Pandemie

Jetzt 214 Corona-Infizierte in der Region Göttingen - Erziehungsberatungsstellen arbeiten

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Das Göttinger Corona-Testzentrum: Es ist auf dem Gelände der Uni-Medizin zu finden.

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in der Region Göttingen ist weiter gestiegen. Stand Dienstag (31.3.2020, 16 Uhr) sind 214 Menschen nun damit infiziert.

  • Corona breitet sich in Niedersachsen aus.
  • Auch der Landkreis Göttingen ist betroffen.
  • Zahl der infizierten Personen steigt.
  • Landrat Bernhard Reuter ist in freiwilliger Quarantäne. 

Update am Dienstag, 31. März, um 16 Uhr - Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Landkreis Göttingen ist im Verlaufe des Dienstag leicht gestiegen: Nun melden die Behörden – Stand Dienstag, 16 Uhr, 214 positiv getestete Personen.

57 von ihnen sind in der Stadt Göttingen gemeldet, 157 im Landkreis. Von den bislang positiv getesteten Frauen und Männern waren am Montag 13 wie der gesund.

Corona in Göttingen: Entwicklung in den vergangenen Tagen

In den vergangenen Tagen hat sich die Zahl der Infizierten in Stadt und Landkreis Göttingen erhöht. Hier die Übersicht über die Entwicklung bei den bestätigten Fälle an den einzelnen Tagen:

Corona in Göttingen: Schwerpunkt im Altkreis Osterode

Schwerpunkt der Epidemie ist der Altkreis Osterode: In den Städten Osterode am Harz, Bad Lauterberg im Harz, Herzberg und Bad Sachsa sowie Samtgemeinde Hattorf am Harz und Gemeinden Bad Grund  und Walkenried gibt es aktuell 118 Fälle. In Herzberg ist auch ein Pflegeheim betroffen.

Im Gebiet des Altkreises Duderstadt (Stadt Duderstadt, Samtgemeinde Gieboldehausen) inklusive der kompletten Samtgemeinde Radolfshausen sind 6 der infizierten Personen gemeldet. Im Gebiet des Altkreises Hann. Münden (Stadt Hann. Münden, Samtgemeinde Dransfeld und Gemeinde Staufenberg) gibt es 17 Fälle. Aus dem Bereich des früheren Altkreises Göttingen (Flecken Bovenden, Gemeinden Rosdorf , Gleichen und Friedland – ohne Stadt Göttingen) sowie des Fleckens Adelebsen sind 12 infizierte Personen gemeldet. Bei drei Personen ist der Wohnort noch nicht erfasst.

Corona in Göttingen: Erziehungsberatungsstellen arbeiten

Die Erziehungsberatungsstellen in Stadt und Landkreis Göttingen unterstützen Familien auch in der derzeitigen Lage dabei, sich auf die aktuellen Veränderungen einzustellen. Ob in Konflikt- und Notsituationen oder in Alltagsfragen - eine persönliche Beratung ist am Telefon oder online möglich. Hier die Kontaktdaten:

Beratungs- und Therapiezentrum für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Göttingen (Erziehungsberatungsstelle): Tel. 0551 400-4927 E-Mail: erziehungsberatungsstelle@goettingen.de

Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der AWO

für Hann. Münden, Staufenberg, Bühren, Scheden: Tel. 05541 73131 E-Mail: eb-hmue@awo-goettingen.de

für Adelebsen, Friedland, Rosdorf, Jühnde, Niemetal, Dransfeld: Tel. 0551 50091-0 E-Mail: eb-goe@awo-goettingen.de

Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Caritas Duderstadt, Gieboldehausen, Bovenden, Gleichen, Radolfshausen: Tel. 05527 9813-60 E-Mail: beratungsstelle@caritas-suedniedersachsen.de 

Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche für Osterode Bad Lauterberg, Bad Sachsa, Herzberg, Osterode, Bad Grund, Walkenried, Hattorf: Tel. 05522 960-4470 E-Mail: ErziehungsberatungsstelleOHA@landkreisgoettingen.de

Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. bke-Onlineberatung, bke-Jugendberatung und bke-Elternberatung.

