600 zusätzliche Wohnungen

CDU fordert zweite Zufahrt für Holtenser Berg in Göttingen

Die Christdemokraten befürchten Überlastung der einzigen Erschließungsstraße auf dem Holtenser Berg: Auf der Europa-Allee wird der Verkehr aufgrund des Baus von 600 zusätzlichen Wohnungen voraussichtlich um 50 Prozent zunehmen.
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Die Christdemokraten befürchten Überlastung der einzigen Erschließungsstraße auf dem Holtenser Berg: Auf der Europa-Allee wird der Verkehr aufgrund des Baus von 600 zusätzlichen Wohnungen voraussichtlich um 50 Prozent zunehmen.

Eine zusätzliche Straßenanbindung nach Süden fordert die Göttinger CDU für den Holtenser Berg. Dort entsteht in den kommenden beiden Jahren für 20 Millionen Euro der neue Stadtteil Europaquartier mit voraussichtlich 600 Wohnungen.

Göttingen – Die zusätzliche Straße lässt sich – mit oder ohne Ampel – direkt an die Bundesstraße 27 anbinden, führte der Bauausschussvorsitzende, Hans Otto Arnold (CDU), aus. Auch eine Anbindung südlich des Herrenhauses an die Holtenser Straße sei denkbar. Alle anderen Alternativen schieden aus. Die geplante Baustraße Richtung Norden zum Königsbühl hin sei für Anwohner, die in die Stadt wollten, unattraktiv. Eine Anbindung nach Osten erfordere eine lange, teure Brücke über das Überschwemmungsgebiet der Leine hinweg. Eine Straße nach Westen würde durch Holtensen führen und dort für Bürgerprotest sorgen, so Arnold.

Derzeit ist die Hochhaussiedlung, die in der 60er und 70er Jahren auf dem Holtenser Berg entstanden ist und über 1300 Wohnungen verfügt, über die Europa-Allee an Göttingen angebunden. Die Straße verkraftet nach Einschätzung der Christdemokraten keine Zunahme des Verkehrs „um 50 Prozent“. Befürchtungen der Anwohner seien berechtigt. Die CDU habe das nicht immer so gesehen, räumte Fraktionschef Olaf Feuerstein nach spöttischen Bemerkungen aus den Reihen der SPD ein.

Christdemokrat Arnold warnte die Bewohner des Holtenser Bergs allerdings vor zu großen Erwartungen. Einer Anbindung an die B27 müsse das Straßenbauamt in Bad Gandersheim zustimmen. Die Flächen im Bereich des Herrenhauses gehörten nicht der Stadt.

Die SPD will Anbindungen in alle vier Himmelsrichtungen noch einmal prüfen lassen, erklärte Ratsfrau Sylvia Binkenstein. Vielleicht mache eine verbesserte Bus- und Radweganbidung eine zweite Ausfahrt auch überflüssig. Das werde in einem Mobilitätskonzept geprüft, das die Stadt in diesem Jahr für 20 000 Euro anfertigen lasse.

„Die Zahl von 600 Wohnungen steht noch nicht endgültig fest“, betonte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD). Bevor sich der Investor, die Niedersächsische Landgesellschaft, nicht entschieden habe, mache es wenig Sinn über eine zweite Zufahrt zu diskutieren. Vor „unnötiger Hektik“ warnte auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Rolf Becker.

„Damit Göttingen seine Klimaschutzziele erreicht, muss die Stadt den Kraftfahrzeugverkehr um 30 Prozent verringern“, gab Dr. Francisco Welter-Schultes (Piraten) zu bedenken. Solange das auf der Europa-Allee nicht geschehen sei, stimme er gegen den Bau einer neuen Straße. Der Klimaschutz dürfe nicht gegen die Schaffung günstigen Wohnraums ausgespielt werden, sagte dagegen Edgar Schu (Linke). Aus seiner Sicht gehe es nicht ohne eine zweite Ausfahrt. Der CDU-Antrag wurde mehrheitlich in den Bauausschuss verwiesen. (Michael Caspar)

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