Dezernentin gewinnt gegen Fraktionschef Wedrins

Petra Broistedt steht für SPD im Startblock zur Oberbürgermeisterwahl in Göttingen

Petra Broistedt bei der Online-Vorstellung vor SPD-Mitgliedern in Göttingen. Sie steht vor einem großen SPD-Logo und bewirbt sich um das Amt als Oberbürgermeisterin in Göttingen.
+
Hat viele SPD-Mitglieder überzeugt: Die Göttinger Sozialdemokraten wählten Petra Broistedt zur Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl im September.

Die Wahl der Göttinger SPD des Oberbürgermeisterkandidaten ist entschieden – es wird eine Kandidatin: Petra Broistedt gewann gegen Tom Wedrins und tritt an.

Göttingen - Die Dezernentin für Soziales und Kultur der Stadt Göttingen gewann die (Brief-)Wahl unter den Göttinger SPD-Mitgliedern deutlich gegen Tom Wedrins mit 262 gegen 159 Stimmen, was etwa einem Verhältnis von 60 zu 40 Prozent entspricht. Die Wahlbeteiligung lag bei 40 Prozent.

SPD-Stadtverbandsvorsitzende Insa Wiethaup ist sich sicher, dass die SPD damit eine gute Wahl getroffen hat: „Mit Petra Broistedt haben wir nun eine Kandidatin, die lange Erfahrungen in der politischen Verwaltung von Kommunen sammeln konnte.“

„Ich bin glücklich und stolz zur Kandidatin der SPD für das Amt der Oberbürgermeisterin gewählt worden zu sein und danke allen ganz herzlich, die mir Ihr Vertrauen geschenkt haben, sagte Petra Broistedt in einer ersten Rektion. Besonders erfreulich für sie sei auch der ausgesprochen faire, ja freundschaftliche interne Wettstreit mit ihrem Konkurrenten Tom Wedrins gewesen, sagte sie auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir beide haben gezeigt, dass ein Auswahlverfahren auch ohne den Einsatz von Ellenbogen laufen kann.“

Vor der Bekanntgabe des Resultats sei sie sehr gespannt gewesen, weil der Ausgang der Briefwahl für sie nicht vorhersehbar war. „Ich hatte die Rückmeldungen einiger Parteimitglieder, dass sie mich unterstützen werden. Ich wusste aber nicht, wer mich nicht unterstützen wollte – diese hört man ja vorher nicht.“ Am Sonntag zeigte sie sich gelöst und glücklich über ein Ergebnis, dass sie beeindruckt habe.

Auch Tom Wedrins bedankte sich für das faire Verfahren bei der Kandidatenauswahl: „Jetzt kommt es darauf an, dass die SPD geschlossen und entschlossen einen druckvollen Wahlkampf führt.“

Der wird nun umgehend beginnen, wie Petra Broistedt sagt. Sie werde ihr kleines Wahlkampfteam noch ein wenig aufstocken, sich schon in der kommenden Woche mit dem Parteivorstand abstimmen und dann mit dem Wahlkampf beginnen, in dem sie besonders mit den Themen Soziales und Wohnungsbau, Bildung, Arbeit und Wissenschaft, Klimaschutz und Verkehrswende punkten will. Die Soziale Gerechtigkeit soll im Mittelpunkt stehen.

Broistedt kündigt auch an, strikt zwischen offiziellen dienstlichen Terminen als Dezernentin und Wahlkampfterminen zu trennen. „Alles andere würde mir auf die Füße fallen.“ Gleichwohl wisse sie, dass sie „schon einen kleinen Startvorteil“ gegenüber ihren Konkurrenten habe.

Es wird also ein Dreikampf mit zwei Frauen und einem Mann. Doreen Fragel ist von den Grünen nominiert worden. Ehsan Kangarani möchte für die CDU den Amtsinhaber Rolf-Georg Köhler (SPD) ablösen, der aus Altersgründen nicht mehr kandidiert.

Petra Broistedt jedenfalls hat sich festgelegt, welches Geschlecht zum Zuge kommen sollte: „Es wird Zeit für eine Frau an der Spitze des Rathauses.“ Dass sie dabei an die eigene Person denkt, ist ihr nicht zu verdenken. Thomas Kopietz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.