Corona in Göttingen: Uni-Stadt stockte Materiallager auf

Die Stadt Göttingen hat ihr Materiallager aufgestockt: Für eine halbe Million Euro hat die Uni-Stadt 49.000 FFP2-Schutzmasken gekauft und stattet damit den Rettungsdienst sowie Einrichtungen mit Covid-19-Fällen in Stadt und Landkreis aus, wenn sie entsprechenden Bedarf melden. Für die notwendige Ausstattung mit Material zu sorgen ist eine der zentralen Aufgaben des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Göttingen. Um den weiteren Bedarf an Schutzmasken, Einmalhandschuhen, Schutzhandschuhen, Schutzkitteln und Desinfektionsmitteln an medizinischen Einrichtungen zu decken, hatte der Stab außerdem Material beim Land Niedersachsen angefordert.

Corona in Göttingen: Werkstätten bitten um Mundschutz-Spenden

Nicht nur Toilettenpapier, auch Mundschutze sind gerade schwer zu bekommen. "Seit Ausbruch der Krise haben sich die Göttinger Werkstätten erfolglos darum bemüht, den vorhandenen Bestand aufzustocken. Mundschutze werden dringend in unseren Wohneinrichtungen benötigt, um die 300 Bewohner und unsere Mitarbeitenden damit zu schützen", schreiben die Werkstätten. Die Einrichtung freuen sich über jeden einzelnen Mundschutz, der gespendet wird. Abgegeben werden können diese über eine Kontaktlosbox im Elliehäuser Weg 20 (montags bis donnerstags von 7 bis 14 Uhr, freitags von 7 bis 13 Uhr). Bei Fragen können Sie sich gern an unsere Telefonzentrale unter 0551 5065-0 wenden. Ein Nähanleitung gibt es hier.

Corona in Göttingen: Stadtteilzentren arbeiten weiter

Die Stadtteilzentren und die Quartiersmanager in Göttingen sind trotz der Coronavirus-Pandemie für die Bürger in ihren Quartieren weiterhin im Einsatz. Sämtliche Veranstaltungen sind natürlich abgesagt, und es ist bis auf weiteres nicht möglich, die Zentren persönlich zu besuchen. Doch hinter den verschlossenen Türen oder im Homeoffice geht die Arbeit weiter.

„Gerade in dieser Zeit sind Ansprechpartner*innen in den Stadtteilen wichtig“, sagt Christina Hammer, in der Stadt Göttingen als Sozialplanerin und Koordinatorin der Stadtteilzentren tätig. „Die Aufgaben bleiben trotz Corona gleich: Es geht darum, Menschen zusammen zu bringen und gegenseitig Unterstützung zu organisieren.“ Die Arbeitsweise hätte sich allerdings seit der Corona-Pandemie stark verändert. So seien die Stadtteilzentren nur noch per E-Mail oder Telefon, manche auch über Messenger-Dienste zu erreichen. Ergänzend zum Hilfsangebot durch die Stadt Göttingen würdenEinkaufshilfen und sonstige nachbarschaftliche Unterstützung organisiert, so Christina Hammer, über die aktuelle Lage und neue Angebote werde regelmäßig per E-Mail und auf den Internetseiten sowie in den Sozialen Medien informiert. Einen Überblick über die aktuellen Aktivitäten und Angebote der Stadtteilzentren und Quartiersmanager bietet die Stadt Göttingen auf ihrer Webseite.

