Kinderportät aus dem 18. Jahrhundert restauriert

Fielmann-Gründer unterstützt ab sofort das Städtische Museum Göttingen

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Mit Unterstützung von Brillen-Unternehmer Günther Fielmann wurde dieses Bild aus dem Jahr 1732 restauriert: (von links) Fielmann-Auszubildende Melina Kliebisch, Kunsthistoriker Jürgen Ostwald, Diplom-Restauratorin Viola Bothmann, Museums-Chef Dr. Ernst Böhme und Andrea Rechenberg, Kuratorin des Städtischen Museums. 

Viele kennen Fielmann als größte Brillen-Kette Europas. Doch Gründer Günther Fielmann ist auch Kunstmäzen. Ab sofort unterstützt er auch das Städtische Museum Göttingen.

In dieser Woche wurde ein erstes Bild vorgestellt, das mit finanzieller Unterstützung der Fielmann AG restauriert wurde. Kunsthistoriker Jürgen Ostwald war bei einem Besuch in Göttingen auf das Museum aufmerksam geworden und mit Leiter Dr. Ernst Böhme ins Gespräch gekommen. 

Dem Museum bei der Restaurierung von Kunstwerken helfen

Ostwald, der in Medienberichten auch schon als „Jäger der verlorenen Schätze“ bezeichnet wurde, wälzt im Auftrag von Kunstmäzen Fielmann Ausstellungskataloge und reist durch ganz Deutschland – immer auf der Suche nach Kunstschätzen für Museen.

Nach einem Gespräch zwischen Ostwald und Böhme war klar: Dem Museum in der Uni-Stadt kann bei der Restaurierung von Kunstobjekten geholfen werden. „Das ist eine tolle Unterstützung für uns“, freut sich Museums-Chef Böhme.

Das Kinderporträt wurde beim Ausräumen gefunden

Zum Auftakt wurde ein Kinderporträt aus dem Jahr 1732 ausgesucht. Es stand im Magazin des Museums, war beim Ausräumen gefunden worden und stark beschädigt. Die Leinwand wellte sich, und die Farbe löste sich in Schollen ab.

Diplom-Restauratorin Viola Bothmann nahm sich des Bildes, das 85 Zentimeter breit und 1,04 Meter hoch ist, an und restaurierte es zwischen Oktober 2018 und Februar 2019. Unter anderem wurden der Firnis entfernt und Fehlstellen ausgebessert. Außerdem besserte die Expertin die Leinwand des Kunstwerks aus.

Schließlich brachte Restauratorin Bothmann das Bild wieder auf seinem Original-Spannrahmen auf. Über die Kosten für das Sanierungsprojekt war nichts genaues zu erfahren. Nur soviel: einige tausend Euro.

Die Herkunft des Porträts konnte nicht geklärt werden

Allerdings konnte trotz intensiver Quellensuche die Herkunft des Kunstwerks nicht geklärt werden. Es könnte in Zusammenhang mit der Uni-Gründung nach Göttingen gelangt sein. Auch die Signatur des Bildes konnte nicht identifiziert werden. Leider brachten Infrarotaufnahmen in Kassel ebenfalls keine weiteren Erkenntnisse.

Allerdings wird das Bild auch weiterhin nicht für die Öffentlichkeit zu sehen sein, denn es fehlen geeignete Räume zur Präsentation. Museums-Chef Böhme hofft deshalb, dass die Sanierung des Museums doch noch bald vorangeht.

Ein weiteres Objekt, dessen Restaurierung von Mäzen Fielmann unterstützt wird, wurde bereits ausgesucht. Um welches Kunstwerk es sich handelt, wurde aber noch nicht verraten. 

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