Unterschied zwischen Totschlag und Mord

Mord und Totschlag sind zwei der bekanntesten Tötungsdelikte des Strafgesetzbuches. Wird ein Täter wegen Mordes verurteilt, so müssen sogenannte Mordmerkmale erfüllt sein, zu denen Habgier, Mordlust oder Heimtücke gehören. Nach dem Strafgesetzbuch wird ein Täter, der einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, als Totschläger mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft – in besonders schweren Fällen zu lebenslanger Freiheitsstrafe. (bsc)

Update vom Freitag, 14.05.2021, 13.50 Uhr: Göttingen - Dramatische Wendung im Fall des Wohnungsbrandes, bei dem am Mittwoch (12.05.2021) ein 59-Jähriger starb. Inzwischen ist klar: Der Mann wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Das ergaben Ermittlungen der Polizei.

Dringend tatverdächtig ist offenbar der 27-jährige Sohn des Opfers. Der mutmaßliche und polizeibekannte Täter war am Himmelfahrtstag in Göttingen festgenommen worden und wurde am Freitag einem Richter vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erließ.

Gewalttat in Göttingen: Gewalteinwirkungen gegen Oberkörper

Das 59-jährige Opfer war nach der Tat obduziert worden. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann durch massive Gewalteinwirkungen gegen den Oberkörper starb. Genauere Details wollte die Polizei aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht mitteilen. Um den Fall weiter aufzuklären, wurde inzwischen eine 15-köpfige Mordkommission ins Leben gerufen. Das Motiv der Tat soll laut Polizei nach ersten Erkenntnissen offenbar im innerfamiliären Bereich liegen.

Gewalttat in Göttingen: Opfer galt als lebenslustig

Das Opfer galt in der Nachbarschaft als lebenslustig und war auch in der Gemeinschaft engagiert. Deshalb stieß die Nachricht vom plötzlichen Tod des Mannes auf große Trauer, als die Nachricht von einer Gewalttat die Runde machte. Am beziehungsweise im Haus waren am Mittwoch zwei Benzinkanister gefunden worden.

Damit könnte zur Vertuschung der Straftat Feuer gelegt worden sein. Die Feuerwehr hatte aus dem Haus eine Schlange und zwei Schildkröten gerettet – wir berichteten. Schon bei den ersten Ermittlungen der Beamten am Mittwoch war ein erster Verdacht aufgekommen, dass es sich um ein Tötungsdelikt handeln könnte.

Das Wohnhaus, in dem das Opfer lebte, ist in einer ruhigen Wohngegend auf dem Göttinger Hagenberg zu finden. Vor dem Haus am Buchenweg stand am Freitag in den Mittagsstunden eine Blume zum Gedenken. Außerdem war auf dem Schloss der Haustür ein Polizeisiegel zu finden. Ein Paketbote wollte am Mittag eine Sendung abgeben. Er musste unverrichteter Dinge wieder fahren.

Gewalttat in Göttingen: Anwohner hatten Feuerwehr alarmiert

Update vom Donnerstag, 13.05.2021, 10.20 Uhr: Göttingen - Ein Brand in einer Doppelhaushälfte am Hagenberg in Göttingen hat am Mittwoch (12.05.2021) ein Todesopfer gefordert. Anwohner hatten gegen 14.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert.

Einsatz am Hagenberg: Ein Mann kam bei einem Feuer in einem Haus ums Leben. Er starb durch eine Gewalttat

Bei dem Opfer handelt es sich nach Polizeiangaben um den 59 Jahre alten Bewohner des Hauses. Ein Notarzt habe nur noch den Tod des Mannes feststellen können. Warum das Feuer in der Doppelhaushälfte ausbrach, ist laut Polizei weiterhin unklar. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern an.

Brand in Göttingen: Einsatzkräfte finden leblosen Mann

Erstmeldung vom Mitwoch, 12.05.2021, 16.45 Uhr: Göttingen – In Göttingen kam es zum Brand eines Wohnhauses. Die Einsatzkräfte fanden einen Mann leblos in einer Doppelhaushälfte im Buchenweg vor. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.

Tierexperte vor Ort: Aus dem Haus wurden Schildkröten und eine Schlange gerettet.

Die Anwohner waren auf das Feuer durch einen ausgelösten Rauchmelder aufmerksam geworden. Außerdem roch es offenbar nach Qualm. Beim Eintreffen der Feuerwehrleute brannte es noch im Flur. Die Ursache für das Feuer ist bislang noch unklar. Im Eingangsbereich standen nach Informationen dieser Zeitung zwei Benzinkanister.

Das Haus war beim Eintreffen der Feuerwehr komplett verschlossen und alle Rollläden unten. Die Feuerwehr fand zudem eine Schlange und mehrere Schildkröten, die gerettet wurden. Dazu war ein Reptilienexperte alarmiert worden, der sich um die Tiere kümmerte.

Brand in Wohnhaus fordert Todesopfer: Feuerwehr rettet Schildkröten und Schlange

Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen
Ein Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen hat am Mittwoch (12.05.2021) ein Todesopfer gefordert. Anwohner hatten gegen 14.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert. © Stefan Rampfel
Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen
Ein Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen hat am Mittwoch (12.05.2021) ein Todesopfer gefordert. Anwohner hatten gegen 14.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert. © Stefan Rampfel
Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen
Ein Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen hat am Mittwoch (12.05.2021) ein Todesopfer gefordert. Anwohner hatten gegen 14.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert. © Stefan Rampfel
Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen
Ein Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen hat am Mittwoch (12.05.2021) ein Todesopfer gefordert. Anwohner hatten gegen 14.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert. © Stefan Rampfel
Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen
Ein Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen hat am Mittwoch (12.05.2021) ein Todesopfer gefordert. Anwohner hatten gegen 14.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert. © Stefan Rampfel
Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen
Ein Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen hat am Mittwoch (12.05.2021) ein Todesopfer gefordert. Anwohner hatten gegen 14.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert. © Stefan Rampfel
Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen
Ein Wohnungsbrand am Hagenberg in Göttingen hat am Mittwoch (12.05.2021) ein Todesopfer gefordert. Anwohner hatten gegen 14.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert. © Stefan Rampfel

Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr sowie die Freiwillige Feuerwehr Holtensen. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern an. (Stefan Rampfel und Bernd Schlegel) 2021 kam es in Göttingen auch zu einem Brand in einem Rewe-Supermarkt, welcher evakuiert werden musste.

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