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Göttingens Oberbürgermeisterin Broistedt: „Lasst uns gemeinsam Energie sparen“

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Von: Thomas Kopietz

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Über den Dächern Göttingens: Oberbürgermeisterin Petra Broistedt verliert in Krisen nicht den Humor. Jetzt aber verlangt die Energiekrise Einschnitte.
Über den Dächern Göttingens: Oberbürgermeisterin Petra Broistedt verliert in Krisen nicht den Humor. Jetzt aber verlangt die Energiekrise Einschnitte. © Melanie Zimmermann

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt ruft zum Einsparen von Energie auf. Gleichzeitig kündigt die Verwaltungschefin konkrete Programme an.

Göttingen - Krisenmanagerin: Das ist die treffende Zweitberufsbezeichnung für das, was Petra Broistedt seit ihrem beruflichen Umzug nach Göttingen 2016 – es war der zweite nach einer Zwischenstation von 2008 bis 2012 als stellvertretenden Leitung Fachbereich Jugend, getan hat. Dann wurde sie als Sozial-/Kulturdezernentin mit der Corona-Pandemie konfrontiert, nun der Ukraine-Krieg samt Energie-Knappheit.

„Ja, es mangelt nicht an Herausforderungen und deshalb trifft es diese Bezeichnung ganz gut“, sagt Broistedt, die das Wort Krise auch fortschreibt: „Pandemie, Ukrainekrieg und Energielage, der Bausektor - wie in anderen Städten auch steht in Göttingen richtig viel auf der To-do-Liste“.

Die Oberbürgermeisterin hat derzeit vieles im Blick, wenn Sie darüber spricht, dann zeichnen sich auch leichte (Sorgen-)Falten auf der Stirn ab: Wir bereiten uns jetzt bestmöglich vor, damit die Menschen gut durch den Winter kommen. Energiesparen und Hilfeleistungen werden dabei immer gemeinsam gedacht“, sagt sie. Vorschläge, wie die Teilschließung Badeparadies Eiswiese liegen auf dem Tisch und finden sich in Ausschussunterlagen (wir berichteten).

„Wir gehen davon aus, dass wir ein Energie-Sparprogramm und ein -unterstützungsprogramm realisieren“, sagt Broistedt, die durchaus mit intensiven Diskussionen zu den Verwaltungsvorschlägen rechnet. „Es wird sicherlich auch Ratsanträge dazu geben.

Die studierte Sozialpädagogin Petra Broistedt denkt dabei auch an Unterstützungsprogramme und -möglichkeiten. Das große Paket ist nun von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. „Der Staat greift den Menschen, die es dringend benötigen, unter die Arme. Niemand wird im Stich gelassen.“

Für die einstige Sozialdezernentin ist eines unabdingbar: Die Hilfen, – auch für die Kommunen und die Menschen, müssten direkt ankommen, der Aufwand über Anträge müsse so gering wie möglich gehalten werden. „Wir brauchen jetzt kein Bürokratiemonster.“

Unstrittig ist für die SPD-Oberbürgermeisterin die vornehmliche Aufgabe der Stadtverwaltung: „Wir müssen dazu sorgen, dass die Menschen nicht frieren.“ Erstes Gebot sei deshalb: „Lasst uns gemeinsam sparen. Alles, was wir jetzt im frühen Herbst sparen, wo es zudem einfacher ist, hilft, die Gasspeicher aufzufüllen und damit besser über den Winter zu kommen.“ Auch in der Verwaltung und den teilweise alten, energieschluckenden öffentlichen Gebäuden werde man alle Sparmöglichkeiten ausloten, kündigt die Verwaltungschefin an.

Denn: Das Problem Energieknappheit und -verfügbarkeit werde sich nicht mit dem kommenden Winter erledigen, so Broistedt. Danach dürfte es nämlich schwer werden, die im Winter geleerten Speicher wieder aufzufüllen. „Ich erwarte, dass der Winter 2023/24 eine noch größere Herausforderung als 22/23 wird.“ Es bleibe zu hoffen, dass es nun einen Winter ohne klirrende Kälte gebe.

Klar sei auch: Das Tochterunternehmen Stadtwerke wird auf Dauer Gas viel teurer einkaufen müssen, „denn Gas zum Beispiel aus Norwegen ist nun mal teurer als Gas aus Russland“. Auch diese Mehrkosten müssten ausgeglichen werden, blickt Petra Broistedt voraus, die auch weiterhin im Krisenmodus agieren wird – als Krisenmanagerin. (Thomas Kopietz)

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