Atomkraftgegner

Castortransport: Göttinger Anti-Atom-Initiative plant Mahnwachen

Castor-Behälter: Sie sollen in Kürze durch Niedersachsen nach Hessen rollen. Dagegen soll es in Göttingen Mahnwachen an drei Tagen geben. 
Symbolbild: Uli Deck/dpa
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Castor-Behälter: Sie sollen in Kürze durch Niedersachsen nach Hessen rollen. Dagegen soll es in Göttingen Mahnwachen an drei Tagen geben. Symbolbild: Uli Deck/dpa

Mit Mahnwachen an drei aufeinander folgenden Tagen wollen Göttinger Atomkraftgegner gegen einen Transport hochradioaktiver Abfälle von der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield zum hessischen Atommüllzwischenlager Biblis protestieren.

Göttingen – Die örtliche Anti-Atom-Initiative werde am 30. und 31. Oktober sowie am 1. November auf dem Göttinger Bahnhofsvorplatz präsent sein, sagte Annette Ramaswamy, eine Sprecherin der Gruppe. Für diesen Zeitraum wird die Durchfahrt des Castortransports durch Göttingen erwartet.

Der Atommüll soll Ende Oktober in Nordenham anlanden und dann auf der Schiene über Bremen, Oldenburg, Hannover und Göttingen in Richtung Biblis gebracht werden. „Wir wenden uns entschieden gegen jegliche Atommüllverschiebung, solange es noch kein geeignetes Endlager gibt und der Atommüll lediglich in ein Zwischenlager gebracht wird“, sagte Ramaswamy.

Die Genehmigungen der Zwischenlager seien zeitlich befristet, deshalb solle die Bevölkerung auf die „unsinnigen“ Transporte aufmerksam gemacht werden. Der Castortransport führe auch durch dicht besiedelte Wohnbezirke.

Der ursprünglich für Anfang April geplante Transport war am 12. März durch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zunächst abgesagt worden. Der Einsatz von 6000 zum Schutz des Transportes eingesetzten Bundespolizisten sei wegen der Ausbreitung des Corona-Virus nicht zu verantworten, hatte Seehofer erklärt.

Der erwartete Transport besteht aus sechs Castorbehältern, die in Sellafield befüllt wurden. In den nächsten vier Jahren sollen insgesamt 25 Castoren nach Deutschland gebracht werden - 20 aus Sellafield und fünf aus dem französischen La Hague. Außer Biblis werden die Zwischenlager an den Atomkraftwerken in Philippsburg (Baden-Württemberg), Ohu (Bayern) und Brokdorf (Schleswig-Holstein) angefahren. Bei dem Atommüll handelt es sich um wiederaufbereitete abgebrannte Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken.  (epd/bsc)

anti-atom-initiative-goettingen.de

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