Fest Buntes Göttingen

Ein farbenprächtiges Spektakel auf dem Marktplatz

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Beschwingt und mit Lebensfreude: Die Gruppe Nuestra América begeisterte das Publikum mit Tanz und Musik aus Lateinamerika.  

Göttingen. Mit dem Fest Buntes Göttingen präsentierte sich die Uni-Stadt am Samstag im dritten Jahr in Folge als vielfältige, weltoffene und tolerante – bunte – Stadt.

34 Organisationen, Institutionen, Initiativen, Vereine und Verbände von Amnesty International bis zum Tamilischen Integrationsverein, vom Kulturzentrum Musa bis zum SC Hainberg waren der Einladung der Stadt gefolgt, um vor dem Alten Rathaus unter dem Motto „Buntes Göttingen“ für Demokratie und Toleranz zu werben.

34 Gruppen beteiligt

Auf der großen Bühne luden Gruppen und Künstler wie Nuestra America, die African Culture Group, die Deutsch-Russische Gesellschaft, die Groove-Company oder der Chor der Kreuzkirchgemeinde „CrossSing“ mit vielfältigen Darbietungen zu einer Reise um die Welt ein.

Aktionen und Workshops luden zum Mitmachen ein und an allen Ecken und Enden gab es kulinarische Leckereien aus fremden Ländern zu kosten. Im Anschluss an das Fest hatten Interessierte noch die Möglichkeit, sich in einem Erzählcafé intensiv mit dem Thema Alltagsrassismus auseinanderzusetzen.

Markante Köhler-Rede

„Göttingen ist weltoffen und vielfältig, Gewalt und Intoleranz sind hier unerwünscht“, betonte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) in seiner Eröffnungsrede. Mit dem Fest, das vom Rat der Stadt ins Leben gerufen wurde, wolle Göttingen zeigen, „dass eine sich wandelnde Gesellschaft auch Chancen bietet“. Natürlich sei der Kampf gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus fordernd. „Und die Worte von Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil, Deutschland habe ein Problem mit Rassismus, machen mir Angst“, sagte der Oberbürgermeister. In Göttingen aber habe Rassismus keinen Platz.

Flüchtlinge sind Nachbarn von morgen

„Viele Flüchtlinge von heute sind unsere Nachbarn von morgen“, mahnte Köhler zu noch mehr Toleranz, „auch wenn der Prozess der Integration langwierig ist“. Wichtig sei es, miteinander zu reden. Gespräche könnten schließlich Brücken bauen. „Es gibt Menschen, die das nicht wollen, die auf den Zug der Populisten aufspringen, aber gegen dieses Denken bin ich allergisch“, sagte Köhler in seiner starken Rede.

Flüchtlinge protestieren

Bei all der Vielfältigkeit und der insgesamt ausgezeichneten Stimmung auf dem Marktplatz gab es aber auch Kritik. Mitglieder des neu gegründeten Flüchtlings-Cafés Göttingen äußerten ihre Zweifel daran, dass die Stadt tatsächlich so tolerant ist, wie es das Fest zeigen sollte.

Auf selbst gemalten Plakaten forderten sie „ein abschiebefreies Göttingen“ und „ein selbst bestimmtes Leben“. Ihren Wunsch nach Schließung der umstrittenen Flüchtlingsunterkunft auf der Groner Siekhöhe untermauerten sie mit der Forderung „Nachbarschaft statt Auslagerung“. (per)

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