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Pandemieschutz der Zukunft: Nachhaltige Überwachungsstrategien und Testmethoden

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Von: Thomas Kopietz

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In Göttingen werden nachhaltige Überwachungsstrategien und Testmethoden für den Einsatz in künftigen Pandemien entwickelt. Die UMG ist an dem an dem bundesweiten Kooperationsprojekt B-FAST beteiligt.

Göttingen – Corona! Covid 19! Ausbruch in großen Wohnblöcken, in Alten- und Pflegeheimen: Göttingen stand früh als bundesweites Beispiel für die Ausbreitung der Pandemie. Göttingen ist aber auch federführend in der strategischen Umgehensweise mit Covid-19, so maßgeblich beteiligt an dem bundesweiten Kooperationsprojekt B-FAST.

Es geht darin um die Entwicklung nachhaltiger Überwachungsstrategien und Testmethoden für den Einsatz in künftigen Pandemien. Dabei ist man weit fortgeschritten, wie die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und deren Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene, Prof. Simone Scheithauer, berichtet.

Nachhaltige Überwachungsstrategien und Testmethoden für den Einsatz in künftigen Pandemien

In Göttingen entwickeln Forscher nachhaltige Überwachungsstrategien und Testmethoden für den Einsatz in künftigen Pandemien. (Symbolbild)
In Göttingen entwickeln Forscher nachhaltige Überwachungsstrategien und Testmethoden für den Einsatz in künftigen Pandemien. (Symbolbild) © Imago

Sie koordinierte mit Prof. Gerd Fätkenheuer von der Uni-Klinik Köln ein Projekt im zu B-Fast gehörenden Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), in dem Wissenschaftler Überwachungs- und Teststrategien entwickelt haben – um auf weitere Corona-Verläufe oder gar neue Pandemien besser vorbereitet zu sein. Das Großvorhaben wurde mit fast 20 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über 16 Monate gefördert.

Testmethoden und Überwachungsstrategien sind wertvolle Werkzeuge, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und die unkontrollierte Ausbreitung eines Erregers zu verhindern. Auch können Hygienekonzepte dazu beitragen, das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, was Scheithauer aus ihrer Arbeit an der UMG weiß.

Prof. Simone Scheithauer Universitätsmedizin Göttingen
Prof. Simone Scheithauer Universitätsmedizin Göttingen © UMG

Forschung in Göttingen: Pandemieschutz in Theater, Klinik, Heim und Kita

Die Experten haben sich im NUM-Projekt die besonders relevanten Lebensbereiche, wie Seniorenheime, Kliniken, Schulen und Kitas vorgenommen. Bis Dezember 2021 erarbeiteten Ärzte und Wissenschaftler aus 26 Uni-Kliniken mit etwa 50 Partnerinstitutionen aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen Methoden, Konzepte und Strategien für den Einsatz in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens – zur Bewältigung der Pandemie.

Prof. Gerd Fätkenheuer Uni-Klinik Köln
Prof. Gerd Fätkenheuer Uni-Klinik Köln © MedizinFotoKöln

Das Problem: Das Infektionsgeschehen entwickelte stets extrem dynamisch. So war es aufgrund neuer Sars-Cov-2-Varianten, der veränderten Lage durch Impfungen, aber auch durch Einschränkungen wie Lockdown, schwierig, einige der Strategien zu erproben. Folge: Die Methoden und Konzepte mussten laufen angepasst werden. Dennoch: Die Ergebnisse wurden tausendfach veröffentlicht, so auch:

In Niedersachsen bleibt die Corona-Isolationspflicht vorerst bestehen. Niedersachsen hat seine Corona-Verordnung bis Ende August verlängert.

NUM – Ergebnisse schnell an Patienten bringen

NUM wurde im Frühjahr 2020 gegründet, gefördert durch das BMBF, koordiniert durch die Charité Berlin. Beteiligt sind 36 deutsche Uni-Medizin-Standorte und weiterer Partner. Sie arbeiten an Lösungen für eine bessere Krankenversorgung und Pandemievorsorge.

Ein Fokus liegt auf der klinik- und versorgungsnahen Forschung, deren Ergebnisse direkt Patienten zugutekommen, in das Krisenmanagement einfließen und zum Aufbau einer nationalen Forschungsinfrastruktur beitragen. Bis Ende 2024 stehen 390 Millionen Euro für bundesweite Kooperationsprojekte bereit.

Mittelfristig sollen die geschaffenen Strukturen und Konzepte auch für die Erforschung anderer Krankheitsbilder über Covid-19 hinaus in der Uni-Medizin genutzt werden. (tko)

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