Aus dem Dunkel holen

Stadt Göttingen will Fördergeld aus Berlin für Umgestaltung des Cheltenham-Parks

Gemeinsam für die Sanierung der Cheltenham Park in Göttingen: (von links) Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann (SPD), Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler (CDU), Göttingens OB Rolf-Georg Köhler (SPD) sowie die Stadt-Mitarbeiterinnen Gudrun Friedrich-Braun und Birte Resow.
+
Gemeinsam für die Sanierung der Cheltenham Park in Göttingen: (von links) Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann (SPD), Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler (CDU), Göttingens OB Rolf-Georg Köhler (SPD) sowie die Stadt-Mitarbeiterinnen Gudrun Friedrich-Braun und Birte Resow.

Die Stadt Göttingen möchte Fördergelder des Bundes beantragen, um den Cheltenham-Park aus der dunlen Ecke ins Bewusstsein von Bevölkerung und Besuchern zu bringen.

Göttingen – Ortsfremde Besucher kennen ihn kaum, werden auch nicht in dieses grüne Kleinod am Rande des Stadtwalls geführt. Göttinger nutzen ihn zur Erholung – die Älteren – und zum Toben – die Jungen – sowie als Treffpunkt zum Feiern – die Jugendlichen. Der Park ist seit Jahrzehnten nur punktuell verändert worden, was sich nun grundsätzlich ändern soll: Die Stadt will ihn sanieren, an den Wall anbinden und besucherfreundlicher machen. Ein Förderprogramm des Bundes könnte dabei helfen.

Deshalb machten sich mit Thomas Oppermann (SPD) und Fritz Güntzler gleich zwei Bundestagsabgeordnete auf den Weg in den „Park“, wo ihnen Birte Resow (Fachdienst Grünflächen), Gudrun Friedrich-Braun (Fachbereich Umwelt) und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler erläuterten, wie die Stadt das versteckte Kleinod Cheltenham-Park zwischen Geismar Tor und Albaniplatz (Stadthalle) attraktiver machen und positiv in den Köpfen der Göttinger verankern will. „Gehen wir an den Park heran, wird das teuer, deshalb brauchen wir die Unterstützung“, stallt Köhler klar.

Größer und grüner

Wichtigster Punkt ist für ihn, den alteingesessenen Göttinger, dass der Park über größere, offene, barrierefreie und grüne Eingangspforten einladend wirkt. Das sieht auch das Konzept vor, mit dem man in das Rennen um das Fördergeld des Bundesinnenministeriums geht. So könnte über eine Teilbegrünung der Parkplatzfläche am Geismar Tor eine Grünverbindung hergestellt und gegebenenfalls das massige Ehrenmal versetzt werden, wie Birte Resow sagt.

Das Innere soll einen größeren Natur-Spielplatz erhalten. Eine laut Resow wichtige Maßnahme, weil der kleine Spielplatz am Schwänchenteich sehr beliebt ist, selbst nachdem das große Piratenschiff abgebaut wurde.

Klare Linien

Insgesamt soll der Cheltenham-Park eine klarere Struktur erhalten, mehr Wege und eine Abgrenzung des historischen, 1881 stillgelegten Albani-Friedhofs. Gedacht ist auch daran, alte Mauern und Eingrenzungen wieder frei zu legen, so die Besucher zu lenken und den Grabstätten eine Intimität zurückzugeben. Mittlerweile ist dort eine Party-Location entstanden, es wird zwischen und auf den Gräbern getanzt.

Auch sollen dunkle Ecken durch einen vorsichtigen Freischnitt der Gehölze und Bäume besser einsehbar werden – inklusive dezenter Beleuchtung. Denn: Der Park ist auch eine dunkle Ecke unmittelbar am Wall und der Innenstadt. „Wir müssen daran etwas ändern“, sagt Köhler.

Ein Problem ist auch der der Schwänchenteich, in dem oft Müll, sogar entsorgte Sofas landen. Er sei biologisch fast tot, sagen die Grünen, obwohl die Stadt, versucht, Sauerstoff hinein zu bringen. Nun könnte ein ehemaliger Zulauf wieder aktiviert werden. Um den Teich sollen weitere Sitzmöglichkeiten entstehen, denn für den OB ist „Wasser in der Stadt eine Attraktion“.

Plus im Förderantrag

Erhalten werden sollen die teils mächtigen, alten Bäume. „Wir wollen sie schützen.“ Auch das wäre ein Pluspunkt im Förderantrag, denn das Programm berücksichtig auch die biologische Vielfalt und den Klimaschutz.

Und schließlich soll der Park auch vom Wall, „der mit viel Gestrüpp bewachsen ist“, besser zu sehen sein. Dahinter bleibt er vielen verborgen, der Cheltenham-Park, der auch durch gezielte Bepflanzungen aufgewertet werden soll. Oppermann und Güntzler jedenfalls stehen hinter dem Projekt – nun werden sie sich hineinhängen, um aus dem 200 Millionen-Topf bis zu 10 Millionen Euro für Göttingen abzuzapfen.

Das Projekt ist übrigens nicht neu: Es ist sowohl im Innenstadtleitbild 2011 als auch im Masterplan 100 Prozent Klimaschutz von 2014 verankert. „Dieses Förderprogramm passt wunderbar“, sagt Birte Resow. Das müssen nun nur noch Geldverteiler in Berlin erkennen.  tko

Von Thomas Kopietz

Der Schwänchenteich im Göttinger Cheltenham Park.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.