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Cold Cases: Auf heißer Spur in „kalten Fällen“ in Südniedersachsen

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Von: Thomas Kopietz

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Gewehr: Auch in Aservatenkammern lagernde Waffen, wie hier von Jürgen Schubbert in Lüneburg gezeigt, können neu untersucht werden. © Philipp Schulze/dpa

Braunschweig/Göttingen – Neue Ermittlungsmethoden, Untersuchungstechniken und die Digitalisierung machen es möglich: Alte, bei Seite gelegte Ermittlungsakten werden wieder geöffnet und untersucht – manchmal mit Erfolg.

In Braunschweig hat sich jetzt eine frisch installierte sechsköpfige Ermittlungsgruppe der Polizei an 42 dieser „Cold Cases“ (kalten Fälle) genannten Vorgänge gemacht. Sie werden sie nach neuen Spuren durchforsten.

Neue Ergebnisse

„Wir wollen mit etwas Abstand schauen, ob es mit der heutigen Technik etwas zu analysieren gibt, von dem wir uns neue Ergebnisse erhoffen“, sagte die Leiterin der Ermittlungsgruppe, Melanie Wilharm. Teils füllen die Akten der Ermittlerin zufolge ganze Schrankwände, manche Fälle liegen Jahrzehnte zurück. Seit 1979 gilt: Mord verjährt nicht.

Aus dem Jahr 1945

Der älteste Fall, den sich die Braunschweiger Ermittler vornehmen, stammt aus dem Jahr 1945. Nähere Angaben zu den Fällen machte Braunschweigs Polizeipräsident Michael Pientka im Hinblick auf die Hinterbliebenen nicht.

Erfolgsaussichten

Bei der Auswahl der „Cold Cases“ hätten die Erfolgsaussichten eine Rolle gespielt, den Fall mit Einsatz neuester Technik lösen zu können, sagte Kriminaldirektor Oliver Grotha, Leiter der Kriminalitätsbekämpfung in der Polizeidirektion. Und da gebe es aus polizeilicher Sicht nach jetzigem Stand „einige Fälle, die priorisiert sind“. In Niedersachsen sind laut Landeskriminalamt 341 „Cold Cases“ bekannt, davon sind 308 ungeklärte Tötungsdelikte und 33 Vermisstenfälle.

Neue Ermittlungseinheit

Nachdem das LKA im vergangenen Jahr mit den Polizeidirektionen ein gemeinsames Konzept erarbeitet hatte, sind bereits in Hannover, Lüneburg und Göttingen entsprechende Ermittlungseinheiten eingerichtet worden.

Sonderkommission in Göttiingen

In Göttingen wurde die Sonderkommission „Cold Case“ im April vorgestellt. Acht Beamte nehmen sich Verbrechen vor, die von 1968 bis 2016 auf dem Gebiet der Polizeidirektion Göttingen verübt worden sind und wollen zur Aufklärung beitragen. Konkret geht es in der Region zwischen Hann. Münden und Nienburg um eine mittlere zweistellige Anzahl von Verbrechen. „Die anschließenden Ermittlungen können sich über mehrere Jahre hinziehen. Ein Erfolg im Sinne einer Überführung und Verurteilung des Täters ist laut Polizei dabei nicht in jedem Fall garantiert, ist aber das zentrale Ermittlungsziel. So auch für einen Fall aus dem Juli 1991: Damals war eine Lehrerin im Göttinger Ostviertel mit mehr als 40 Stichen in den Oberkörper getötete worden. Die Fahndung blieb bis heute erfolglos.  mit dpa

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