Probleme in Südniedersachsen

Brandanschläge auf die Bahn: Verspätungen und Zugausfälle

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Brandanschlag: Ein Servicetechniker der Deutschen Bahn war am Samstag nach einem Feuer in einem Kabelschacht entlang einer Bahnlinie in Bremen mit der Reparatur einiger verschmorter Leitungen beschäftigt. Unbekannte hatten hier die Abdeckung (verdeckt durch die Schottersteine) entfernt und in dem Kabelschacht Feuer gelegt. Dadurch kam es zu einer Unterbrechung des Zugverkehrs.

Göttingen/Hamburg. Unbekannte haben am Samstag Brandanschläge auf Kabelschächte der Deutschen Bahn verübt. Das wirbelt den Fahrplan in Südniedersachsen neben dem Streik zusätzlich durcheinander. Es gibt Verspätungen von bis zu drei Stunden und Zugausfälle.

In Bad Bevensen zwischen Hamburg und Hannover setzten die Unbekannten am Samstag in den Morgenstunden zwei Kabelschächte in Brand. Dazu hatte sie die etwa 15 Kilogramm schweren Betonplatten entfernt. In Bremen entfernten die Täter die Betonplatten an zehn Stellen und legten anschließend Feuer. Auch in Karstädt bei Wittenberge in Brandenburg gab es Anschläge auf Kabelschächte.

„Die Auswirkungen sind erheblich“, sagte eine Bahnsprecherin. Neben den defekten Stellwerken ist auch der Funkverkehr zu den Zügen ausgefallen. Die Lokführer müssen zum Teil auf Sicht fahren. Deshalb wird auch nach dem Ende des Streiks der Lokführergewerkschaft GDL am Samstagabend weiterhin der Ersatzfahrplan in Norddeutschland gelten. Voraussichtlich erst ab Sonntagabend werden die Regional- und Fernzüge wieder normal rollen.

Anschläge auf die Bahn gab es in der Vergangenheit immer wieder, zuletzt am 1. Mai auf der Strecke zwischen Berlin und Potsdam. Damals bekannten sich Linksextreme zu der Tat. Die Hintergründe der jüngsten Attacken auf die Bahn sind noch unklar.

Aktualisiert um 13.19 Uhr

Die Bundespolizei in Hannover will einen Zusammenhang zwischen den Taten in Bremen und Niedersachsen zumindest nicht ausschließen. „Es wäre schon sehr merkwürdig, wenn die nicht zusammenhängen würden“, sagte Sprecherin Sandra Perlebach in Hannover. An beiden Orten legten die Brandstifter zwischen 5 und 6 Uhr das Feuer. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Wie die Täter die Anschläge verübt haben, konnte die Sprecherin jedoch noch nicht sagen. „Wir sind ganz am Anfang der Ermittlungen.“

In Brandenburg verwendeten die Täter Brandbeschleuniger, um die Kabel anzuzünden. Im Vergleich zu Bremen und Niedersachsen hielt sich der Schaden jedoch in Grenzen. Als ein Techniker der Bahn gegen 6 Uhr an der Brandstelle eingetroffen sei, seien die Flammen schon aus gewesen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Berlin. Er hält einen Zusammenhang mit den Vorfällen in Norddeutschland für wahrscheinlich. Folgen für die Reisenden gab es rund um Wittenberge kaum: Die Züge einer Privatbahn konnten weiterhin auf der Strecke fahren, allerdings mit verringerter Geschwindigkeit.

Durch die Anschläge kommt den neben den Streiks zu Zugausfällen und zusätzlichen Verspätungen von bis zu drei Stunden. Andere Züge werden umgeleitet. So hat der ICE, der um 10.17 Uhr von Göttingen nach Zürich fahren sollte, 180 Minuten Verspätung. Er wird nur bis Frankfurt am Main fahren. (lni/bsc)

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