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CDU: Stadt Göttingen soll Vereine in Schieflage unterstützen

Funsporthalle GöttingenSchÌler-Filmworkshop RollstuhlskatingKurzfilmwettbewerb "ganz schön anders - no limits"Verein Blickwechselin der Skatehalle Silas Leander MÌllerFoto: Christina Zapf
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Momentan verwaist: Die Sportanlagen sind in Göttingen gesperrt, die Vereinslokale geschlossen. Einnahmen fehlen – so auch beim SC Hainberg, „dem anderen Verein“ auf den Zietenterrassen. Die CDU will, dass die Stadt den Vereinen hilft

Die Stadt Göttingen soll Vereine, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten, unterstützen. Das wünscht die CDU Stadtratsfraktion und stellt einen Antrag.

Die Corona-Pandemie mache vor keinem Teil der Gesellschaft halt. Wirtschaftliche Belange werden zum großen Teil durch Förder- oder Liquiditätsprogramme des Landes oder des Bundes abgedeckt. Bisher unbeachtet bleiben hingegen die ehrenamtlichen Vereinsstrukturen, erläuterte die CDU-Ratsfraktion ihren Vorstoß. Sie bittet die Verwaltung deshalt zu klären, wie Vereine, die wegen der Corona-Krise durch finanzielle Einbußen betroffen sind, unterstützt werden können. 

Über das Paket soll der Finanzausschuss der Stadt am 5. Mai beraten. Mit dem Hilfsprogramm soll die Stadt Erbpachten, Mietzinsen und sonstige Entgelte, die Vereine für die Nutzung von Sportinfrastruktur an die Stadt zahlen, auf Antrag zinslos stunden beziehungsweise bei finanziellen Härtefällen nicht erheben. Zudem soll ein Hilfsfonds von 40 000 Euro aufgelegt werden. Er soll Zahlungsenpässe der Vereine verhindern, die zum Beispiel durch Ausfall von Mitgliedsbeiträgen, Kursgebühren oder Honorarforderungen für Übungsleiterinnen und Übungsleitern in finanzielle Schieflage geraten.

„Einige wenige Vereine können die unterstützenden Programme des Landes und des Bundes in Anspruch nehmen. Darunter fallen auch größere Sportvereine, die Mitarbeiter beschäftigen oder in anderer Weise wirtschaftlich tätig sind“, beschreibt der Sportausschussvorsitzende Dr. Thomas Häntsch (CDU). Die große Menge der Vereine aber, die sich aber allein durch Mitgliedsbeiträge oder die Vermietung ihrer Räume an Dritte über Wasser hielten, stünden ganz alleine da, so Häntsch.

Die CDU regt konkret an, den Vereinen, die eine Erbpacht für genutzte Flächen der Stadt zahlen, diese für 2020 zu erlassen. Ähnlich sollte mit Mieten für städtische Gebäude oder Grundstücke umgegangen werden. Zudem wird die Verwaltung gebeten, weitere Möglichkeiten der Unterstützung zu prüfen.

Häntsch jedenfalls ist besorgt: Zurzeit stapelten sich in den Büros der Klubs die Austrittsformulare. „Einzelne Vereine bitten bereits ihre Mitglieder darum, gemeinsam durch diese Krise zu gehen“, beschreibt der erfahrene Kommunalpolitiker.

„Immer mehr Menschen nehmen die Vereine nur noch als Service-Dienstleister für bestimmte Dienstleistungen wahr.“ Nun würden diese Service-Leistungen aktuell nicht angeboten, und schon kündigten die Mitglieder. Eine für die Vereine fatale Entwicklung.

„Wir hoffen, dass unsere Gesellschaft auch in diesen schwierigen Zeiten zusammenhält. Falls aber immer mehr Vereine in finanzielle Schwierigkeit geraten, müssen wir darauf vorbereitet sein, ihnen zu helfen. Nur so kann auch das normale Leben nach der Corona-Pandemie wieder Fahrt aufnehmen“, betont Thomas Häntsch. „Das Vereinsleben hält unsere Stadt zusammen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir gemeinsam diese schwierige Zeit durchstehen und da wo es geht die Menschen unterstützen.“ tko

Hintergrund: Lotto-Stiftung hilft

Konkrete Hilfe für Vereine und Organisationen bietet die Lotto-Stiftung Niedersachsen an. Denn durch die Absage von Meisterschaften, Turnieren, Workshops, Bildungsangeboten und Veranstaltungen geraten Vereine und Organisationen in Sport und Integration in Nöte. „Die Lotto-Stiftung möchte helfen und hat den Notfallfonds ‘Hilfe Covid 19‘ geschaffen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Hans Ulrich Schneider. Damit soll dort in der Sport- sowie Integrationsarbeit geholfen werden, wo durch Corona Kosten entstanden sind aus:

Absagen von eigenen Veranstaltungen und Projekten; nicht gedeckte Vorbereitungskosten mangels Zuschauereinnahmen; Ausfallhonorare, Druckkosten, Materialien; zusätzliche und unvorhergesehene Kosten von abgesagten Veranstaltungen Dritter; wie für Reisen oder Meldegebühren.

Schneider kündigt an: Die Stiftung werde jeden Fall einzeln prüfen und entscheiden. Vorgesehen sind einmalige Förderungen von bis zu 500 Euro.Die Antragsstellung erfolgt über das allgemeine Antragsformular der Stiftung, das im Internet zu finden ist. Im Umgang mit bereits geförderten Projekten agiert die Lotto-Stiftung unkompliziert. So können Bewilligungszeiträume formlos verlängert werden, damit geplante Veranstaltungen zu einem späteren Zeitraum nachgeholt werden können. Förderzusagen bleiben grundsätzlich bestehen, in einzelnen Fällen sind auch Umwidmungen möglich. Auch werde von Rückforderungen abgesehen. Kontakt u.a: Clemens Kurek: 0511/99 98 73 52; clemens.kurek@lotto-sport-stiftung.de

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