Göttinger Industriegebiet

Brückenschlag bei Evotec im Göttinger Science-Park

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Verbindung hergestellt: Im Göttinger Science-Park nahe dem Autobahnzubringer B 27 hat d as Pharma-Unternehmen Evotec eine Brücke zwischen Neu- und Altbau erhalten.

Auf den Millimeter genau haben Mitarbeiter der sächsischen Walther-Technik GmbH eine gut 18 Tonnen schwere Brücke in Göttingen gesetzt.

Sie verbindet den im Bau befindlichen Science-Park V an der Marie-Curie-Straße mit Gebäudeteil III.

„Mit Führungsseilen sicherten acht Kollegen die 21,50 Meter lange und 2,40 breite Brücke“, berichtet Andreas Schellenberg, der bei Walther-Technik den Bereich Stahlbau leitet. Ein 140-Tonnen-Kran hob die Konstruktion vorsichtig zwischen die beiden Klinkermauern. Walther-Technik hatte den Kran am Vortag noch kurzfristig organisieren müssen, da die eigentlich vorgesehene Firma ausfiel. Gerade einmal anderthalb Zentimeter war auf beiden Seiten Platz. Die Brücke war punktgenau zu setzen, um sie auf der einen Seite mit vier Schrauben befestigen zu können. Auf der anderen Seite liegt sie nur auf, damit der Stahl bei Temperaturschwankungen arbeiten kann. 35 Minuten benötigten die Arbeiter für die Aufgabe.

„Die Brücke wird nun mit einer Aluminium-Glas-Fassade verkleidet“, führt Schellenberg aus. In Betrieb genommen wird sie bei Eröffnung des Neubaus im Juni. „Unsere Mitarbeiter können dann mit ihren Laborwagen wettergeschützt von einem Gebäudeteil in den anderen gelangen“, erklärt Evotec-Standortleiter Uwe Andag. Die Biotech-Firma wachse „dyamisch“ und benötige zusätzliche Flächen im Neubau. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Mitarbeiter um 50 auf nun gut 200 Kollegen gestiegen. Dieses Jahr könnten weitere 50 Beschäftigte dazukommen. Dann werde es bereits wieder eng. Deshalb würde einer der Container, in dem Kollegen seit Monaten arbeiteten, wohl stehen bleiben.

„Wir überprüfen für Pharmakonzerne innerhalb einer Woche einige tausend potentieller Wirkstoffe zur Behandlung etwa von Diabetes, Nieren- oder Leberkrankungen“, führt Andag aus. Methoden der Bioinformatik und der Künstlichen Intelligenz machten das möglich. Die grundlegenden Ideen dazu stammten vom Göttinger Nobelpreisträgers Manfred Eigen, der 2019 gestorben sei. Die Pharmaindustrie übernehme die vielversprechendsten Wirkstoff-Kandidaten zu Beginn der Klinischen Phase.

Entstanden ist der Göttinger Standort des Hamburger Unternehmens aus der Develogen AG. Sie zog 1999 in den Science-Park, den die städtische Wirtschaftsföderungesgesellschaft GWG betreibt, sagt GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe. Develogen hat schwierige Zeiten durchlebt, in denen die Zahl der Mitarbeiter von mehr als 100 auf 25 Personen sank. „Seit Evotec das Unternehmen 2010 übernommen hat, geht es kontinuierlich bergauf“, berichtet Andag.

Von Michael Caspar

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