Corona-Verordnung

Club einsB sagt Party ab, Alpenmax Göttingen öffnet mit eigener Teststation

Der Eingangsbereich des Alpenmax Göttingen. Zu sehen ist das Werbeplakat für die Welcome Home-
Party
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Willkommen Zuhause: Das Alpenmax feiert seine Wiedereröffnung. Ob die erste Party seit knapp 17 Monaten auch direkt wieder die letzte sein wird, zeigt der Inzidenzwert in den kommenden Tagen.

Die neue Corona-Verordnung des Landes hat Konsequenzen für die Göttinger Clubszene: Die ausverkaufte Wiedereröffnungs-Party im einsB ist abgesagt, das Alpenmax öffnet mit Maskenpflicht.

Göttingen - Das einsB in der Nikolaistraße wollte an diesem Wochenende mit einer Wiedereröffnungsparty im „Freihafen“ endlich die mittlerweile fast 17 Monate andauernde Zwangspause, die durch die Corona-Pandemie entstanden ist, beenden. Die Tickets für die geplante „Re-Opening Party“ waren online innerhalb von 30 Minuten ausverkauft. Doch aus dem ersten Clubabend seit gut anderthalb Jahren wird nun nichts.

Die in dieser Woche kurzfristig geänderte Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, die Clubs und Diskotheken nun vorgibt, dass sie bei einer Inzidenz unter 10 nur 50 Prozent Auslastung fahren dürfen sowie eine Maskenpflicht bei den Gästen durchzusetzen haben, zwingt die Verantwortlichen zu einerr Absage der Party

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: So hätte es bei der Wiedereröffnungs-Party im Freihafen nicht ausgesehen, die Absage schmerzt die Veranstalter dennoch.

„Wir werden am Samstag nicht öffnen“, teilten sie in den sozialen Netzwerken mit. Man könne nicht gewährleisten und kontrollieren, dass alle Besucher durchgehend eine Maske tragen, sobald sie nicht mehr auf einem Sitzplatz sind.

Neue Verordnung bringt unnötige Kosten mit sich

„Es wäre für uns finanziell nicht machbar, genug Personal an die Tanzfläche zu stellen, dass die Gäste auf das Tragen einer Maske hinweist“, erklärt Marian Linke von der Betriebsleitung des einsB. Diese „spontane“ Änderung der Verordnung sei für die Club-Branche wieder einmal ein herber Rückschlag. „Auf uns kommen nun Kosten zu, die nicht nötig gewesen wären“, ärgert sich Linke.

Bereits seit mehreren Wochen wurde die Wiedereröffnung im Freihafen corona-konform geplant, um „eine sichere Durchführung gewährleisten zu können“, unter anderem gab es umfangreiche Renovierungsmaßnahmen.

So wurde eine Lüftungsanlage installiert, „die einen entsprechenden Aerosol-Filter enthält und die Luft im Raum mehrmals die Stunde austauscht“, erklärt Linke. Außerdem war eine Testpflicht, auch für Geimpfte, geplant, und es sollten Listen zur Kontaktnachverfolgung angelegt werden.

Auch das Alpenmax hat für Samstag, 31. Juli, eine „Welcome Home“-Party (Willkommen Zuhause) zur Wiedereröffnung geplant – und hält an seinen Plänen fest. „Da die Inzidenz drei Tage über 10 liegen muss, bevor wir schließen müssen, findet die Party auf jeden Fall statt“, kündigen die Verantwortlichen in den sozialen Medien an – auch mit Maskenpflicht.

Alpenmax Göttingen hat eine eigene Teststation

Dafür geht das Tanzhaus am Samstag ebenfalls mit einem ausgeklügelten Hygiene-Konzept an den Start. Einlass gibt es nur mit zuvor online gekauftem Ticket und einem negativen Testergebnis. Dafür wird eigens ein eigenes Testzentrum am Eingang des Alpenmax aufgebaut, das immer freitags und samstags von 21 bis 24 Uhr öffnet.

„Dass es ausschließlich Tickets im Vorverkauf gibt und keine Abendkasse, haben wir ebenfalls ganz bewusst gemacht“, erklärt Karsten Epler, einer der Alpenmax-Inhaber. So solle verhindert werden, das nach der langen Zeit der Schließung plötzlich großer Andrang vor dem Eingang herrscht. „Das wäre schließlich nicht im Sinne der Pandemie.“

Termine im Testzentrum können bereits vorab online gebucht werden

„Jeder, der ins Alpenmax möchte, muss an dieser Teststation vor Eintritt einen Corona-Test machen und ein gültiges Ausweisdokument dabeihaben“, erklärt Epler weiter. „Egal, ob vollständig geimpft, genesen oder in den letzten 24 Stunden schon woanders getestet. Es gelten keine Dokumente von anderen Teststellen. Damit möchten wir gefälschten Bescheinigungen entgegenwirken.“

Die Gäste können sich online bereits im Vorfeld Termine für einen Test buchen, so soll großer Andrang vermieden werden. Und dann kann er kommen, der erste Party-Abend im Alpenmax seit 17 Monaten - mit Maskenpflicht.

„Die neue Verordnung trifft die Falschen“

„Gegen eine langfristige Anpassung der Corona-Verordnung spricht nichts. Aber wir als Veranstalter müssen uns auf diese Änderungen einstellen können“, kritisiert Marian Linke von der Betriebslietung einsB das spontane Handeln der Landespolitik unter der Woche.

Es gebe andere Orte und Locations, die nicht in das Raster „Discothek“ fielen, dementsprechend nicht von der neuen Verordnung betroffen seien und daher einfach weitermachen dürfen, wie bisher.

Mit den seit dem 28. Juli geltenden Änderungen treffe man wieder nur diejenigen, die von der Pandemie ohnehin am härtesten betroffen seien.

Immerhin, die Gäste reagierten verständnisvoll auf die Absage der Wiedereröffnung im Freihafen, wünschten den Verantwortlich in den sozialen Netzwerken weiterhin Kraft und Durchhaltevermögen. „Wir hoffen, dass wir bald eine sichere Wiedereröffnung veranstalten können“, so Marian Linke. (mzi)

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