Hilfe für Anleger in der Region

Container-Pleite: Verbraucherzentrale bietet Unterstützung an

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Container im Hamburger Hafen: Verbraucher, die bei „P&R Container-Investments“ Geld angelegt haben, sind jetzt verunsichert. Hilfe bietet die Verbraucherzentrale an.

Göttingen. Wegen der drohenden Insolvenz des Unternehmens „P&R Container-Investments“ bangen zahlreiche Anleger um ihr Geld. Inzwischen kümmert sich die Verbraucherzentrale Niedersachsen um verunsicherte Investoren.

Am 15. März war beim Amtsgericht in München gegen drei von vier Gesellschaften des Finanzdienstleisters P&R das Insolvenzverfahren beantragt worden. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät betroffenen Anlegern, die über Banken und Vermittler Verträge abgeschlossen haben, sich auf jeden Fall rechtlich beraten zu lassen.

Anleger, die direkt über P&R gekauft haben, sollten abwarten, denn das Geschäft läuft unter der Kontrolle des Insolvenzverwalters weiter, heißt es in einer Mitteilung.

Das Geschäftsmodell der Münchener Anlagefirma P&R war laut Verbraucherzentrale einfach und schien lukrativ: Anleger kauften Frachtcontainer von P&R, das Unternehmen vermietete diese weiter und zahlte fest vereinbarte Mieteinnahmen an die Anleger. P&R verpflichtete sich, am Ende der Laufzeit die Schiffscontainer zum Zeitwert zurückzukaufen.

Finanzieller Verlust droht

Mit der Insolvenz droht tausenden Anlegern ein finanzieller Verlust. „Um mögliche Ansprüche zu sichern, sollten sich Anleger, die über Banken und Vermittler Schiffscontainer gekauft haben, dringend fachlichen Rat holen“, sagt Angelika Jackwerth, Honoraranwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Unbedingt zu beachten ist die dreijährige Regelverjährung, um Schadensersatzansprüche geltend zu machen – möglicherweise auch wegen Falschberatung von Banken oder Vermittlern.

Auch Haftungsrisiken sind nicht auszuschließen. So könnte es beispielsweise am Ende nicht zum Rückkauf der Container kommen. „Der Anleger als Eigentümer müsste sich dann selber um den Container-Verkauf kümmern, was mit zusätzlichen Folgekosten etwa durch Standortgebühren oder Entsorgungskosten in Häfen weltweit verbunden sein kann. Alles kann dazu führen, dass der Anleger mit Totalverlust seines Geldes rechnen oder im schlimmsten Fall Privatinsolvenz anmelden muss“, ergänzt Jackwerth.

Für Anleger, die direkt über P&R gekauft haben, besteht laut Verbraucherzentrale derzeit noch kein Handlungsbedarf. Das Geschäft läuft unter Kontrolle des Insolvenzverwalters weiter. Forderungen können erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens angemeldet werden.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen bietet für betroffene Anleger Rechtsberatung zu Kapitalanlagen durch einen Anwalt an.

www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de

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