Innenstadthändler bereiten sich vor

Bummel ohne Weihnachtsmarkt wegen der Corona-Pandemie

Ein Bild aus guter Vorzeit: Der Weihnachtsmarkt in Göttingen, den es in diesem Jahr nicht geben wird. Er ist auch ein Magnet für Besucher und Kunden der Innenstadt.
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Ein Bild aus guter Vorzeit: Der Weihnachtsmarkt in Göttingen, den es in diesem Jahr nicht geben wird. Er ist auch ein Magnet für Besucher und Kunden der Innenstadt.

Nicht nur Restaurants und Cafe‘s bleiben bis Weihnachten zu, auch der Weihnachtsmarkt – „die“ Attraktion der Innenstadt – findet aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt.

Göttingen – „Das Einkaufserlebnis fällt weg.“ Susanne Heller fasst in einem Satz prägnant zusammen, was auf Käufer und Händler in der Göttinger Innenstadt ab dem kommenden ersten langen Samstag und bis zum Heiligen Abend zukommt. Die Gründe liegen für die Vorsitzende des Vereins Pro City auf der Hand: Restaurants und Cafe´s bleiben bis Weihnachten zu, zudem fehle in diesem Jahr „die“ Attraktion in der Innenstadt. „Der Weihnachtsmarkt ist der Magnet“, sagt Susanne Heller, die nur wenige Meter entfernt vom diesmal verwaisten Veranstaltungsort um das Alte Rathaus ihr Bettenfachgeschäft betreibt.

Strahlt Optimismus aus: Susanne Heller ist Vorsitzende des Vereins Pro City.

Wie sich der Weihnachtsmarkt auf die Umsätze der Händler in der Stadt auswirkt, das sei schwer zu beziffern. Aber er bereichere die City, locke Besucher an – und die kämen oft wieder, auch zum Einkaufen.

Heller sieht „ihre“ Altstadt als eine gemeinsame Kaufzone. Und in diese werden in den nächsten vier Wochen „dennoch viele Menschen kommen und in den Geschäften einkaufen“, schaut Heller durchaus optimistisch voraus in einer wenig Zuversicht spendenden Zeit.

Die Erfahrung im zweiten, nun leicht abgeschwächten aber gestern Abend verlängerten Lockdown sei für die Innenstadtakteure nicht zu verallgemeinern. „Manche sind sehr stark betroffen von Umsatzeinbußen, so wie die Lokale, die Hotels, Händler für Oberbekleidung und andere sind weniger betroffen, wie zum Beispiel Buchläden, Möbel- und Deko-Geschäfte, Sportartikelgeschäfte.“

Weihnachtsbeleuchtung und geschmückte Schaufenster

Ein Ansturm von Käufern und das Weihnachtserlebnis suchenden Besuchern wird es also nicht geben. Viele Geschäftsleute aber bereiten sich trotzdem vor – so auch Susanne Heller. „Viele Schaufenster sind wunderbar geschmückt, wir haben eine Beleuchtung in den Straßen, das ist wunderbar.“

Auch die Kirchen öffnen an diesem Wochenende zum Erleben besonderer Momente. Generell bewertet die Pro-City-Vorsitzende das Einkaufen in den Geschäften als sicher. „Wir halten die Hygiene- und Abstandsregeln ein – und das tun die Kunden auch, sie sind sehr diszipliniert, müssen kaum auf die Masken- und Abstandspflicht hingewiesen werden.“

Beratung und Service böte man ohnehin in den Geschäften der City. Und das sieht Heller immer noch als großen Vorteil im Vergleich zum Einkauf per Klick in Internetshops.

Diese Vorweihnachtszeit jedenfalls wünschen sich Susanne Heller und ihre Pro-City-Mitstreiter nicht noch einmal. Nicht nur die Innenstadt-Händler hoffen 2021 auf den bunten, belebten Weihnachtsmarkt mit Glühwein und Bratwurst und das ungetrübte Einkaufserlebnis, das 2020 nur ein Traum bleiben wird. (tko)

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