Drei Männer in Haft

Metall-Diebstahl im großen Stil: Polizei gelingt Schlag gegen rumänische Bande

Buntmetall: Auf diese Beute hatte es eine Bande bei ihren Raubzügen durch mehrere Bundesländern abgesehen. Foto: dpa

Göttingen/Hildesheim. Polizei und Staatsanwaltschaft ist ein Schlag gegen eine rumänische Einbrecherbande gelungen, die auf Buntmetall, zum Beispiel Kupfer, spezialisiert war. Die Beute hat einen Gesamtwert von etwa 500.000 Euro. Drei Männer im Alter zwischen 21 und 33 Jahren sitzen in Haft.

An den Ermittlungen waren die Staatsanwaltschaft Hildesheim und die Zentrale Kriminalinspektion der Polizeidirektion Göttingen, die ebenfalls in Hildesheim ihren Sitz hat, beteiligt. Ausgangspunkt war ein Einbruch im Mai in eine metallverarbeitende Firma in Delligsen im Landkreis Holzminden. Dabei erbeutete die Gruppe etwa sechs Tonnen Bronze im Wert von über 100.000 Euro. Die bisher ermittelten Tatorte sind in Delligsen, Rhüden, Northeim, Hildesheim, Wolfsburg, Bovenden, Lamspringe, Wolfenbüttel und Helmstedt in Niedersachsen sowie in Sachsen, Thüringen und Brandenburg zu finden.

Durch umfangreiche Ermittlungen geriet die rumänische Bande ins Visier der Fahnder. Hierbei erhärtete sich zunehmend der Verdacht, dass die Gruppe in unterschiedlichen Besetzungen von April bis August von Leipzig für insgesamt 18 Firmeneinbrüche in den umliegenden Bundesländern verantwortlich ist und dabei wiederholt Buntmetall im Tonnenbereich entwendet hat. Die Täter nahmen teilweise eine Anreise von über 200 Kilometer zu den Tatorten in Kauf.

Dabei gingen die Täter regelmäßig nach dem gleichen Muster vor: Nach dem Durchtrennen der Außenzäune wurden Fenster, Türen, und Tore zu den Firmengebäuden der Betriebe aufgehebelt und zerstört. In den Hallen überklebten oder zerstörten sie vorhandene Überwachungskameras. Alarmanlagen wurden durch das Abschalten der zentralen Stromversorgung außer Betrieb gesetzt.

Nach dem Öffnen von Hallentoren fuhren die Täter mit ihren Fahrzeugen vor und entwendeten die Buntmetalle. Die Beute wurde unmittelbar nach der Rückkehr der Gruppe an einen Schrottverwertungsbetrieb im Bereich Leipzig verkauft.

Nachdem die Bande ihr Hauptquartier zwischenzeitlich nach Erlensee bei Hanau verlegt hatte, wurden drei Bandenmitglieder dort festgenommen. Danach gab es Durchsuchungen von Wohnungen und Garagen in Erlensee und Leipzig sowie auf dem Firmengelände des Schrottverwertungsbetriebes in Leipzig. Dabei wurden Beweise und Diebesgut sichergestellt. Dabei handelte es sich unter anderem um einen PC, drei Laptops, acht Handys, Autositze, Einbruchswerkzeug, Elektrowerkzeuge, Täterbekleidung sowie einen vier Jahre alten BMW X1 im Wert von etwa 20.000 Euro. Außerdem stellte die Polizei etwa 41.000 Euro sicher.

Nach Erkenntnissen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Thüringen agiert die Bande mindestens seit Herbst 2013 im Deutschland. Die Ermittlungen sowie gegen weitere Bandenmitglieder dauern an. (bsc)

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