Verbotenes Kicken trotz Corona

Corona in Göttingen: Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren ein

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Staatsanwaltschaft Göttingen: Die Behörde ist am Waageplatz zu finden. Jetzt wurden erste Verfahren wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet.

In Zeiten von Corona kann Niesen Körperverletzung sein: In Göttingen laufen mehrere Verfahren wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

  • In Göttingen gab es mehrere Verstöße gegen das Corona-Infektionsschutzgesetz
  • Die Staatsanwaltschaft hat die ersten Ermittlungsverfahren eingeleitet
  • Ladenbesitzer und Privatpersonen angeklagt

Göttingen/Northeim – Die meisten Bürger halten sich an die Anordnungen zum Schutz vor Corona-Infektionen - aber nicht alle. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft Göttingen jetzt die ersten Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen dasInfektionsschutzgesetz eingeleitet.

Ein Verfahren richtet sich gegen mehrere Jugendliche und Erwachsene, die trotz Corona sich zum gemeinsamen Fußballspiel auf einem Sportplatz im Landkreis Northeim getroffen haben sollen. 

Hinzugerufene Polizisten hätten die insgesamt sieben Personen in Sportkleidung und Fußballschuhen beim Spiel angetroffen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank-Michael Laue. Die Beamten hätten die Veranstaltung aufgelöst und entsprechende Strafanzeigen gefertigt. 

Corona-Infektionsschutzgesetz in Göttingen: Hohe Strafen bei Verstößen

Das zweite Verfahren an den Gerichten in Göttingen richte sich gegen einen Ladenbetreiber aus dem Landkreis Northeim. Dieser soll sein Dekorationsgeschäft entgegen behördlicher Anordnung trotz Corona geöffnet haben.

Die Staatsanwaltschaft werde nun prüfen, ob gegebenenfalls Anklage wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz erhoben werde, sagte Laue. Einschlägige Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz in Göttingen könnten mitGeldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden. 

Wer durch eine Zuwiderhandlung gegen eine behördliche Anordnung dazu beitrage, dass die Krankheit oder Krankheitserreger verbreitet werden, könne mit Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Strafbar sei auch, wenn Bewirtungs- oder Beherbergungsstätten, Spielhallen, Fitnessstudios, Saunen und ähnliche Einrichtungen trotz Verbots weiter betrieben würden. Dabei richte sich die Strafverfolgung sowohl gegen die Veranstalter oder Anbieter als auch die jeweiligen Besucher oder Nutzer.

Corona in Kassel: Niesen und Anspucken ist Körperverletzung

Auch vermeintlichgeringfügige Verstöße könnten in Göttingen mit strafrechtlichen Mitteln geahndet werden, betonte der Behördensprecher. Die fahrlässige oder gar vorsätzliche Infektion anderer Personen mit dem Corona-Virus beispielsweise durch Anspucken, Anhusten oder Anniesen könne als Körperverletzung und gegebenenfalls sogar als gefährliche Körperverletzung geahndet werden. In letzterem Fall liege der Strafrahmen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Freiheitsstrafe. Sollte die geschädigte Person infolge der Corona-Infektion versterben, sei mit einer Bestrafung wegen eines Tötungsdelikts zu rechnen.  pid

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