Stadt und Landkreis schicken Mitarbeiter

Corona in Göttingen: Gesundheitsamt wegen steigenden Zahlen an der Belastungsgrenze

Der Wohnkomplex an der Groner Landstraße
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Der Wohnkomplex an der Groner Landstraße: Dort waren am Wochenende zwei Corona-Infektionen festgestellt, acht weitere wurden positiv getestet.

Das Gesundheitsamt Göttingen, zuständig für die Stadt und den Landkreis arbeitet an der Belastungsgrenze. Ursache sind die steigenden Corona-Infektionen.

Göttingen – Wie die Leiterin des Krisenstabes, Petra Broistedt, im Gespräch mit unserer Zeitung am Mittwochmittag sagte, habe man die Mitarbeiterzahl und Helfer im Gesundheitsamt stark aufgestockt.

So wurden zwölf Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung ans Gesundheitsamt für die Kontaktnachverfolgung abgeordnet. Der Landkreis stockte das Personal um zehn eigene Mitarbeiter auf. Weitere Abordnungen sind geplant. „Dafür sind wir dankbar“, sagt Broistedt.

Zudem arbeiten aktuell 50 Studierende ebenfalls für die Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt Göttingen, wo aktuell nach der Ein-Schicht-Arbeit im Sommer nun wieder der Zwei-Schicht-Betrieb läuft, „bis teilweise 22.30 Uhr am Abend“, so Broistedt, die den Arbeitsanfall als „immens“ bezeichnet. „Stellen sie sich den Fall eines positiv Getesteten in einer Fußballmannschaft vor, oder wie jetzt in Kindertagesstätten, das potenziert sofort die Zahl der Nachzuverfolgenden.“

Im Falle der Kindergärten habe man schnell handeln können, so dass die Einrichtungen nicht komplett schließen mussten. Für diesen Fall hat das Deutsche Rote Kreuz auch mit seinem Testmobil ausgeholfen. „Die Abstriche konnten zu Hause genommen werden, das ist eine enorme Erleichterung“, lobt die Sozialdezernentin diese Unterstützung des DRK, das somit auch in die Bresche springt.

Denn nach wie vor will laut Broistedt die Kassenärztliche Vereinigung ihr kürzlich geschlossenes Testzentrum an der Uni-Klinik nicht wieder öffnen. „Wir arbeiten daran, ein eigenes zu eröffnen, mit Hilfe anderer Organisationen“, kündigt Broistedt an. Räumlich soll es an der Universitätsmedizin stehen. Besuche ohne Anmeldung wird es dort aber nicht geben.

Nötig seien zusätzliche Testkapazitäten unbedingt, denn auch von Hausärzten hat die Krisenstabsleiterin gehört, dass diese an der Grenze der Belastung arbeiten, auch die, die als Infektionspraxen mit Testmöglichkeiten laufen.

Eng wird es auch in den Laboren, die die Tests auswerten. So wartet die Stadt noch auf die Ergebnisse von etwa 40 Tests aus dem Wohnblock Groner Landstraße, wo zwei Personen am Wochenende positiv waren. Zwischenergebnis: von 170 Getesteten Kindergartenkindern, Schülern und Menschen über 60 Jahre waren acht positiv.

„Das sind weniger als befürchtet“, sagt Broistedt, die allerdings enttäuscht darüber ist, dass einige Kinder aus dem Wohnblock nicht zum Testzentrum, das die UMG am Montag im Innenhof aufgebaut hatte, gekommen sind. „Wir müssen am Freitag nachtesten.“ Ergenisse seien am Sonntag zu erwarten. So dass dann die Negativbescheide ausgestellt werden, die Kinder wieder in die Kitas und Schulen gehen können.

Positiv getestete aus dem Wohnblock sind in häuslicher Quarantäne. Die Stadt hatte zudem drei Ausweichwohnungen vorbereitet, davor wurde bis jetzt noch nicht Gebrauch gemacht. „Die Menschen dort sind skeptisch – das Angebot der Ausweichwohnungen aber bleibt bestehen, ebenso wie die Verplegung mit Care-Paketen für die Menschen in Quarantäne“, so Broistedt. (Thomas Kopietz)

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