Erst Wochen später wird der Betrug bemerkt

Chinesische Betrüger hauen niedersächsische Firmen übers Ohr

Göttingen. Chinesische Betrüger hauen norddeutsche Firmen kräftig übers Ohr. Der Schaden ist beachtlich.

Ein niedersächsisches Unternehmen wurde bereits um rund 40.000 US-Dollar geschädigt, berichtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover und ruft zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Nach Erkenntnissen der IHK leiten die Betrüger Zahlungsströme aus bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen auf ihre Konten um. Das Vorgehen ist immer ähnlich: Ein deutsches Unternehmen bestellt Waren bei einem Lieferanten in China. Alles läuft glatt – oft schon über einen langen Zeitraum. Dann erhält das deutsche Unternehmen eine gefälschte E-Mail mit der Bitte, einen noch offenen Rechnungsbetrag auf ein angeblich neues Konto der Firma zu überweisen. Da genau der genannte Betrag in der Tat noch zur Bezahlung ansteht und die E-Mail von einem bereits bekannten Ansprechpartner bei der chinesischen Firma zu kommen scheint und zum Teil angehängte Dokumente korrekte Versandpapiere für eine anstehende Lieferung abbilden, erregt die Kontoänderung keinen Verdacht und die Überweisung erfolgt.

Das böse Erwachen folgt dann oft erst Wochen später, wenn der tatsächliche chinesische Lieferant sich meldet und die Zahlung anmahnt.

Den Betrügern gelingt es bei dieser Masche offenbar, an Details der internen Kommunikation aus der Geschäftsbeziehung zu kommen. E-Mails werden offenbar abgefangen oder umgeleitet und modifiziert. Für deutsche Geschäftspartner ist die Masche deshalb schwer zu durchschauen.

Tilman Brunner, Außenwirtschaftsexperte der IHK Hannover, rät zur Vorsicht: „Bei Kontoänderungen in bestehenden Lieferantenbeziehungen sollte stets eine Verifizierung vorgenommen werden - und zwar auf keinen Fall per E-Mail.“

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