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Chris de Burgh in der Lokhalle: Er riss seine Fans mit

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Von: Kim Henneking

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Eine Band war gar nicht nötig: Chris de Burgh in der Göttinger Lokhalle.
Eine Band war gar nicht nötig: Chris de Burgh in der Göttinger Lokhalle. © Kim Henneking

Ohne Band tritt Chris de Burgh in der Göttinger Lokhalle auf. Der Künstler reißt seine Fans bei dem Konzert mit.

Göttingen – Emotional, rockig und politisch war der Auftritt von Chis de Burgh in der Lokhalle Göttingen. Ein Soloabend mit den besten Hits des Rockmusikers, der seit den 1970er-Jahren auf der Bühne steht, stand auf dem Programm. Schon beim Betreten der Bühne erhielt der 73-Jährige Ovationen seiner Fans.

„Sie haben wahrscheinlich ein paar Fragen“, begann de Burgh den Abend. „Wie: Ist er noch am Leben? Und kann er noch singen?“ Das beantwortete er souverän mit einem zweistündigen Programm, das die Gäste buchstäblich von den Stühlen rockte. Die Plätze waren zwar nur etwa zur Hälfte belegt, doch die fröhliche Konzertstimmung konnte das nicht trüben.

Das fortgeschrittene Alter des Sängers – er möge diese Anmerkung verzeihen – zeigte sich hier und da an einer brüchigen Stimme in den hohen Lagen, was seine Fans jedoch mit einem liebevollen Lächeln übergingen. Sie kannten alle Texte und begrüßten schon die ersten Töne jedes Lieds mit begeistertem Applaus. „Ihr singt wie Engel, hier in Göttingen“, antwortete de Burgh, der für die gute Aussprache des komplizierten deutschen Wortes und weiterer Sätze, die er für Restaurantbesuche nutze, viel Anerkennung erhielt.

Zu jedem Lied berichtete der Künstler, wie es entstanden ist oder welche Geschichte es erzählt. Seine Songs spielten sich wie ein Film in seinem Kopf ab, erklärte er. De Burgh wechselte vom Klavier an die E-Gitarre ans Mikrofon mit Hintergrundmusik und wieder zurück – die ursprünglich geplante Band war gar nicht nötig.

Im Laufe des Abends schaffte es der Ire, sein deutsches Publikum von einem anfänglich zaghaft rhythmischen Fußwippen und Klatschen zu Liedern wie „Waiting For The Hurricane“ und „The Storm“ und Schunkeln und Händeschwenken zu „Suddenly Love“ und „Always On My Mind“ zum Mitsingen und Tanzen zu bewegen. Als er schließlich sein erfolgreichstes Lied „Lady In Red“ spielte, strömte eine Gruppe aus etwa 50 Fans schlagartig an die Bühne und zog Lied um Lied – „Don’t Pay The Ferryman“ und „High On Emotion“ – mehr Menschen nach vorne.

Erneute Ovationen im Stehen und lang anhaltenden Applaus erhielt der Künstler schließlich für „Borderline“, das er an diesem Abend für die Ukraine sang, sowie „Legacy“ das er den Frauen im Iran widmete.

Mit einem freundlichen „Merry Christmas“ – weil er der erste sein wollte, der es seinem Publikum dieses Jahr wünscht – verabschiedete er sich von Göttingen. (Kim Henneking)

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