Edith-Stein-Preis

Buergenthal spendet sein Preisgeld für die Stadtbibliothek Göttingen

Stadtbibliothek Göttingen im Thomas-Buergenthal-Haus. tko123
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Die Stadtbibliothek: Das gespendete Preisgeld soll unter anderem für den Bestandsausbau der fremdsprachigen Literatur der Bibliothek verwendet werden.

Der US-amerikanische Holocaust-Überlebende und Träger des Edith-Stein-Preises 2019, Thomas Buergenthal, hat sein Preisgeld von 5000 Euro dem Förder- und Freundeskreis der Stadtbibliothek Göttingen gespendet.

Diese ist im seit 2008 so benannten Thomas-Buergenthal-Haus in der Innenstadt nahe der Johannis-Kirche untergebracht.

Das Geld soll unter anderem für den Bestandsausbau der fremdsprachigen Literatur der Bibliothek verwendet werden, wie die Stadt Göttingen am Samstag mitteilte.

Der 1934 geborene Buergenthal ist der vermutlich jüngste Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz. Dorthin sei er im August 1944 mit seinen Eltern deportiert worden, hieß es. Er überlebte im Alter von zehn Jahren den Marsch durch klirrende Winterkälte ins Konzentrationslager Sachsenhausen, verlor dabei Vater, Großeltern sowie Tante und Onkel.

Holocaust-Überlebender Thomas Buergenthal

Seine Geschichte erzählt Buergenthal in seiner Autobiografie „Ein Glückskind. Wie ein kleiner Junge zwei Ghettos, Auschwitz und den Todesmarsch überlebte und ein zweites Leben fand“. Nach seiner Schulzeit in Göttingen wanderte Buergenthal in die USA aus und wurde Jurist. Im Zentrum seiner Arbeit als Professor, Mitglied einer Wahrheitskommission, Richter und Autor standen und stehen die Menschenrechte, hieß es weiter. Für diesen Einsatz erhielt er im vergangenen Jahr den Edith-Stein-Preis.

Den Edith-Stein-Preis 2019 nahm Dr. Robert Buergenthal (Mitte) stellvertretend für seinen Vater Prof. Dr. Thomas Buergenthal im Alten Rathaus entgegen, von links Dr. Mary Heidhues (Ehrenvorsitzende des Edith-Stein-Kreises), Dechant Wigbert Schwarze, Robert Buergenthal, Gabriele Braun (stellvertretende Vorsitzende des Kreises) und Heiner J. Willen (Vorsitzender des Kreises).

Der alle zwei Jahre vergebene Preis erinnert an das Wirken der Philosophin und Frauenrechtlerin Edith Stein (1891-1942), die von 1913 bis 1916 in Göttingen lebte, vom Judentum zum Katholizismus konvertierte und in Auschwitz ermordet wurde. In der katholischen Kirche wird sie als Märtyrin verehrt und in der evangelischen Kirche als Glaubenszeugin geachtet. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1998 heilig. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten, Initiativen oder Institutionen gewürdigt, die sich durch soziales, politischen und gesellschaftlichen Engagement besonders ausgezeichnet haben.

Übrigens: Wegen der Corona-Krise kann das umfangreiche Online-Angebot der Bibliothek bis Ende Juni befristet kostenlos genutzt werden. Weitere Infos können hier abgerufen werden. epd/tko/bsc

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