Nach der Verschiebung

Coronavirus in Niedersachsen: Göttinger Händel-Festspiele bitten um Hilfe

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Szenenbild aus der Oper „Rodrigo“: Diese und anderen Opern können jetzt kostenlos als Stream im Internet angeschaut werden. So müssen Händel-Fans trotz der Verschiebung der Festspiele nicht ganz a uf den Musikgenuss verzichten.

Die Göttinger Händel-Festspiele, die vom 20. Mai bis 1. Juni stattfinden sollten, müssen wegen der Corona-Krise verschoben werden. Die Verantwortlichen hoffen jetzt auf Unterstützung.

  • Das Coronavirus hat große Auswirkungen auf den Alltag in Göttingen (Niedersachsen).
  • Immer mehr Veranstaltungen werden wegen der Krise abgesagt.
  • Auch die diesjährigen Händel-Festspiele sollen nicht stattfnden.

„Diese Entscheidung trifft uns hart“, sagt Tobias Wolff, Geschäftsführender Intendant der Festspiele. Es muss laut Wolff davon ausgegangen werden, dass im Mai die Corona-Epidemie noch nicht überwunden sein wird. Deshalb sollen die Händel-Festspiele dieses Jahr nicht stattfinden.

Nach seinen Angaben könnte das vorgesehene Programm ohnehin nicht mehr wie geplant laufen. Zahlreiche Künstler halten sich in abgeriegelten Gebieten, einzelne haben sich möglicherweise sogar selbst angesteckt.

„Für alle Künstler bedeutet das Coronavirus aber nicht nur ein hohes gesundheitliches Risiko, sondern eine unmittelbare, reale existenzielle Bedrohung. Auf der ganzen Welt sehen sich Künstler durch die vielen Veranstaltungsabsagen ungeheuren Einnahmeausfällen gegenüber und drohen innerhalb weniger Wochen unverschuldet in die Armut abzurutschen“, erläutert Wolff die Situation.

Händel-Festspiele in Göttingen wegen Corona abgesagt: Wunsch ans Publikum

Der Geschäftsführende Intendant hat mit Blick auf bereits gekaufte Eintrittskarten einen Wunsch an das Publikum: „Bitte prüfen Sie, ob Sie auf eine Rückerstattung der bereits erworbenen Tickets verzichten können. Gern stellen wir Ihnen im Gegenzug eine Spendenbescheinigung aus. Die so gewonnenen Mittel werden wir unter anderem dafür verwenden, betroffene Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen.“

Zudem ist auch die gemeinnützige Festspiel GmbH durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. „Da sie nahezu ohne Rücklagen auskommen muss und auch der laufende Betrieb zum Teil über Eintrittsgelder und Drittmittel finanziert wird, drohen erhebliche Ausfälle. Wenn die Festspiele nicht stattfinden, entfallen voraussichtlich auch Sponsoring- und Stiftungsmittel“, sagt Wolff. 

Deshalb bittet der Intendant auch die Sponsoren und Stiftungen, die Festspiele weiterhin zu unterstützen. Durch diese solidarische Geste könne der Fortbestand der Festspiele auch über das 100-jährige Jubiläum der Händel-Festspiele in Göttingen hinaus gesichert werden.

Das kulturelle Großereignis lockt laut Wolff jährlich tausende Menschen aus der ganzen Welt nach Göttingen: „Darauf sind wir stolz. Gemeinsam mit allen Verantwortlichen halte ich es aber nicht für vertretbar, Künstlerinnen und Künstler, Publikum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dem vermutlich weiterhin hohen Risiko einer Ansteckung auszusetzen.“

Corona in Göttingen: Büro der Händel-Festspiele ist geschlossen

Zum Schutz der Mitarbeiter ist das Festspielbüro zunächst vom bis einschließlich 17. April geschlossen. In dringenden Fällen erreichen Sie die Geschäftsführung per E-Mail unter info@haendel-festspiele.de. Künstler und Beteiligte der Festspiele können Antje Michael, E-Mail: amichael@haendel-festspiele.de, kontaktieren.

Händel-Opern im Internet erleben

Wer trotz der Verschiebung nicht auf Händel-Opern verzichten möchte, kann ein besonderes Angebot nutzen. Bis Ende September sind zehn Mitschnitte von früheren Aufführungen kostenlos als Stream im Internet verfügbar. In Kooperation mit NDR Kultur sind dies die Inszenierungen „Rodrigo“ (2019), „Arminio“ (2018), „Lotario“ (2017), „Imeneo“ (2016), „Agrippina“ (2015), „Faramondo“ (2014), „Siroe, Re die Persia“ (2013), „Amadigi di Gaula“ (2012), „Tamerlano“ (2010) und „Admeto“ (2009).

hndl.de/streaming

Von Bernd Schlegel

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