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Hohe Bußgelder für Missachtung der Sperrzone bei Bombenentschärfung in Göttingen

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Von: Bernd Schlegel

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Kontrollierte Sprengung der ersten drei der fünf Blindgängern in der Göttinger Weststadt am letzten Juli-Wochenende: Wegen der Entschärfung war eine Sperrzone eingerichtet worden, die fünf Menschen missachteten. Sie sollen nun bezahlen. Deshalb wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet.
Kontrollierte Sprengung der ersten drei der fünf Blindgängern in der Göttinger Weststadt am letzten Juli-Wochenende: Wegen der Entschärfung war eine Sperrzone eingerichtet worden, die fünf Menschen missachteten. Sie sollen nun bezahlen. Deshalb wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. © Stadt Göttingen/nh

Massive Missachtung der Sperrzone während der Bombenentschärfung in Göttingen wird einem Quintett vorgeworfen. Sie sollen nun hohe Bußgelder zahlen.

Göttingen – Wegen Missachtung der Sperrzone bei der Sprengung der fünf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg am letzten Juli-Wochenende in Göttingen soll gegen fünf Personen jeweils ein Bußgeld verhängt werden. Es bewegt sich zwischen 1000 und 3000 Euro pro Person.

Bußgelder für Missachtung der Sperrzone: Duo kam in Gewahrsam

Bislang wurden der Stadt von der Polizeiinspektion Göttingen fünf Personen gemeldet, die gegen die Evakuierungspflicht verstoßen hatten. Die Bußgelder liegen in einem Fall bei 1000 Euro, in drei Fällen bei jeweils 2000 Euro und in einem weiteren Fall bei 3000 Euro. Die fünf Personen hatten das Evakuierungsgebiet nur mit „Zwang verlassen“ beziehungsweise mehrfach versucht, das Gebiet gewaltsam wieder zu betreten. Zwei Betroffene hatte die Polizei deshalb bis zum Ende des Einsatzes des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Gewahrsam genommen.

Etwa 10.000 Menschen waren am Samstag, 30. Juli, wegen der Kampfmittelräumung in der Weststadt aufgefordert worden, ihre Wohnung beziehungsweise ihren Arbeitsplatz bis 6 Uhr zu verlassen. Diese Pflicht galt für alle, die sich in einem Radius von 1000 Metern rund um die Bombenfunde aufhielten.

Bußgelder für Missachtung der Sperrzone: Verfahren ist eingeleitet

Für die Dauer des Einsatzes des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen (KBD) durfte das Areal auch nicht wieder betreten werden. Trotz vielfacher Hinweise auf die Evakuierungspflicht gab es ein paar wenige Menschen, die diese Pflicht missachteten und entweder das Gebiet nicht verlassen oder es wieder betreten wollten. Gegen sie hat die Stadt deshalb das Bußgeldverfahren eingeleitet.

„Die Sicherheit der Menschen in unserer Stadt steht bei den Kampfmittelsondierungen an erster Stelle“, unterstreicht Göttingens Erster Stadtrat Christian Schmetz. Unter seiner Leitung hatte der städtische Einsatzstab gemeinsam mit dem KBD die Aktion monatelang vorbereitet. „Deshalb verstehen wir auch keinen Spaß, wenn Einzelne meinen, sich und andere einem erhöhten Risiko aussetzen zu können und beispielsweise gegen die Evakuierungspflicht zu verstoßen. Hinzu kommt, dass so ein Verhalten die Arbeit des KBD immer wieder unterbricht; der Einsatz wird dadurch unnötig in die Länge gezogen.“

Bußgelder für Missachtung der Sperrzone: Zivilrechtliche Schritte denkbar

Schon im Vorfeld der Bombenentschärfung hatte die Stadt darauf aufmerksam gemacht, dass sie bei Missachtung der Sperrzone ein Bußgeld verhängen könne. Auch seien zivilrechtliche Schritte denkbar, hieß es in der Woche vor der Evakuierungsaktion.

Unterdessen geht das große Aufräumen rund um die Explosionsstellen weiter. So sollen ab dem heutigen Donnerstag die im Boden entstandenen „Krater“ verfüllt werden. Dazu arbeiten die Göttinger Entsorgungsbetriebe, die Stadtwerke, die Göttinger Sport und Freizeit GmbH und die Stadt Göttingen zusammen und teilen sich nach Angaben der Verwaltung die Kosten.

Bußgelder für Missachtung der Sperrzone: Arbeiten dauern an.

Die jetzt Bauarbeiten an der S-Arena dauern noch einige Zeit an und sollen zum Beginn der Heizperiode abgeschlossen sein. Dann muss nämlich die dort befindliche Gashochdruckleitung, die derzeit außer Betrieb ist, wieder in Betrieb sein. Nach Abschluss des Projekts wird auch die temporäre Baustraße über die Skater-Anlage entfernt.

Mit Blick auf den weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes bleibt laut Stadtverwaltung die Sperrung der Godehardstraße weiterhin bestehen. (Bernd Schlegel)

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