Corona in Göttingen: Landrat Reuter geht in freiwillige Quarantäne

Auf Empfehlung des Gesundheitsamtes ist Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD) seit Mittwoch in freiwilliger häuslicher Quarantäne. Der Verwaltungschef war Teilnehmer einer Sitzung, bei der für kurze Zeit eine inzwischen positiv auf das Coronavirus getestete Person anwesend war. Über diesen Befund wurde der Landrat vom Gesundheitsamt informiert, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung. Bei dieser Gelegenheit erfolgte der Hinweis, der Landrat solle auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden. Es handelt sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Landrat Reuter gehört angesichts seines Alters (65) zur Risikogruppe. Dem Landrat geht es gut, Symptome spürt er nicht. Auf das Umfeld in der Kreisverwaltung hat die Nachricht des Gesundheitsamtes keine Auswirkungen. Hygienevorgaben und Abstandsregeln werden laut Kreisverwaltung im Kreishaus konsequent umgesetzt. Unabhängig von der Quarantäne nimmt Landrat Reuter seine Amtsgeschäfte im vollen Umfang wahr. Er ist fortlaufenden in die Arbeit des Stabes „SAE Covid-19“ eingebunden. Die Kommunikation mit dem Kreishaus ist per Telefon und E-Mail sichergestellt. Die tägliche Telefonkonferenz der Verwaltungsleitung wird fortgesetzt

Corona in Göttingen: Stadt packt Care-Pakete

Die derzeit geltenden Einschränkungen treffen vor allem jene, die sich nicht selbst mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs versorgen können und keine anderweitige Unterstützung haben. Für diese Menschen stellt die Stadt Göttingen derzeit Care-Pakete zusammen.

Wer ein solches Care-Paket benötigt, kann dies montags bis freitags von 9 bis 11 Uhr unter der Telefonnummer 0551/400-3400 bestellen. Die Auslieferung erfolgt gegen einen Unkostenbeitrag bis zur Wohnungstür ausschließlich durch Mitarbeiter der Göttinger Stadtverwaltung, die sich entsprechend ausweisen können.

Auf keinen Fall sollten fremde Menschen in die Wohnung gelassen werden. Auf Flyern, die in diesen Tagen an die Haushalte im gesamten Stadtgebiet verteilt werden, macht die Stadtverwaltung auf dieses besondere Angebot aufmerksam.

Corona in Göttingen: Infektionsketten unterbrechen

Um eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen, müssen Infizierte häuslich isoliert und Menschen, die mit ihnen Kontakt hatten, informiert und beraten werden. Dafür ist das Gesundheitsamt von Stadt und Landkreis Göttingen zuständig.

Insgesamt 108 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit an den vier Standorten Göttingen, Duderstadt, Osterode und Hann. Münden an sieben Tagen in der Woche in der Regel von 7 bis 21 Uhr mit der aktuellen Coronavirus-Lage beschäftigt. Sie halten den Kontakt zu infizierten Menschen während der Quarantäne-Situation, beraten und begleiten sie.

Corona in Göttingen: Mehr als 900 Verdachtsfälle

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die sehr zeitintensive Nachverfolgung von Menschen, die im Kontakt mit Infizierten standen. Bislang gab es in der Region Göttingen mehr als 900 dieser sogenannten Verdachtsfälle, die alle per Telefon oder per Post kontaktiert wurden.

„Diese Aufgabe ist zwar zeitintensiv, aber zugleich sehr wichtig. Denn wir wollen die Infektionsketten so früh wie möglich unterbrechen“, unterstreicht Dr. Eckart Mayr, der das Gesundheitsamt leitet. Je früher potenziell Infizierte ausfindig gemacht und in Quarantäne geschickt würden, desto größer sei die Chance, dass das Virus nicht weitergegeben werde.

Corona in Göttingen: Ehrenamtliche Hilfe

In den übrigen Städten und Gemeinden des Landkreises wird die Betreuung und Versorgung Hilfebedürftiger über ehrenamtliche Strukturen – Ortsräte, Familienzentren, Seniorenobleute, Nachbarschaftshilfe, Bürgerinitiativen, Vereine, aber auch Privatpersonen und andere – gewährleistet.

