Messungen

CDU und FDP: Lkw auf B 27 viel zu schnell - Spitzenreiter mit 101 km/h

Tempo-Messung mit der Stoppuhr: Hans Otto Arnold (links), Dominic Steneberg (Mitte) und Jonas Landenfeld haben festgestellt, dass die schweren Lastwagen viel zu schnell bei Holtensen unterwegs sind. Foto: nh

Göttingen. Für schwere Lastwagen gilt auf dem B 27-Zubringer zur Autobahnauffahrt Göttingen-Nord ein Tempo-Limit von 60 Kilometer pro Stunde. Doch kaum einer hält sich daran, wie Messungen der CDU/FDP-Ratsfraktion ergaben.

Praktisch alle 30 Lastwagen, deren Tempo bei einer Aktion ermittelt wurde, waren zu schnell. Oft wurde mit 80 bis 85 km/h gefahren. Der Spitzenreiter, eine Sattelzugmaschine, war mit Tempo 101 unterwegs.

Um das Tempo zu messen, wurde die Zeit, die die Lastwagen für eine 440 Meter lange Strecke zwischen zwei Brücken benötigen, per Hand gestoppt. Mit diesen Daten wurde dann die jeweilige Geschwindigkeit errechnet.

Ein erster Vorstoß zur Aufstellung von zusätzlichen Tempo-60-Verkehrsschildern für schwere Lastwagen war am Widerstand des Verkehrsministeriums in Hannover gescheitert.

Um den Lärmschutz für den Holtenser Berg zu verbessern, hat die CDU/FDP-Ratsgruppe jetzt einen Antrag eingebracht. Darin wird neben der Aufstellung der zusätzlichen Schilder auch eine verstärkte Radarüberwachung von Lastwagen gefordert. Dabei soll das Tempo sowohl tagsüber als auch nachts gemessen werden.

„Uns geht es zu allerletzt um das Verteilen von Strafzetteln, vielmehr geht es uns darum, dass für den überfälligen Lärmschutz am Holtenser Berg die tatsächlichen Verhältnisse zu Grunde gelegt werden“, erklärt Karin Schultz, CDU-Ratsfrau aus Holtensen.

Mit Blick auf die Lärmbelastung für Holtensen und das künftige Neubaugebiet „Am Stadtwege“ fordert die CDU/FDP-Ratsgruppe eine Überprüfung der Werte. Die letzten Lärmberechnungen waren laut Ratsgruppe für das ostwärts angrenzende Gewerbegebiet Lutteranger angestellt worden, als dort die neuen Auffahrten und die Kreisverkehre zum Güterverkehrszentrum geplant wurden.

„Die dort ermittelten Zahlen waren für das Gewerbegebiet noch hinnehmbar, aber dieselben Verkehre rauschen dann am benachbarten Wohngebiet Holtenser Berg vorbei und das noch in einem schalltrichterförmigen Einschnitt“, sagt Hans Otto Arnold, planungspolitischer Sprecher der CDU/FDP-Ratsgruppe. „Man muss da nur mal spazieren gehen. Da wird jedem Normalhörenden deutlich, dass echter Handlungsbedarf besteht.“

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