Weniger freie Betten

Corona-Lage in Göttingen: Uni-Klinik nähert sich Kapazitätsgrenze

Corona: Unter hohem personellen und technischen Aufwand werden Covid-19-Kranke intensivmedizinisch und pflegerisch in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) betreut. Zu sehen sind Pflegende, Ärzte und in einem Bett - dazu viele Geräte.
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Corona: Unter hohem personellen und technischen Aufwand werden Covid-19-Kranke intensivmedizinisch und pflegerisch in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) betreut - und auf neuen Stationen in einem Intensivgebäude.

Verschobene Operationen und eine steigende Zahl von Corona-Patienten: Die Lage in der Uni-Klinik Göttingen ist ernst. Die Beschäftigten arbeiten am Limit.

Göttingen – Weniger verfügbare Betten, weil Personal fehlt, verschobene Operationen und Eingriffe sowie eine stetig steigende Zahl von Covid-19-Patienten auf Normal- und Intensivstationen – das ist die zunehmend kritischere Situation an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), die auch noch schwer Corona-Kranke aus anderen Bundesländern aufnimmt.

42 zeitgleich stationär behandelte Covid-19-Patienten bedeuteten bis jetzt den traurigen Rekord für die Universitätsmedizin Göttingen – diesem Wert nähert sich die Klinik nun rasch: Wurden am Montag noch 30 Patienten registriert, waren es am Mittwoch und Freitag bereits 35.

Corona in Göttingen: Uni-Klinik rechnet mit weiterem Anstieg der Fallzahlen

„Die Entwicklung der Zahl der an Covid-19 erkrankten Patienten steigt weiter an“, teilt UMG-Sprecher Stefan Weller mit. Der ungebrochene Trend wirkt sich nun verstärkt auf den Normalstationen aus: Dort lagen am Montag 18 Patienten, am Freitag schon 22. Von den 35 Patienten liegen 13 auf der Intensivstation, 13 werden auch beatmet, sieben – die schwersten Fälle – an den ECMO-Maschinen, von denen die UMG zwölf besitzt.

Die UMG rechne in den nächsten Wochen mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen. Befeuert wird diese Prognose auch davon, dass Niedersachsen im sogenannten Kleeblatt-System aus anderen Bundesländern, wo Kliniken an der Kapazitätsgrenze angekommen sind, Covid-19-Patienten aufnehmen wird.

Diese Aufnahme von schwer an Corona erkrankten Menschen läuft: Sie kommen aus Kliniken in Niedersachsen, Bremen, Thüringen, Sachsen (Dresden) und Nordrhein-Westfalen (Paderborn). Wie UMG-Sprecher Stefan Weller sagt, „variieren die Zahlen stündlich“.

Corona-Lage an der Uni-Klinik Göttingen: Belastungsgrenze der Beschäftigten erreicht

Das liege daran, dass die UMG wiederum innerhalb des Kliniknetzwerks Südniedersachsen/Nordhessen und innerhalb der bundesweiten „Kleeblatt-Struktur“ der Bundesländer um Weitervermittlung von beispielsweise nicht ganz so schwer erkrankten Covid-19 Patienten bemüht, um die Intensivbetten im Beatmungszentrum an der UMG freizuhalten.

Grundsätzlich arbeiteten viele in der Uni-Klinik bereits am Limit: „Die Auslastungsgrenze und die Belastungsgrenze der Mitarbeitenden ist dabei schon jetzt deutlich erreicht“, heißt es. Quarantäneregeln, Krankenstand, unbesetzte Stellen und Überlastung der am Krankenbett Arbeitenden haben Folgen: „Schon jetzt stehen nicht alle aufgestellten Betten auch für Menschen mit anderen Erkrankungen zur Verfügung.“

Mittlerweile werden auch nicht dringend notwendige Operationen, Eingriffe und Behandlungen verschoben. In dieser Woche hätten die beiden Streiktage Mittwoch und Donnerstag zusätzlich zur Belastung beigetragen. (Thomas Kopietz)

Derweil droht einer Ärztin aus Duderstadt der Entzug der Approbation. Bei einer Kundgebung in Fulda soll sie die Corona-Schutzimpfungen als „Giftspritzen“ und „größten Völkermord aller Zeiten“ bezeichnet haben.

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