Reifeprüfung in der Corona-Krise

Göttinger Schüler fordern „Durchschnittsabitur“

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Der Eingang zur Geschwister-Scholl-Gesamtschule: Angehende Abiturienten dieser Schule sprechen sich dafür aus, das Abitur in einer Durchschnittsnote zu errechnen und auf die schriftlichen Arbeiten zu verzichten.

Schüler aus Göttingen fordern in einer Initiative auf die schriftlichen Prüfungen in der Corona-Krise zu verzichten. 

  • Aufgrund der Corona-Krise sind die Schulen seit Wochen geschlossen
  • Schüler können sich nicht auf die Abitur-Prüfung vorbereiten
  • Initiative aus Göttingen fordert daher eine Absage der Prüfungen

Eine Initiative von mehreren Schulen in Göttingen spricht sich dafür aus, angesichts der Corona-Krise auf die schriftlichen Abitur-Prüfungen zu verzichten. Stattdessen soll ein „Durchschnitts-Abitur“ auf Grundlage der bisher erbrachten Leistungen  vergeben werden.

„Wir haben vier Semester gelernt und Leistungen erbracht. Unter diesen ungewöhnlichen und belastenden Umständen erscheint uns das Durchschnitts-Abitur als die beste Lösung, um die Schüler, Lehrer und Familien nicht noch mehr zu belasten“, heißt es in dem offenen Schreiben der Initiative aus Göttingen, das an Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) gerichtet ist.

Corona in Göttingen: Schriftliche Abitur-Prüfungen sollten Mitte April starten

Ursprünglich sollten in dieser Woche die ersten schriftlichen Abitur-Arbeiten in Göttingen geschrieben werden. Mit Blick auf die Corona-Krise hatte das Land den Beginn des Zentralabiturs in Niedersachsen auf Montag, 11. Mai, verschoben. An diesem Tag soll das Fach Geschichte geprüft werden. Nach dem Ende März veröffentlichten und aktuell gültigen Fahrplan soll die letzte schriftliche Abi-Prüfung am 30. Mai im Fach Latein geschrieben werden.

Die Schüler aus Göttingen führen einen aus ihrer Sicht wichtigen Grund an, warum auf die schriftlichen Arbeiten verzichtet werden sollte: „Einige Schüler leben mit Risikopatienten zusammen, zum Beispiel mit den Großeltern oder Eltern, die eine Vorerkrankung haben. 

Sollte es zu einer Corona-Infektion während der Abitur-Prüfungen kommen, könnten diese angesteckt werden, was wiederum gravierenden Konsequenzen haben kann. Im schlimmsten Fall droht der Verlust eines geliebten Familienmitgliedes“, heißt es.

Corona in Göttingen: Corona macht das Lernen kompliziert

Außerdem machen die Schüler aus Göttingen auf die schlechten Lernmöglichkeiten für viele Abiturienten in den vergangenen Wochen in der Corona-Krise aufmerksam. Neben fehlender Technik und beengten Raumverhältnissen bei einigen Jugendlichen wird dabei auf folgendes Problem hingewiesen: „Unser Jahrgang hat nicht die Möglichkeit, sich in Lerngruppen in Bibliotheken zu treffen, da eine Kontaktsperre verhängt wurde.“

Ganz ähnlich argumentiert der Landesschülerrat Niedersachsen, der auch auf die starke psychische Belastung vieler Prüflinge hinweist. Die Schülervertretung setzt sich aber für eine andere Variante ein: Der Landesschülerrat plädiert für das „Durchschnittsabitur“ beziehungsweise den „Durchschnittsabschluss“ (für die Mittelstufe) mit dem Recht auf Teilnahme an den Abschlussprüfungen beziehungsweise am schriftlichen Abitur. Somit habe jeder Schüler selbst die Möglichkeit zur Entscheidung, ob er an den Prüfungen teilnehmen will.  bsc

Alle aktuellen Entwicklungen der Krise auf einen Blick: Der Corona-Ticker für Göttingen

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