Einkaufen und die Versorgung mit Lebensmitteln, Begleitung zu Arztterminen oder Gänge in die Apotheke, bis hin zur Unterstützung im Alltag werden so organisiert. Hygienemaßnahmen und die geltenden Kontaktbeschränkungen sind zwingend einzuhalten. Bei Bedarf vermitteln die örtlichen Gemeindeverwaltungen den Kontakt.

Corona in Göttingen: Duldungsverlängerungen

Befristete Aufenthaltstitel von Ausländerinnen und Ausländern mit Hauptwohnsitz in Stadt oder Landkreis Göttingen gelten bis zum 31. Mai, auch wenn sie bis dahin ablaufen sollten.

Das gilt auch für Duldungen, Aufenthaltsgestattungen, Grenzübertrittsbescheinigungen, Ausreisefristen von Inhabern von "Schengen-Visa" zu Besuchs- oder Geschäftszwecken und für Touristen, deren Aufenthaltsberechtigung in dieser Zeit endet. Diese Regelungen gelten ab Mittwoch, 25. März.

Corona in Göttingen: Neue Regelungen zur Eindämmung

Zu den weitreichenden Regelungen, um die Verbreitung einzugrenzen, gehört vor allem das Abstandsgebot: In der Öffentlichkeit ist wo immer möglich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten.

Diese Regeln gelten auch in Parks, auf den Plätzen und in den städtischen Naherholungsgebieten. Ein Aufenthalt ist dort möglich; dennoch sind zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer die Abstandsregeln zu berücksichtigen.

Wie die Sozialdezernentin Petra Broistedt sagt, halten sich meisten Göttingerinnen und Göttinger an diese neuen Regeln. Vereinzelt – vor allem bei frühlingshaftem Wetter – komme es jedoch auch vor, dass die Maßnahmen nicht beachtet würden. Die Stadt wird deshalb am Kehr, an den Schillerwiesen, im Levin‘schen Park und anderen Arealen Hinweisschilder aufstellen, die insbesondere auf diese Abstandsregeln hinweisen.

Corona in Göttingen: Einschränkungen sind wichtig

„Die vielen Einschränkungen im Alltag sind enorm, aber wichtig“, sagt Petra Broistedt. Deshalb freue sie sehr, wie viele Göttingerinnen und Göttinger jetzt jenen ihre Hilfe im Alltag anbieten, die sich selbst nicht helfen können.

„Ob auf Abreißzetteln an der Haustür oder in den sozialen Medien – die Menschen in unserer Stadt zeigen in dieser Ausnahmesituation viel Herz und Engagement. Das freut mich sehr, denn gemeinsam lassen sich die Herausforderungen viel besser bewältigen.“

Corona in Göttingen: Jeder muss seinen Teil zur Eindämmung des Virus beitragen

Kreisrätin Marlies Dornieden, Ordnungsdezernentin des Landkreises Göttingen, ergänzt: „Jede und jeder muss jetzt dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus‘ zu verlangsamen.“ Das sei für alle belastend, deshalb seien Rücksicht und Solidarität wichtig.

„Aus den Gemeinden bekomme ich Meldungen über viele Hilfsangebote und ehrenamtliches Engagement. Das sind die Nachrichten, die im Moment besonders dringend und besonders schön sind. Darüber freue ich mich auch persönlich“, sagt Kreisrätin Dornieden.

Verstöße gegen Corona-Regeln: Nicht lustig, sondern strafbar.Ansteckung anderer Personen mit Corona soll vermieden werden. 

Fitnessstudios wegen Corona dicht: Das gilt nun bei den Beiträgen.

Corona in Niedersachsen: Realistische Chancen zur Virus-Eindämmung - Landrat in Quarantäne. Alle Infos zu Corona in Niedersachsen gibt es im Ticker.

Corona in Niedersachsen: Zahnärzte - Nicht alle Behandlungen laufen während der Coronakrise weiter.

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