Carreras-Stiftung: Geldspritze für die Blutkrebs-Forschung

Weltberühmter Tenor: Einmal im Jahr lädt José Carreras andere Künstler zu einer besonderen Gala ein. Der Erlös geht an die Stiftung, die sich dem Kampf gegen die Leukämie verschrieben hat. Foto: dpa

Göttingen. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung fördert Forschungsprojekt an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) für zwei Jahre mit über 200.000 Euro. Damit die vollständige Erbinformation von Blutkrebszellen von Patienten aufgeschlüsselt werden.

Damit werden Veränderungen in den Erbanlagen sichtbar, die ein Patient durch seine Krankheit erworben hat und die mit anderen Verfahren bisher nicht festgestellt werden konnten. Bei einigen Erkrankungen sind diese Veränderungen eine wichtige Entscheidungsgrundlage für eine Therapie. Ob auch Patienten mit sogenannten myelodysplastischen Syndromen (MDS) von diesen neuen Technologien profitieren können, untersuchen jetzt Prof. Dr. Detlef Haase, Leiter des Labors für spezielle hämatologische Diagnostik der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der UMG, seine wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dr. Christina Ganster, und Prof. Dr. Francesc Solé Ristol aus Barcelona in einem gemeinsamen Forschungsprojekt. Die Forscher untersuchen in dem Projekt, ob neue Technologien helfen können, um bei MDS-Patienten erworbene Veränderungen der Erbanlagen so früh wie möglich nachzuweisen.

Myelodysplastische Syndrome (MDS) zählen zu den häufigsten bösartigen Knochenmarkerkrankungen und sind Vorstufen einer Leukämie. Bei dieser Erkrankung der Stammzellen bildet der Körper zu wenige und fehlerhafte Blutzellen. Gleichzeitig können sich die Leukämie-Zellen vermehren. Das kann im schlimmsten Fall zu besonders bösartigen Formen von Blutkrebs führen.

Dr. Christina Ganster

Bei den meisten Patienten ist es schwer, die Krankheit frühzeitig festzustellen. Daher gelingt es nicht einzuschätzen, wie die Erkrankung verlaufen wird und welche Behandlung die beste ist.

Belastende Therapien 

Vielen Patienten können deshalb maßgeschneiderte Therapien gar nicht oder zu spät angeboten werden. Stattdessen werden stark belastende und teure Therapien oft ohne Nutzen eingesetzt, welche die Lebensqualität aber deutlich verringern, heißt es in einer Mitteilung. (bsc)

MDS trifft vor allem Senioren - Stiftung besteht seit 1995

Das Myelodysplastische Syndrome (MDS) tritt vor allem bei Patienten über 60 Jahren auf. Patienten mit MDS bilden aus ihren Stammzellen keine vollständig reifen und funktionstüchtigen Blutzellen mehr, da ihre Stammzellen genetisch verändert sind.

Prof. Dr. Detlef Haase

Folge: Der Körper produziert nicht ausreichend Blut und unreife Knochenmarkzellen können sich vermehren. Eine Leukämie ist die mögliche Folge. Da sich der Verlauf der Krankheit jederzeit von gut- zu bösartig verändern kann, ist es sehr wichtig, bei Diagnosestellung und dann regelmäßig im Verlauf zu kontrollieren, ob und welche genetischen Veränderungen in den Stammzellen vorliegen. Die Behandlung reicht von einer rein unterstützenden Therapie bis zur Knochenmarktransplantation.

1987 erfuhr José Carreras, dass er Leukämie hat. Aus Dankbarkeit über die eigene Heilung gründete er 1995 die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung . Sie hat seitdem über 900 Projekte finanziert, die den Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die Erforschung von Leukämie und ihrer Heilung sowie die Arbeit von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen zum Ziel haben. (bsc)

www.carreras-stiftung.de

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