3D-Druckverfahren

Selbst hergestellte Visiere sollen an der Göttinger Uni-Medizin vor Corona schützen

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Schutzvisiere gegen Corona: Dr. Torsten Wassmann, Oberarzt Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der UMG, baut ein Einweg-Schutzvisier zusammen.

Kreativ in der Corona-Krise: Per 3D-Drucker hat die Universitätsmedizin Göttingen 6500 Schutzvisiere angefertigt.

  • In der Corona-Krise fehlen der Uniklinik Göttingen Schutzmasken
  • Dentaltechniker stellen 6500 Visiere selbst per 3D-Drucker her
  • Anfragen anderer Einrichtungen häufen sich

Göttingen – Recycling der besonderen Art betreibt die Universitätsmedizin Göttingen (UMG), um Personal und Patienten vor der Ausbreitung von Corona zu schützen. Per 3D-Drucker hat die UMG aus Overheadfolien 6500 Schutzvisiere angefertigt.

Kreative Lösungen für die Versorgung mit Schutzmasken seien aktuell gefragt und willkommen, hieß es in einer Mitteilung der Unimedizin am Mittwoch. Demnach kam die Idee mit den Folien von der UMG-Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik. Ziel war es, in möglichst kurzer Zeit eine große Menge an verlässlicher Schutzausrüstung für alle Bereiche der UMG bereitzustellen.

Corona in Göttingen: Anleitung für 3d-Drucker aus dem Internet

Innerhalb von gut zwei Wochen seien nun in der Uniklinik Göttingen 6500 Einweg-Visiere und 300 Visiere mit austauschbaren Schutzfolien und im 3D-Drucker gefertigten sterilisierbarem Gestell angefertigt worden, teilte die UMG mit.

„Wir haben im Intranet der UMG zu der Aktion aufgerufen und nach Overheadfolien angefragt, die heute kaum noch genutzt werden“, sagt Dr. Torsten Wassmann, Oberarzt in der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der UMG. „Die Resonanz war überwältigend. Aus vielen Bereichen haben wir Material zugeschickt bekommen, der Einkauf kümmert sich um die schnelle Verteilung im Haus.“

Die ersten Prototypen wurden dem Institut für Krankenhaushygiene und Infektiologie der UMG vorgestellt, damit dort die Verwendung der Visiere im täglichen Einsatz gegen die Corona-Pandemie geprüft und als zusätzliche Schutzausrüstung frei gegeben werden konnte. Danach machten sich im zahntechnischen Labor etwa zehn Mitarbeitende an die Herstellung. Sonst wird dort Zahnersatz gefertigt. Nun dienen die Geräte zur Herstellung der selbstkreierten Schutzvisiere.

Corona in Göttingen: Anfragen von anderen Einrichtungen 

Inzwischen würden die Visiere in der Uniklinik Göttingen als zusätzliche Schutzausrüstung neben den Atemschutz-Masken und der persönlichen Schutzkleidung eingesetzt, etwa bei Abstrichen für dieCorona-Testungen, in der Interdisziplinären Notaufnahme (INA), im Sozialpädiatrischen Zentrum, in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, auf der Covid-19-Station der UMG sowie im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, hieß es vonseiten der Uniklinik.

„Inzwischen gibt es auch Anfragen von Dentallaboren und externen Firmen, die von den Schutzvisieren à la UMG-Zahnklinik gehört haben und auch gerne solche Visiere haben wollen“, sagt Dr. Oliver Kurbad, Oberarzt der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik.  ana

umg.eu/corona/

Alle Entwicklungen der Krise auf einen Blick: der Corona-Ticker für Göttingen. 

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