Göttinger Symphonie Orchester

Nicholas Milton bleibt Chefdirigent beim Göttinger Symphonie Orchester

Stabübergabe bei der Geschäftsführung des Göttinger Symphonie Orchesters: (von links) Frank Wiegelmann, Nicholas Milton, Sascha John und Alexander Busche.
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Stabübergabe bei der Geschäftsführung des Göttinger Symphonie Orchesters: (von links) Frank Wiegelmann, Nicholas Milton, Sascha John und Alexander Busche.

Der Berliner Kultur- und Medienmanager Alexander Busche übernimmt ab November die Geschäftsführung des Göttinger Symphonie Orchester (GSO). Das hat der Aufsichtsratsvorsitzende, Sascha John, mitgeteilt. Außerdem hat der Aufsichtsrat den Vertrag des Künstlerischen Leiters und Chefdirigenten, Nicholas Milton, bis Juli 2027 verlängert.

Göttingen – „Fast 50 Bewerber um die Geschäftsführerstelle hatten wir“, berichtete John. Viele Selbstständige hätten offenbar während der Covid-19-Pandemie „den sicheren Hafen“ gesucht, den die Anstellung bei einer Institution in öffentlicher Trägerschaft bietet. Busche habe sich in den „sehr aufwändigen Bewerbungsverfahren“ durchgesetzt, weil er „das Business“ beherrsche, die Klassikbranche gut kenne und eine „unfassbare Begeisterung“ für das GSO zeige.

Der gebürtige Detmolder war unter anderem vier Jahre lang bei den Bayreuther Festspielen tätig, zuletzt als persönlicher PR-Manager von Katharina Wagner, der künstlerischen Leiterin und Geschäftsführerin. Später arbeitete der Theatermanager bei den Tiroler Festspielen Erl in der Geschäftsführung verantwortlich mit. Seit 2017 ist Busche Produzent bei Sony Classical. Er wolle sich, kündigte der neue Geschäftsführer an, für mehr Konzerte in der Region einsetzen und Klassik, etwa durch Nächte der Filmmusik, breiteren Bevölkerungskreisen näher bringen.

Busche folgt auf Frank Wiegelmann. Der kaufmännische Vorstand der Stadtwerke Göttingen hat das Amt Anfang des Jahres kommissarisch übernommen. „Unglaublich schnell“ habe sich Wiegelmann in die Materie eingearbeit, lobte der Aufsichtsratsvorsitzende. Von Anfang an habe er das Gespräch mit dem Orchester und dem Bertriebsrat gesucht und das GSO „bravourös“ durch die schwierige Coronazeit gesteuert.

„Ich kann meinem Nachfolger ein solide aufgestelltes Haus übergeben“, erklärte Wiegelmann. Zwar ständen dem Orchester aktuell bei „annähernd gleichen Kosten“ nur 20 Prozent der Einnahmen aus Eintrittsgeldern zur Verfügung. Doch die Zuwendungen der drei Träger – Stadt und Landkreis Göttingen sowie das Land Niedersachsen – sorgten dafür, dass das Orchester „wirtschaftlich sehr gesund“ sei. Wiegelmann sprang zu Jahresbeginn ein, als der damalige Geschäftsführer nach wenigen Monaten „aus persönlichen Gründen“ wieder ging.

Freundliche Worte fand der Aufsichtsratsvorsitzende auch für den künstlerischen Leiter. Milton habe es als Nachfolger eines „in Göttingen sehr beliebten Dirigenten“ geschafft, die Herzen des Publikums zu erobern. „Fast schon irritierend“ sei es, wie geschlossen das Orchester hinter seinem Dirigenten stehe.

Milton habe zudem immer die Zahlen im Blick. Der gebürtige Australier erwiderte, dass er beim GSO ein „künstlerisches Zuhause“ gefunden habe. Gemeinsam mit Busche schwärmte er von der „Leidenschaft und Spielfreude“ des Orchesters, aber auch der Treue der Göttinger zu ihren Musikern. (Michael Caspar)

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