Burschenschaftler schoss mit Druckluftwaffe auf Studentenwohnheim

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Studentenwohnheim in der Innenstadt: In der Bühlstraße 28 hat die Wohnrauminitiative Göttingen ihren Sitz. Das Haus wurde von einem Mitglied einer Burschenschaft mit Druckluft-Projektilen beschossen.

Göttingen. Das Haus der Wohnrauminitiative Göttingen in der Bühlstraße 28 ist am Sonntagnachmittag mit einer Druckluftwaffe beschossen worden. Menschen wurden nicht verletzt.

Die Polizei hat einen 21-Jährigen verhört, der die Schüsse mit einer Waffe abgegeben hatte. Der Schütze gehört der Burschenschaft Germania an. Er hatte mit zwei Druckluftwaffen auf das schräg gegenüberliegende Haus der Wohnrauminitiative Göttingen geschossen.

Nach Schilderungen von Mitgliedern der Wohnrauminitiative sei von dem Schützen durch ein offen stehendes Fenster im Erdgeschoss auf die im Raum befindlichen Personen gezielt worden, niemand wurde getroffen.

Polizeisprecher Joachim Lüther bestätigte am Montag auf Anfrage der HNA die entsprechende Mitteilung der Wohnrauminitiative.

Bei den Schüssen auf das selbst verwaltete Wohnheim sei niemand verletzt worden. Die Polizei war gegen 16.45 Uhr zu dem Wohnheim gerufen worden. Beamte stellten die Personalien des Schützen fest und stellten zwei Soft-Air-Waffen, die mit Druckluft Kugelprojektile aus Kunststoff verschießen, sicher.

Die Wohnrauminitiative teilte in einer Presseerklärung mit, dass es schon mehrere Übergriffe von Verbindungsstudenten gegenüber der Wohnrauminitiative gegeben habe: das seien Diebstahl, Sachbeschädigungen, Körperverletzung und Beleidigungen gewesen. Die Polizei nahm die Personalien des Mannes auf und ermittelt nun gegen ihn wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung.

Erst am Dienstag war ein Mitglied der Wohnrauminitiative tagsüber in der Theaterstraße durch Mitglieder der Studentenverbindung Landsmannschaft Verdensia angegriffen worden. Er wurde schwer am Knie verletzt. Der Mann ist weiterhin in ärztlicher Behandlung.

Die Konflikte zwischen Burschenschaften und Wohnrauminitiative bestehen seit längerem. Die Vorkommnisse in den vergangenen Tagen aber erreichen eine neue Qualität der Auseinandersetzung.

„Inwieweit die Vorfälle zusammenhängen, muss erst noch untersucht werden“, sagt Polizeisprecher Joachim Lüther am Montagmorgen.

Das sagt die Burschenschaft Germania

Der Mieter war kein Mitglied mehr Die Burschenschaft Germania Göttingen distanziert sich nach den Vorfällen von dem Mieter, der die Schüsse auf die Mitglieder der Wohnrauminitiative abgegeben hat. „Vor drei Wochen wurde wegen Unstimmigkeiten die Mitgliedschaft beendet. Bis zum Semesterende hätte er noch wohnen können, jetzt muss er die Wohnung vorzeitig räumen“, erklärte Sebastian Fischer. Fischer äußerte auch, dass sich zur Tatzeit zwei Personen in dem Zimmer im Studentenwohnheim Albert Schweitzer aufgehalten hätten. Die Polizei habe das Verfahren aber nur gegen einen aufgenommen. Er betont außerdem, dass die Burschenschaft seit ihrer Gründung Gewalt ablehne.

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