Tim Neu teilt sich Wissenschaftspreis über 10.000 Euro mit Potsdamer Politikwissenschaftler

Bundestagspreis für Göttinger Historiker

Imposanter Neubau: Das Kulturwissenschaftliches Zentrum in der Nähe des Zentral-Campus. Der Neubau kostete 25 Millionen Euro und beherbergt auch das Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, aus dem jetzt Tim Neu geehrt wird. Foto: Kopietz

Göttingen. Der Göttinger Historiker Dr. Tim Neu erhält den Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestags. Neu teilt sich den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preis mit einem Politikwissenschaftler der Universität Potsdam.

Der Forscher aus dem Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen wird den Preis am Mittwoch 10. Juni, im Reichstagsgebäude in Berlin aus den Händen von Bundestagspräsident Norbert Lammert erhalten.

Hintergrund ist seine Dissertation mit dem Titel „Die Erschaffung der landständischen Verfassung: Kreativität, Heuchelei und Repräsentation in Hessen (1509 bis 1655)“. Die Jury hebt hervor, dass es Neu in „glänzender Weise“ verstanden habe, den Wurzeln des deutschen Parlamentarismus nachzugehen und unter Bezugnahme auf aktuelle kultur- und sozialwissenschaftliche Theorien für unser Verständnis von parlamentarischem Handeln wichtige Themen anzusprechen.

Tim Neu, Jahrgang 1979, studierte Geschichte, Philosophie und Erziehungswissenschaft in Bonn und Münster; an der Universität Münster wurde er 2011 promoviert. Seit 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der Frühen Neuzeit sowie die Verfassungs- und Ständegeschichte.

Aktuell forscht er mit einem Stipendium des Deutschen Historischen Instituts London in britischen Archiven zur politischen Ökonomie des British Empire.

Für seine 2013 publizierte Dissertation erhielt er im vergangenen Jahr bereits den Forschungspreis des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine.

Der Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestags wird alle zwei Jahre verliehen. Mit ihm werden hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die zur Beschäftigung mit Fragen des Parlamentarismus anregen und zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beitragen, gewürdigt. (pug/tko)

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