Antrag für Probelauf in Göttingen

CDU will Metallringe als Pfandflaschenspender testen

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Noch ohne Ring: Die Mülleimer in der Göttinger Innenstadt, wie hier am Wall Nähe Bürgerstraße, sollen demnächst – wenn es nach der CDU-Ratsfraktion geht – Pfandringe tragen, wo Pfandflaschen abgestellt werden können, damit sie nicht im Müll landen und auch von Bedürftigen gesammelt werden können. 

Sie mühen sich, kriechen fast hinein in Container und tasten tief in Mülleimern: Menschen auf der Suche nach Pfandflaschen. Um ihnen zu helfen, wurde nun der Pfandring erfunden.

Der Kölner Designer Paul Ketz hat, auch um Menschen zu helfen, die auf die Erlöse aus dem Sammeln und Abgeben der Pfandbehälter angewiesen sind, den Pfandring erfunden.

In ihm können Flaschen abgestellt werden, die dann auch ebenso leicht von Bedürftigen eingesammelt werden können. Die Göttinger CDU-Ratsfraktion will diesen Ring nun auch an Göttinger Abfallbehältern sehen.

Die Christdemokraten denken dabei aber zunächst an den Umweltaspekt: Wiederverwertbare Pfandbehälter gehören nicht in den Hausmüll. „Das ist eine Verschwendung zulasten der Umwelt“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Olaf Feuerstein mit Blick darauf, dass pro Jahr Pfandflaschen im Wert von 180 Millionen Euro im Müll landen, wie es in der CDU-Pressemitteilung heißt.

CDU will die Ringe an Mülleimern im Göttinger Stadtgebiet

Die CDU beantragt in der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses Umweltdienste (Dienstag, 25. Juni), dass die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) an Mülleimern im Stadtgebiet, vor allem um Hotspots wie Grünflächen, der Innenstadt, dem Uni-Campus oder auch nahe Diskotheken und Bars die Pfandringe anbringt.

Die Aktion soll zeitlich begrenzt, also ein Testlauf sein. Ende des Jahres soll dann ein „Flaschen“-Sturz gemacht werden, feststehen, wie die Pfandringe genutzt werden und ob für die GEB-Mitarbeiter beim Leeren eventuell eine Mehrarbeit entsteht.

In anderen Städten schmücken die Pfandringe in Signalfarben längst die oft wenig ansehnlichen öffentlichen Müllbehälter. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen, die somit an viele Mülleimer-Modelle passen. Sie sind schon pro Stück für gut 200 Euro zu bekommen.

In Hannover wurden die Tests ohne Ergebnis beendet 

Problem mancherorts sind die Nutzer: Sie stecken keine Pfandflaschen in die Ringe, sondern Kaffeebecher und Fast-Food-Verpackungen. Das ärgert die Stadtreiniger. In Hannover und Hildesheim wurden die Tests deshalb ohne bleibendes Ergebnis, sprich die dauerhafte Installation, beendet.

Die Idee und Philosophie von Erfinder Paul Ketz aber ist dennoch stichhaltig: „Mir ist aufgefallen, dass Menschen Wertstoffe in Form von Pfandflaschen- und Dosen aus Bequemlichkeit wegwerfen. Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl von Menschen, die auf das Pfand-Sammeln angewiesen sind oder sich damit ein Zubrot verdienen.“ 

Diese Menschen mit verschiedenen Hintergründen – Familienväter, Rentnerinnen, Schüler, Studenten, Obdachlose – müssten oft „unwürdig im Müll nach den Flaschen suchen“. Deshalb der Pfandring. (tko)

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