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Bundestagsabgeordneter Andreas Philippi (SPD): Nah an der Macht und am Patienten

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Von: Thomas Kopietz

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Soll neuer Gesundheits- und Sozialminister in Niedersachsen werden: Dr. Andreas Philippi (SPD) aus Herzberg sitzt seit November 2021 im Bundestag. Ein Büro hat er auch im SPD-Haus in Göttingen.
Klare Kante für die SPD: Dr. Andreas Philippi (SPD) aus Herzberg sitzt seit November 2021 im Bundestag und arbeitet trotzdem weiterhin als Chirurg in Herzberg. Ein Büro hat er auch im SPD-Haus in Göttingen. © SPD/nh

Andreas Philippi ist als Mediziner gefragt: Sowohl als Chirurg in Herzberg, sowie im Bundestag als Experte mit direkter Nähe zur Praxis.

Göttingen – Vor gut einem Jahr, im Oktober 2021, hat sich das Leben des Kommunalpolitikers und Mediziners Dr. Andreas Philippi massiv verändert: Als Gewinner im Wahlkreis Göttingen zog er für die SPD in den Deutschen Bundestag ein. Arbeitsplatz fortan: Berlin und Herzberg. Denn seinen Job als Chirurgen hat Philippi nicht aufgegeben, steht weiter im Operationssaal, wenn in Berlin keine Sitzungswoche ist.

„Ich wollte das so. Und es klappt“, erzählt Philippi. In Berlin ist er ruckzuck angekommen. Eine Eingewöhnungs- oder gar Schonzeit gab es für ihn und die anderen neuen Parlamentarier nicht – ebenso wenig für die Mitglieder der neuen Rot-grün-gelben-Regierung, die sofort in den Krisen-Kriegsmodus umschalten musste.

„Das war heftig und intensiv“, sagt Philippi – „aber auch hochinteressant, so schnell und direkt bei Entscheidungen dabei zu sein.“

Wunsch wurde Wirklichkeit: Mitglied im Gesundheitschausschuss

Ein Wunsch ist für den Mediziner Philippi sofort in Erfüllung gegangen. Er sitzt im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, ein Experte, der auch noch voll im Beruf steht, den direkten Einblick in den Zustand des Gesundheitssystems sowohl aus Arzt-, als auch aus Patientensicht hat. Das ist gefragt, auch bei Bundesgesundheitsminister und Parteikollegen Dr. Karl Lauterbach.

Beteiligt an Reformen der Gesundheitsgesetze und zur Krankenhausfinanzierung

Beteiligt war Andreas Philippi so auch direkt an den maßgeblichen Entwicklungen für neue und generalüberholte Gesundheitsgesetze. Kein Wunder, so steht er hinter diesen Entwürfen, die öffentlich für Diskussionen gesorgt haben. Das vom Parlament beschlossene „Krankenhauspflegeentlastungsgesetz“ begrüßt er ausdrücklich, es sei ein „erster, wichtiger Schritt zu einer umfassenden Reform der Krankenhausversorgung“.

Konkret werde damit das System der Fallpauschalen (DRG), über die Leistungen in den Krankenhäusern honoriert werden, nachgebessert. „Das System hat in der Praxis einige Nachteile mit sich gebracht“, weiß der Praktiker Philippi. Damit habe der Anreiz besonders für manche Kliniken bestanden, zunächst „lukrative Behandlungen“ zu absolvieren.

Mit der Folge, dass „unrentable Abteilungen in der Kinderheilkunde, Pädiatrie, und der Geburtshilfe vielerorts geschlossen wurden – ein unhaltbarer Zustand“, sagt Philippi, den es aber freut, dass nun mehr Geld, auch feste Budgets, in die Kinderheilkunde samt Geburtshilfe fließen.

Philippi: Weg vom nachteiligen System der Fallpauschalen bei der Krankenhausfinanzierung

Gut findet er auch die neuen Hybrid-DRG´s: Bestimmte Operationen, die nur in Krankenhäusern vorgenommen werden konnten, können nun ambulant in qualifizierten Arztpraxen laufen. Eine Übernachtung nach der OP in der Klinik entfalle.

Das spare Geld für das Gesundheitssystem, entlaste die Pflegekräfte der Nachtschicht und die Patienten können schnell wieder nach Hause. Es sei aber noch mehr nötig, um das Gesundheitssystem zu modernisieren, die personelle und finanzielle Lage der Krankenhäuser, auch die Situation der Mitarbeiter, besonders in der Pflege zu verbessern.

Weiter ehrenamtlich beim DRK engagiert

Andreas Philippi will trotz der Belastung auch weiterhin ein volksnaher Vertreter für die Region sein – ganz gemäß seines Wahlspruchs („Verbindung schafft Vertrauen“), den er auch weiter auf seiner Homepage führt. Ehrenamtlich engagiert bleibt er weiter, so beim DRK.

Starker Mann der SPD in Südniedersachsen

In der SPD ist der 57-Jährige zum starken Mann in Südniedersachsen geworden, führt seit 2022 den SPD-Unterbezirk Göttingen. Als solcher hat ihm das Ergebnis der Landtagswahl 2022, mit dem Verlust des Sieg-Abos im Wahlkreis Göttingen an die Grünen gar nicht gepasst.

Das habe man kritisch analysiert und diskutiert. Andreas Philippi, sagt es nicht so deutlich, aber dem Zuhörer ist klar: Eine erneute Niederlage bei der nächsten Landtagswahl würde den Herzberger mit engen Verbindungen zu Göttingen hart treffen.

Philippi ist Chirurg aus Leidenschaft

Im Berliner Bundestag übrigens sitzt der 57-Jährige auch noch als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien sowie im Verteidigungsausschuss. Ein Gremium, das seit 2022 massiv an Bedeutung gewonnen hat und dem Abgeordneten hochgradig spannende Einblicke liefert.

Andreas Philippi ist also angekommen in Berlin, hat die Herausforderung gemeistert, in die großen Fußstapfen des 2020 verstorbenen und bundesweit angesehenen Thomas Oppermann zu treten. Und der Chirurg Philippi steht weiter im Operationssaal. Mit Leidenschaft. (Thomas Kopietz)

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