Frischer Eintopf für Helfer

Corona in Göttingen: Restaurantköche leeren Kühlhäuser und kochen Gratisgerichte

Die Göttinger Köche Peter Goldmann (rechts) und Vincenzo Luigi Luggeri schneiden Gemüse für einen Eintopf. Unter dem Motto „Macht Eure Kühlhäuser leer!“ kochen sie unentgeltlich für Helfer und Bedürftige während der Coronakrise.
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Die Göttinger Köche Peter Goldmann (rechts) und Vincenzo Luigi Luggeri schneiden Gemüse für einen Eintopf. Unter dem Motto „Macht Eure Kühlhäuser leer!“ kochen sie unentgeltlich für Helfer und Bedürftige während der Coronakrise.

Göttingen – Das Coronavirus legt alles lahm – die Menschen bleiben zu Hause. Damit fehlen Restaurants nicht nur die Einnahmen, sie haben auch noch die Kühlräume voller verderblicher Ware. Macht (fast) nichts, dann kocht man halt gratis.

  • Restaurantköche kochen Gratisessen während Corona-Krise
  • Essen für Corona-Helfer
  • Spendenbereitschaft der örtlichen Händler groß

Der Göttinger Peter Goldmann ist außer Atem. Gerade hat er in seinem Restaurant in Göttingen zusammen mit Kollegen und Helfern 100 Portionen Essen gekocht. Dafür sei die Küche ausgelegt – „aber nicht auf einmal“, sagt der 45-Jährige. 

Ein Göttinger Trägerverein, der soziale Projekte betreut, verteilt dann das Essen an Menschen, die Unterstützung brauchen – dafür räumen Restaurants jetzt ihre Kühlhäuser, deren Inhalt ansonsten vermutlich weggeworfen würde. Denn bundesweit sind in der Coronavirus-Pandemie Restaurants geschlossen worden, Lebensmittel drohen zu vergammeln.

Göttingen: Coronakrise trifft Restaurants

Noch sei es in Göttingen neben seinem eigenen nur das Restaurant seines Kollegen Vincenzo Luigi Luggeri, das sich beteilige, sagt Goldmann. Aber das soll sich ändern, zwei weitere habe er ins Boot geholt. Die Aufforderung heißt immer: „Macht eure Kühlhäuser leer. 

Was habt ihr noch – was muss weg?“ Die Corona-Krise habe die Restaurants von heute auf morgen getroffen – erst die verordneten kürzeren Öffnungszeiten, dann die Schließung. Rücklagen habe kaum einer: „Wir sind alle kleine Klitschen mit fünf bis zehn Mitarbeitern.“ Jeder werde finanzielle Verluste haben.

Corona in Göttingen: Spendenbereitschaft groß

Das ist auch für Goldmann keine Alternative: „Wir schmeißen so viele Lebensmittel weg“, beklagt er. Gleichzeitig hätten die Tafeln für Bedürftige bereits nichts mehr, denn die geschlossenen Restaurants fielen als Lieferanten aus und Supermärkte würden von Hamsterkäufern überrannt. 

Doch die Spendenbereitschaft der örtlichen Händler sei groß: „Ware gibt’s überall, du musst nur fragen. Wir kochen freestyle mit allem, was wir haben.“ Was die staatlichen Hilfen angeht ist Goldmann dagegen skeptisch – er habe „noch keinen Cent gesehen“. 

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