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Deutsch lernen im Sprach-Camp: Ferienangebot für 26 Kinder aus zehn Ländern

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Von: Michael Caspar

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Sprach-Camp-Schüler, Betreuer, Oberbürgermeisterin Petra Broistedt und Ministerin Daniela Behrens.
Suchten das Gespräch mit Sprach-Camp-Schülern und deren Betreuern: Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (hinten, links) und Ministerin Daniela Behrens (hinten, 2.v.l.). © Michael Caspar

Bei einem Sprach-Camp in Göttingen verbessern 26 Schüler aus 10 Ländern ihr Deutsch. Das Feriengebot findet um Ostern am Max-Planck-Gymnasium statt.

Göttingen – In einem Sprach-Camp in Göttingen verbessern 26 Schüler aus zehn Staaten ihre Deutschkenntnisse. Es findet während der Osterferien () im Max-Planck-Gymnasium statt. „Ferien sind für diese Jugendlichen eigentlich Gift“, meint Lehrer Claas Dörnte. Zwei Sprachlernklassen für jeweils bis zu 16 Schüler gibt es am Standort Albanikirchhof 7 des Gymnasiums.

Dort lernen Kinder, die im Laufe eines Schuljahrs aus dem Ausland nach Göttingen kommen, Deutsch. Manche Geflüchtete haben noch nie eine Schule von innen gesehen. Sie können ihre Muttersprache nicht lesen oder schreiben. Andere sind bereits gut aufgestellt.

Ferienangebot für Kinder: Deutsch lernen im Sprach-Camp in Göttingen

„Die jungen Menschen müssen die neue Sprache ständig im Ohr haben, brauchen Routine beim Sprechen“, ergänzt Dörntes Kollegin Silke Bartens. Längere Unterbrechungen werfen die Jugendlichen zurück. Entsprechend erfreut sind die beiden Lehrer über das zusätzliche Angebot.

„Im Camp wollen wir Sprache spielerisch vermitteln“, betont Christian Schmelcher, der Leiter der Beschäftigungsförderung Göttingen. Die kommunale Gesellschaft organisiert das Ferienangebot zusammen mit dem städtischen Fachbereich für Jugend. Der Unterricht wird mit Sport und anderen Aktivitäten verknüpft.

Am Vortag erkundeten die Elf- bis 15-Jährigen in Kleingruppen die Göttinger Innenstadt. Nun erstellen sie Plakate, die sie später den anderen Schülern präsentieren wollen. „Das Ganze soll Spaß machen, schließlich sind die Jugendlichen in den Ferien“, so Schmelcher von der Beschäftigungsförderung.

Sprach-Camp am Göttinger Max-Planck-Gymnasium

„Wir stellen die Räume“, sagt Michael Graef vom Leitungsteam des Gymnasiums. Finanziert wird das Angebot vom Land. „Wir haben das 22 Millionen Euro schwere Programm Startklar in die Zukunft aufgelegt, um die Folgen der Pandemie für junge Menschen abzufedern“, berichtet die Präsidentin des Niedersächsischen Landtags, Gabriele Andretta (SPD).

„Kommunen, aber auch Vereine und Verbände können die Mittel beantragen, etwa um Treffpunkte herzurichten oder Sportevents, Kulturveranstaltungen und Feste zu organisieren“, erläutert Niedersachsens Sozial- und Integrationsministerin, Daniela Behrens (SPD). Sie sucht das Gespräch mit den Jugendlichen, bastelt mit ihnen an den Plakaten.

Deutsch sprechen für gelebte Integration

Zwei afghanische Zwillinge, die erst seit zwei Wochen in der Stadt sind, verblüffen die studierte Politikwissenschaftlerin und Journalistin mit ihren Deutschkenntnissen. Die Ministerin erfährt von der Liebe der Kinder zu Döner und ihrer Abneigung gegen Regen.

Erfreut zeigt sich Behrens über das „erprobte Zusammenspiel der Akteure“ in Göttingen, dem Willen der Stadtgesellschaft, Zuwanderer zu integrieren. Das hört Göttingens Oberbürgermeisterin, Petra Broistedt (SPD), gerne. Die Jugendlichen, die die beiden Sprachlernklassen am Max-Planck-Gymnasium besuchen, sollen nach den Sommerferien in reguläre Klassen der jeweils am besten für sie geeigneten Schulen wechseln. (Michael Caspar)

Am Göttinger Max-Planck-Gymnasium fand Ende März 2022 ein Solidaritätstag für Menschen aus der Ukraine statt, die unter dem Krieg zu leiden haben. Auch die VHS Göttingen bietet Migranten und Flüchtlingen zahlreiche Sprachkurse an.

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